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Südtiroler Autor Herbert Rosendorfer gestorben

20.09.2012 | 17:09 |   (DiePresse.com)

Der Schrifsteller ist nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren in Bozen gestorben. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane "Der Ruinenbaumeister" und "Briefe in die chinesische Vergangenheit".

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Der Südtiroler Schriftsteller und Rechtswissenschafter Herbert Rosendorfer ist nach längerer Krankheit im Alter von 78 Jahren in Bozen gestorben, wie der Folio Verlag mitteilte. Mit seinem erfolgreichen Romanerstling "Der Ruinenbaumeister" wurde Rosendorfer als Verfechter eines neuen "fantastischen Realismus" in der Literaturszene berühmt.

Bekannt wurde der Autor durch seine Ironie und Situationskomik. In seinem Erfolgs-Roman "Briefe in die chinesische Vergangenheit" zeigte sich der Autor als zeitkritischer Satiriker. Ein weiteres Beispiel für seinen Sarkasmus lieferte er mit der Erzählung "Der Eiffelturm" im Sammelband "Der stillgelegte Mensch".

Rosendorfer, der sich auch als Maler und Komponist betätigte, schuf Opernlibretti und verfasste für Kunstliebhaber die Bände "Bayreuth für Anfänger" und "Salzburg für Anfänger" unter dem Pseudonym Vibber Togesen. Zuletzt veröffentlichte Rosendorfer den Roman "Huturm". Am 8. Oktober wird sein letztes Werk "Die Kaktusfrau", ein Band mit Erzählungen, erscheinen.

 

(APA)

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4 Kommentare
Gast: UlrichMeisser
28.09.2012 18:39
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E.T.A. Hoffmanns Bruder

Herbert Rosendorfer, Jurist, Ruinenbaumeister, Schrifsteller, Phantastiker, Prophet des Umweltbewusstseins, Ironiker, Satiriker, Realist, Humanist und wunderbarer Mensch.
Er hat es vermocht, in seinen Kurzgeschichten und Romanen neue Räume jenseits der vorfindlichen zu öffnen, die so wahr wie die Wirklichkeit sind und noch ein bisschen wahrer. "Die Frau seines Lebens", "Das Messingherz" rühren dem ans Herz, der jemals auch nur einen Augenblick seines Daseins den Schatten einer großen Liebe erahnt hat. Er zeigt in seinen Schriften, dass der Mensch jenseits der platten und planen Realität Anteil an der Ewigkeit hat - ein Bruder seines großen Vorläufers E.T.A. Hoffmann, des Romantikers.

Gast: Reinhard Bayer
20.09.2012 21:00
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Eine "dünne" Würdigung

Herbert Rosendorfer war geborener Bozener, der durch den Braunauer Hitler seine Heimat verlor und Münchner und deutscher Staatsbürger wurde. Er war ein hervorragender Jurist und Richter nicht nur in München, sondern nach der Wiedervereinigung am OLG Naumburg.
Und zuletzt: einer der großen Schriftsteller des deutschsprachigen Raumes - ungeheuer vielseitig.
Persönlich - ich habe ihn als Jurist, wie als Schriftsteller kennen gelernt - war er ein liebenswürdiger, bescheidener, wertvoller Mensch.


Mir ist zum heulen!

Herbert Rosendorfer war neben Erich Kästner, Frido Lampe, Alan Ginsberg, Robert Gernhardt und Walter Moers mein literarisches Sechsgestirn.
Ich hatte die Ehre, Ihn zu kennen.

Mir ist, wie gesagt, zum heulen.