Am Mittwoch eröffnet in Frankfurt die Buchmesse ihre Tore: Mit rund 7300 Ausstellern aus mehr als 100 Ländern ist sie die weltgrößten Bücherschau. Auch 139 Verlage aus Österreich sind vertreten. Bis zum Sonntag werden knapp 300.000 Besucher erwartet. Zunächst steht die Messe nur Fachbesuchern offen, am Samstag und Sonntag sind dann Publikumstage. Die Eröffnungsfeier am Dienstagabend stand ganz im Zeichen des Ehrengasts Neuseeland: Maori-Künstler führten Gäste durch den Pavillon ihre Heimatlandes. In einer 20-minütigen Multimedia-Show führte Schauspieler-Sänger-Tänzer Matiu Ngaropo in die Erzähltradition Neuseelands, das eine lange Tradition mündlichen Erzählens hat und eine kurze des schriftlichen Publizierens, ein. Als "Meister im Geschichtenerzählen über alle Formatgrenzen hinweg" hatte Buchmessen-Direktor Juergen Boos die Neuseeländer angekündigt. Das Land, das hier immer noch weitgehend ein weißer Fleck in der literarischen Landschaft ist, schickt knapp 70 Schriftsteller und 100 Künstler zur Buchmesse.
Im Mittelpunkt des Branchentreffs steht aber ohnehin die digitale Umwälzung auf dem Markt. Das gedruckte Buch erhält Konkurrenz - völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. Während auf dem Buchmarkt der Internet-Handel weiter wächst, meldete der traditionelle Einzelhandel für das laufende Jahr erneut ein Minus von knapp fünf Prozent.
Die Branche hofft auch auf die neuen elektronischen Bücher, deren Verkäufe sich zwar in diesem Jahr verdoppelt haben. Die E-Books machen aber weiterhin in Deutschland nur zwei Prozent des Umsatzes vom Gesamtmarkt aus, in den USA sind es inzwischen 20 Prozent. Die Digitalisierung bringt nach Ansicht der Organisatoren der Buchmesse im globalen Maßstab ganz neue Geschäftsmodelle hervor. Große Verkäufer wie Amazon bringen eigene Lesegeräte heraus. Autoren werden übers Internet zu Verlegern, weltweit entstehen über neuartige Internet-Speicherplätze ("Cloud Computing") Leihbibliotheken.
Schwerpunkt Kinder und Jugend
Einen Schwerpunkt setzt die Messe dieses Jahr bei Kinder- und Jugendbüchern. Auch hier hat man den Markt im Auge: "Ein Brennglas auf innovative Entwicklungen" nennt Buchmessen-Direktor Juergen Boos den Bereich. Nirgendwo seien gedruckte und digitale Medien enger verknüpft.
Multimediale pädagogische Anwendungen werden für Heranwachsende immer wichtiger, genauso wie die Verknüpfung von Autor und Lesern oder das gemeinschaftliche Lesen in Internet-Foren - neudeutsch "social reading" genannt.
Auch Schwarzenegger kommt
Doch die Buchmesse ist auch Lesefest und Medienspektakel: Rund 1000 Autoren werden ihre neuen Bücher vorstellen, neben literarischen Schwergewichten sind darunter auch viele schreibende Prominente. Zum Auftakt der Messe steht Arnold Schwarzenegger im Rampenlicht. Er präsentiert seine Autobiografie, die weltweit eine Woche vorher am 4. Oktober erschienen ist.
(APA/dpa/Red.)
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