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Schwarzenegger: Neues Buch überrascht mit Humor

24.07.2012 | 09:44 |   (DiePresse.com)

Mit Hilfe von Kant, Hegel und Foucault erklärt der Kunstwissenschaftler Jörg Scheller Schwarzeneggers "Kunst ein Leben zu stemmen".

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Der weltberühmte Grazer Arnold Schwarzenegger feiert am 30. Juli seinen 65. Geburtstag, passend zum Jubiläum seiner Jahresringe erscheint ein neues Buch über ihn. Der deutsche Kunstwissenschaftler Jörg Scheller hat es geschrieben. Zentral für das Werk "Arnold Schwarzenegger oder Die Kunst ein Leben zu stemmen" ist allerdings nicht das Private, sondern das bisher geschaffene Lebenswerk des Bodybuilders, Schauspielers und Politikers. Scheller analysiert die zahlreichen Facetten, die das Phänomen Schwarzenegger ausmachen. Er will damit beweisen, dass "Arnie" bisher zu Unrecht von der intellektuellen Welt verschmäht wurde und durchaus Stoff für einen wissenschaftlichen Diskurs bietet.

Humorvoll geschriebene Dissertation

Aufgebaut ist das Buch nicht chronologisch, sondern thematisch: Das Image Schwarzeneggers wird in die Bereiche "Kunst", "Mythos", "Macht" und "Vita" zerlegt, um dann ausführlich erörtert zu werden. Als Quelle jeglicher Abhandlungen zieht Scheller in seiner humorvoll geschriebenen Dissertation, die dem Buch zugrunde liegt, nur bisher veröffentlichtes Material heran.

Anhand von Fotos aus verschiedenen Lebensphasen, Actionfilmen, Biografien (darunter auch Schwarzeneggers Autobiografie), diversen Artikeln und zahlreichen Videoclips arbeitet der Autor in seinem 250-seitigen Werk zentrale Fragen zu Schwarzeneggers Selbstinszenierung, dem ihn umgebenden Mythos und den begünstigenden Begleitumständen für dessen Karriere ab.

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Egoismus, Kälte und Zielstrebigkeit

Kernelemente der Person Schwarzenegger machen laut Scheller u.a. Egoismus, Kälte, Zielstrebigkeit, strategisches Denken und unerschütterliches Selbstbewusstsein aus: "Seine vorteilhafte Unfähigkeit, an sich selbst zu zweifeln, und nicht zuletzt eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit zählen sicherlich zu den Voraussetzungen seiner Karriere." Hin- und hergerissen zwischen Ablehnung und Bewunderung für den Protagonisten gelingt dem Autor der Spannungsbogen: Dabei steht er der Person Schwarzenegger liebevoll kritisch gegenüber und findet, dass dieser "fraglos ein Künstler, einer der unerbittlichsten Selbstbildhauer unserer Zeit" sei - den Ton dazu kaufe er allerdings "fertig abgepackt".

Unterhaltender Lehrwert

Ironische Kommentare vonseiten des Autors, die oftmals sehr hart ausfallen, überraschen immer wieder und lassen den Leser auflachen. So schreibt Scheller über den jungen Bodybuilder beispielsweise: "Er führte seinen Bizeps aus wie andere ihren Pudel."

Tipp
Jörg Scheller: "Arnold Schwarzenegger oder Die Kunst ein Leben zu stemmen", Franz Steiner Verlag, 279 Seiten, 30,80 Euro, ISBN: 978-3-515-10106-6

Außer Frage steht, dass das Buch neben seinem wissenschaftlichen Lehrwert auch einen beachtlichen Unterhaltungswert hat. Zum Beispiel als sich Scheller auf die Autobiografie Barbara Bakers bezieht und lautmalerisch akkurat zitiert, wie Schwarzenegger damals ihr Herz gewinnen konnte: "You ahre so sayksie, I mus ahsk you owet on a date."

Kant, Hegel und Foucault

Allerdings bleibt zu beachten, dass es sich dabei trotz des Themas immer noch um eine geisteswissenschaftliche Arbeit handelt. Das Buch ist also nach den Regeln der Wissenschaft aufgebaut: mit einem Kapitel zur Methodik und viel theoretischem Wissen, das Scheller in seine Arbeit kunstvoll einwebt. Wem allerdings die Passagen mit Kant, Hegel und Foucault zu langatmig sind, kann diese im schlimmsten Fall auch überblättern - das Buch bleibt in jedem Fall lesenswert.

Zur Person
Jörg Scheller lebt als Kunstwissenschafter, Journalist und Musiker in Bern in der Schweiz. Er studierte Kunstwissenschaft & Medientheorie, Medienkunst, Philosophie und Anglistik in Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg. Seit 2009 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in Zürich, seit 2011 parallel wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunsthistorischen Institut der Universität Siegen. 2012 wurde er auf eine Dozentur für Kunsttheorie und Kunstgeschichte (Department Kunst & Medien, Vertiefung Fotografie) an der Zürcher Hochschule der Künste berufen.

 

(APA)

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2 Kommentare

"Kernelemente der Person Schwarzenegger machen laut Scheller u.a. Egoismus, Kälte, Zielstrebigkeit, strategisches Denken und unerschütterliches Selbstbewusstsein aus"

das sind offenbar voraussetzungen für wirtschaftlichen erfolg.
aber sind es auch voraussetzungen für ein erfolgreiches leben?

als ich seinerzeit in einem rk-auto mitgefahren bin, habe ich etliche leute erlebt, die glaubten, ihr letztes stündlein habe geschlagen (bei manchen war es dann wohl auch so). doch NICHT EIN EINZIGER hat sich damit gebrüstet, wieviel geld er gemacht hat, wie erfolgreich er in wirtschaftlichen dingen war.
einziges thema war die angst vor dem tod bzw der wunsch, partner, kinder und andere menschen noch mal zu sehen. beruf, erfolg und geld waren völlig unwichtig.

die frage ist nun: haben partner, kinder und andere überhaupt lust, jemanden mit den eigenschaften " Egoismus, Kälte, Zielstrebigkeit, strategisches Denken und unerschütterliches Selbstbewusstsein " noch mal zu treffen?
das testament ist eh schon geschrieben.
und ohne geld sind solche personen plötzlich sehr, sehr unattraktiv.

Gast: Hans Marecek
24.07.2012 23:02
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Ich lebe in Reno, NV und ich kenne keinen der "Arnie" gern hat. Aber frage doch auch Oesterreicher was die vin "Arnie" denken. Er ist und bleibt halt nur ein kleiner Steirer und ist auch in Amerika nicht mehr geworden. Dass Leute sich seine Filme angeschaut haben kann ich nicht verstehen. Was sonst hat er geleistet?
Beim Bundesheeer war er im Gefaengnis, was keine Leistung ist. Spaeter hat er Drogen genommen damit seine Muskeln groesser werden. Noch immer keine Schulbildung wie jeder andere Oesterreicher.
Was soll sich ein normaler Mensch von ihm denken? Vor lauter Muskeln hatte das Hirn keinen Platz mehr. Und das Geld das er hat ist ja nur von den Filmen. Hat California in den Ruin getrieben und ist noch stolz auf das.

Hoch dem Verlierer aus Oesterreich.