Das Thema war nie wirklich weg, in diesem Frühjahr aber war es nicht mehr zu ignorieren: Frust und Last der Langzeitbeziehung standen im Zentrum auffallend vieler Romane und Erzählbände. Während die Irin Anne Enright uns über die „Anatomie einer Affäre“ unterrichtete, ließ der Schwede Richard Swartz die Figuren in seinem Erzählband „Notlüge“ durch Beziehungen stolpern, in denen Untreue und Notlüge auf der Tagesordnung stehen; und der Deutsche Werner Bartens gab uns in seinem leisen, humorvollen Roman eine Anleitung im „Betrügen lernen“.
Mit festen Beziehungen hält sich Swantje Marx gar nicht erst auf. In ihrem Roman „One Night Stand“ führt sie ein Tagebuch über ihren Alltag als Studentin mit wechselnden Liebhabern. Von monogamen Beziehungen hält auch die Sängerin Christiane Rösinger nicht viel. Sie hat mit „Liebe wird oft überbewertet“ eine Abrechnung mit der Pärchenkultur geschrieben, in der sie rät, das Paarwesen besser bleiben zu lassen. Ein Rat, den Marlene Dietrich und Ernest Hemingway befolgt haben: Sie waren einander innig verbunden, wurden aber nie ein Paar.
Neben einigen der vielen Bücher über die Schattenseiten von Beziehungen ist auf diesen Seiten eine Auswahl der besten Krimis, Sachbücher und Familienromane von großteils österreichischen Autoren versammelt. Bevor im Hoch- und Spätsommer der Lesenachschub geliefert wird – demnächst erscheint Neues von den Österreichern Olga Flor, Julya Rabinowich, Andrea Grill, Wolf Haas und Christoph Ransmayr sowie von Juli Zeh, Sibylle Berg und Henning Mankell – sollten Sie rasch einige der Höhepunkte aus dem Frühjahrsprogramm auslesen.
Sommerlektüre: Lese-Startliste




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