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Frauen an die Macht

07.07.2012 | 16:53 |   (Die Presse)

Die südamerikanische Feministin Giaconda Belli schafft eine amüsante politische Utopie, in der die Männer zur Hausarbeit verdammt sind.

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Es ist ein charmantes Gedankenexperiment, das Gioconda Belli konstruiert hat: Im fiktiven südamerikanischen Staat Faguas regiert die frühere Fernsehreporterin und Mutter Viviana Sansón mit ihrer Partei, der Erotischen Linken PIE. Durch geschickte Aktionen haben sich die Frauen an die Spitze gekämpft: Mit verspielten Slogans auf Windel- und Aspirinpackungen („Werde endlich deine Kopfschmerzen los“), mit einprägsamen Sprüchen auf Damentoiletten und in Umkleidekabinen. Kaum sind die Frauen an der Macht, werden Männer aus dem Staatsdienst und klassischen Machobranchen wie Polizei und Armee verbannt und zum Haushaltsdienst angehalten.
Das funktioniert so lange gut, bis die hübsche Präsidentin bei einer Kundgebung angeschossen wird. Im Koma liegend erinnert sie sich an die Entstehung der Partei und die ersten Schritte als Präsidentin. Bis zuletzt bleibt unklar, ob sie das Attentat übersteht und in ihr Amt zurückkehrt.
So amüsant Giaconda Bellis Roman ist, so befremdlich sind Name (erotisch?) und Philosophie ihrer Frauenpartei: Sie sehen sich als Putzfrauen der Nation, die den von Sexismus geprägten Staat „waschen“ und „säubern“ wollen. Die klassische weibliche Rolle der Übermutter legen sie somit nicht ab. Wie weit entfernt die politische Utopie von der Realität ist, zeigte sich gerade in Island: Dort kandidierte eine 37-jährige TV-Moderatorin und mehrfache Mutter als Präsidentin. Die Isländer wählten jedoch lieber den amtierenden Mann – ein fünftes Mal! – zu ihrem Präsidenten. awa
Gioconda Belli: „Die Republik der Frauen“, übersetzt von: Lutz Kliche, Droemer/Knaur, 18,50 Euro.

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2 Kommentare

[sarcasm]Wirklich interessant.

Über diese in einem Buch zusammengefassten Perversionen muss man natürlich berichten.[/sarcasm]

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Re: [sarcasm]Wirklich interessant.

...Sommerloch