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Literaturnobelpreis: Exotische Favoriten der Buchmacher

08.10.2012 | 17:04 |   (Die Presse)

Starke Autoren aus Japan, China, Kenia, USA, Holland, Irland haben beste Quoten zum Nobelpreis für Literatur, der an diesem Donnerstag bekannt gegeben werden soll. Auch Bob Dylan liegt wieder weit vorn.

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Seit Sommer verteidigt der japanische Romancier Haruki Murakami den Spitzenplatz in den Wettquoten zum Nobelpreis für Literatur, der an diesem Donnerstag bekannt gegeben werden soll. Der 63-Jährige, von dem zuletzt auf Deutsch sein Opus magnum „1Q84“ erschien, wird seit Jahren zu den aussichtsreichsten Kandidaten gezählt, so wie auch der Amerikaner Bob Dylan. Auf den Weltstar wurde wegen seiner Songtexte zuletzt beim britischen Wettbüro Ladbrokes wieder stark gesetzt. Seine derzeitige Quote: 10:1. Murakami lag zu Wochenbeginn sogar bei 2:1. Ladbrokes hatte in der jüngeren Vergangenheit meist auch die Sieger ganz vorn in der Wertung.

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Den stärksten Sprung nach vorn machte im Oktober Irlands Meistererzähler William Trevor. Die Quote des 84-Jährigen verbesserte sich innerhalb weniger Tage von 100:1 auf 10:1. Damit lag er am Montag gleichauf mit Dylan. Besser waren hinter Murakami nur noch der Schriftsteller Mo Yan aus China und der Ungar Péter Nádas, dessen monumentaler Roman „Parallelgeschichten“ (2005) in diesem Jahr auch ins Deutsche übersetzt wurde.
Zu den aussichtsreichen Kandidaten zählen zudem der niederländische Prosaiker Cees Nooteboom und der in den USA lebende Gikuyu Ng?g? wa Thiong'o aus Kenia. „Herr der Krähen“ zählt zu den innovativsten Romanen aus Afrika. Die beiden haben so wie der ewige Favorit Thomas Pynchon (USA) eine Quote von 12:1. Dahinter liegen mit 14:1 der Lyriker Adonis (Syrien), die Erzählerin Alice Munro (Kanada), Ismail Kadare (Albanien), Ko Un (Südkorea) und Assia Djebar (Algerien).

Große Autoren mit der Quote 16:1

Die Favoriten sind diesmal also international breit gestreut. Auch der US-Autor Philip Roth ist wieder prominent genannt. Er teilt sich die Quote von 16:1 mit seinem Landsmann Cormac McCarthy sowie weiteren literarischen Schwergewichten wie Dacia Maraini (Italien), Amos Oz (Israel), Margaret Atwood (Kanada), Tom Stoppard (England) und dem ebenfalls aus Tschechien stammenden, in Frankreich lebenden Milan Kundera. Sie alle sind durchaus nobelpreiswürdig. Die Schwedische Akademie jedoch ist bekannt für Überraschungen. Sicher ist nur, dass der Sieger sich diesmal mit einem geringeren Preisgeld bescheiden muss. Wegen der Wirtschaftskrise wurde auf acht Millionen Schwedische Kronen (930.000 Euro) reduziert. Tomas Tranströmer hatte 2011 noch zehn Millionen erhalten. norb

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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