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350 Autoren fordern: "Festplattenabgabe jetzt"

18.10.2012 | 10:29 |   (DiePresse.com)

Vom Schwarzenbergplatz zur Arbeiter- und weiter zur Wirtschaftskammer zogen Kulturschaffende, um für die Einführung einer Festplattenabgabe zu demonstrieren.

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Eine "feste Platte" in Form einer massiven Steinskulptur von Ulrike Truger wurde heute, Mittwoch, Nachmittag im Rahmen eines Protestmarsches für eine Festplattenabgabe vor dem Bildungszentrum der Arbeiterkammer (AK) mit einem Kran abgeladen. Die Skulptur soll bis auf Weiteres vor dem Eingang aufgestellt bleiben. "Viel Vergnügen, liebe Arbeiterkammer", wünschte Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autoren Autorinnen und einer der Organisatoren der Kundgebung, ehe die Demo Richtung Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) weiterzog. Dort soll bei einer Abschlusskundgebung Elektronikschrott in Form alter Festplatten deponiert werden.

Viele prominente Autoren

Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf 350. Viele prominente Autoren wie Marlene Streeruwitz, Robert Schindel, Heinz R. Unger, Barbara Neuwirth, Sabine Gruber oder Gustav Ernst und Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Erwin Leder, der Musiker Wolfgang "Fadi" Dorninger oder der Regisseur Peter Gruber nahmen an dem Protestzug teil. "Wer Kunst will, soll sie bezahlen", hieß es auf einem Transparent, und: "Festplattenabgabe jetzt!"

Die 27 Künstler- und Interessenverbände der Plattform "Festplattenabgabe jetzt!" wollen die seit 1980 geltende Leerkassettenvergütung auf Festplatten ausgeweitet wissen und verweisen darauf, dass der Handel die Festplattenabgabe bereits seit zwei Jahren einhebe, diese aber nicht weiterreiche.

Kompromiss 2013

Die Arbeiterkammer und die Wirtschaftskammer blockierten Bestrebungen, Lücken des derzeitigen Urheberrechts zu schließen, hatten die Organisatoren am Vormittag beklagt. AK-Direktor Werner Muhm stellte sich den Demonstranten und betonte: "Wir haben viel Verständnis für die Kunst." Der Status Quo sei tatsächlich unbefriedigend, die derzeitigen Vorschläge seien allerdings "nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir wollen gerne in einen Dialog eintreten. Wir sind gesprächsbereit." Er rechne mit einer Kompromisslösung im Verlauf des kommenden Jahres. In einer Aussendung der AK hieß es dazu: "Es kann nicht sein, immer nur Tarife auf 'neue' Speichermedien auszudehnen und nichts an zugrundeliegenden Strukturproblemen zu ändern. Das derzeitige Vergütungsmodell passt nicht mehr in unser digitales Zeitalter."

Der Handelsverband betonte, man unterstütze "grundsätzlich das Ziel, die Einnahmen der KünstlerInnen nachhaltig zu sichern. Doch muss dies auf eine faire, den Konsumenten zumutbare und wirtschaftlich vernünftige Weise geschehen. Nur so lassen sich die gemeinsamen Ziele von Händlern und Künstlern verwirklichen. In der aktuell geforderten Form und Höhe schadet die Abgabe den Interessen der KünstlerInnen und dem Wirtschaftsstandort Österreich."

"Initiative für Netzfreiheit"

Für den Mittwochabend hat die "Initiative für Netzfreiheit" vom Sitz der AustroMechana zum Justizministerium zu einer Gegen-Demonstration gegen die Festplattenabgabe aufgerufen. Die Festplattenabgabe sei einseitig, nicht treffsicher und löse keine Probleme, argumentieren sie. Man protestiere "gegen unausgegorene politische Schnellschüsse zugunsten von Partikularinteressen einzelner Interessensvertretungen. Eine Festplattenabgabe ist der falsche Weg, künstlerische Leistungen wertzuschätzen und künstlerische Existenz materiell abzusichern."

 

(APA)

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30 Kommentare
 
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Gast: 2810
31.10.2012 12:34
0 0

...liebe kreative und künstler

wie wärs wohl mal damit das ihr was in den gesellschafts-topf einzahlt und nicht dem steuerzahler auf der tasche liegt. falls ihr was produktives leistet könnt ihrs ja verkaufen oder eintritt kasieren! abgesehen das die meisten von euch ein leben lang beim ams gemeldet sind und dann nicht mal eure pension annähernd erwirtschaftet habt liegt ihr uns ein lebenlang auf der tasche. steigt ihr in die oberliga auf dann wird sofort ein geschützte steueroase im ausland aufgesucht...

Gast: vito c
18.10.2012 15:59
0 0

versteh ich nicht

freunde, autoren, künstler

dafür, dass ihr die sog. kreativen seid, seid ihr ziemlich unkreativ. was glaubt ihr was die leute den mit den festplatten machen? genau: nur eure werke speichern??????

ich sitz 40 stunden die woche min. vor dem rechner und produziere selbst inhalte. ich schaffe selbst. wieso soll ich zahlen für die festplatte auf der texte sind, die ich selbst verfasse???????

gibt es eigentlich eine schreibpapierabgabe?
oder eine schreibstiftabgabe?
oder überhaupt eine lesen- und schreibeabgabe?

und dabei bin ich an sich auf eurer seite, ich bin dafür dass kunstschaffende für ihre werke geld verlangen können. dass sie die rechte an ihren schöpfungen haben und vermarkten können.
aber das hier ist ziemlich kurzssichtig. jede firma etwa hat gigbytes an selbst erstellten daten, wieso solln die zahlen? und nicht jeder pc-user hat die platte voller geklauter inhalte.

ihr seid nicht besser als die piraten. die einen wollen alles umsonst, die anderen wollen dass für alles gezahlt wird, einfach so.

ich würd mich nicht wundern wenn es in ein paar jahren verboten ist, bücher zu besitzen, denn die kann man mehrmals lesen, aber mn ja nur einmal bezahlt, und heborgen kann ich das papier auch noch. nein, leute die zukunft istder ebookreader, der nach dem einmaligen betrachten einer seite, diese entweder löscht oder man muss bezahlen um den inhalt ein zweites oder drittes mal zu sehen.

orwell und huxley würden sich aufhängen.

Gast: =EHM=
18.10.2012 15:46
1 0

Ist schon Fasching???


Antworten Gast: J.L.
21.10.2012 05:31
0 0

Re: Ist schon Fasching???

Richtig. Es ist Dauer-Fasching. Eine Festplattenabgabe bringt übrigens nicht viel. Viel effizienter und besser für die Gesellschaft wäre eine DSL - Abgabe. Im Sinne des Beatles Songs der rückwärts aufgenommen wurde.

Diese Abgabe wird wahrscheinlich kommen

denn die linken Propagandakünstler müssen doch bei Laune gehalten werden mit öffentlichen Förderungen, MwSt. Niedrigsatz und dann auch mit der HDD Abgabe.
Das ist eigentlich Hightec-Prostitution.

Gast: KlareSache
18.10.2012 15:01
0 1

Die Namen der 350 Abkassierer

auf einer Liste veröffentlichen und kein Stück mehr von diesen Gaunern kaufen!

Gast: der ehemalige Student1
18.10.2012 14:53
1 1

350 Autoren

Würde mich interessieren, ob es von den genannten Autoren überhaupt eBooks gibt, oder ob die nur auf die Welle aufspringen, die von der Musikindustrie losgetreten wurde.

Gast: Zyni
18.10.2012 14:43
0 0

Lehrjahre

in der Österreichischen Staatsdruckerei. Aha. Kenn mich aus.

Gast: GEFE FE
18.10.2012 14:40
3 1

Wer Kunst will, soll sie bezahlen", hieß es auf einem Transparent

Dem kann ich voll zustimmen. Daher auch die Kunstförderung abschaffen. Die Steuerzahler wurden ja auch nicht gefragt ob Sie die geförderte Kunst überhaupt brauchen oder wollen.

Gast: Q-Tip
18.10.2012 14:25
0 0

Abgabe statt Festplatte

Ich finde, die sollten den ORF-Gebührenvorschlag aufgreifen und von jedem Haushalt einen Beitrag kassieren, ob der nun eine Festplatte hat oder nicht.
So wie ich beim ORF zwar die Möglichkeit habe, den Sender mit Bildungsauftrag nicht einzuschalten aber dafür zahlen soll kann doch im Bereich der Kunst diese Vorgangsweise nicht ganz falsch sein. Man kann sich ja weiterhin weigern, Frau Streeruwitz oder Herrn Schindel zu lesen, aber zahlen soll man halt bitte schon dafür, dass man sie lesen könnnte - buchlos digital halt. Ich beneide manche Autoren und Musiker um Ihr Selbstbewusstsein und den daraus resultierenden Fehlschluss, dass wer meine Werke nicht kauft sie dann ganz gewiss als Kopie klaut.
Besonders schädlich sind aber all die Leute, die Streeruwitz und Co abtippen und auf der Festplatte ablegen, aber die sind ohnehin genug gestraft.
"Wer Kunst will, soll sie bezahlen", das lässt sich bestimmt auch auf Bahn, Post und Krankenhäuser ausdehnen. Dass die alle schon (wie die Kunstförderung) etwas aus dem Steuertopf erhalten, wollen wir tunlichst vergessen.

Re: Abgabe statt Festplatte

In Deutschland gibt es schon Klagen dagegen, die gute Chancen haben. Auch in Österreich wäre das m.E. nicht haltbar.

Die können mich, diese Künstler!

wenn sie Künstler sein wollen, dann bitte. Es gibt einen Markt dafür der genau feststellt, was Kunst ist oder nicht.

Wer meint, durch irgendein sinnloses Geschreibsel in den Genuss von Geld aus MEINER Tasche kommen zu wollen, der möge mir bitte eine Privatlesung anbieten.

Und erst dann möchte ich entscheiden, ob ich das im pekuniären Sinne für förderungswürdig erachte.

Alles andere ist reine Abzocke.

Gast: gegenurheber
18.10.2012 13:15
4 0

ich mache private fotos, filme

die speichere ich auf einer festplatte ab, dann muss ich den künstlern in österreich eine gebühr bezahlen, weil ich meine kreativ hergestellten bilder und filme abspeichere

na das nenne ich mal logisch, die wollen also geld für meine tätigkeit - sag mal gehts noch?? ich möchte geld von jedem ja was denn, tischler, maurer, friseur, rechtsanwalt, politiker, künstler na von jedem der einen der 350 berufe in österreich ausführt, warum werden sich jetzt manche fragen, ja weil es mich reich macht

dann darf ich im gegenzug aber auch alles gratis kopieren was geht oder künstler?

idiotisch

die abgabe wurde auf kassetten eingeführt. diese waren reine tonträger und wurden zu 99% genutzt um radio aufzunehmen, sich mixes zu machen etc. es wurden also zu einem großteil urheberrechts-geschützte werke aufgespielt. ok, das war die lösung für das kassetten-problem...

da das problem aber nicht mehr besteht und speichermedien nicht mit an 99% grenzender wahrscheinlichkeit für musik etc. genutzt werden, ist es für mich ein trauriger versuch die abgabe auf die digitalen medien auszuweiten.
es kommt einer general-unterstellung gleich zu behaupten, dass diese medien alle für geschützte werke genutzt werden. ich habe einige usb-sticks und kein einziger wurde bisher als datenträger für musik genutzt. ich habe drei festplatten. auf einer liegt meine gekaufte(!) musik.
das problem ist eher produktpiraterie, aber das problem allen umzuhängen ist nicht ok.

Gast: PÖHSE
18.10.2012 13:04
4 0

Wenn 350 (!) 'Autoren', die der SPÖ


nahestehen, auf die Straße gehen, ist das schon eine Machtvolle Demonstration, da muß die Republik springen, und der Bürger zahlen !

Gast: PÖHSE
18.10.2012 12:25
7 0

Keine Geldstrafe ohne ordentliches Gerichtsverfahren,

keine Zwangsabgabe !

Gast: PÖHSE
18.10.2012 12:12
6 0

Zeit für eine saftige Gegendemo- keine


Zwangsabgabe für Staatswünstler und andere Kannixe, keine Pauschalverdächtigung und Verurteilung von Computerbenutzern !

Jeder, der eine CD, DVD, oder Festplatte kauft, wird pauschal mit einer Geldstrafe belegt. Kein Verfahren, keine Berufung, nix.

DAS ist Rechtsstaat ?

Re: Zeit für eine saftige Gegendemo- keine

naja, "geldstrafe" ist sehr übertrieben, es ist eher eine "zwangsgebühr".

mich würde auhc interessieren, ob es ausnahmen zb. für gehörlose geben wird. bekommen die dan bei vorlage eines nachweises die datenträger dann billiger?

Was ist mir hör


Re: Was ist mit gehörlosen Blinden?

kommt dann das Argument, sie könnten sich ja Plastiken aus dem Internet laden und diese dann streicheln?

Aber soweit denkt ein Ruiss nicht. Der kann mich echt.

Antworten Antworten Gast: PÖHSE
18.10.2012 13:19
1 0

Re: Re: Zeit für eine saftige Gegendemo- keine


Nein, denn die könnten die Texte der '''''Autoren''' herunterladen, oder Stummfilme .

Und wer blind UND Taub ist, hat Pech gehabt .

Antworten Antworten Antworten Gast: dasistwirklichfurchtbarpöhse
18.10.2012 14:04
0 0

Re: Re: Re: Zeit für eine saftige Gegendemo- keine

ach so; ja, pech gehabt.
naja.

Gast: HUBERTUS
18.10.2012 11:25
8 1

Zahlen...

ZITAT: "Wer Kunst will, soll sie bezahlen".

Wer Geld einnimmt sollte infolgedessen auch Steuern zahlen. Müssen alle anderen doch auch. Sluss mit Steuerprivilegien. Machen wir Unternehmer, Arbeiter, Angestellte, Künstler ... doch ein bisschen gleicher. Dagegen werden sich die Künstler aber zu Wehr setzten, wetten?

Gast: HUBERTUS
18.10.2012 11:18
9 1

tauschen wir doch..

OK, zahlen wir halt eine "Festplattengebühr". Dafür werden jegliche, vom Staat eingerichtete Kulturförderungen bzw. Preise für Autoren, Schauspieler, Künstler etc. abgeschafft. Wäre das eine Lösung? Was ist denn mit den Vielgepriesenen Verlagsförderungen. Die kommen offensichtlich nur den Verlagen zugute.

Ganz allgemein würde mich interessieren wie Österreich ohne jegliche Förderung ob Bau, Landwirtschaft, Kunst, etc. aussehen würde.

Re: tauschen wir doch..

"...und verweisen darauf, dass der Handel die Festplattenabgabe bereits seit zwei Jahren einhebe..."

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"Ganz allgemein würde mich interessieren wie Österreich ohne jegliche Förderung ob Bau, Landwirtschaft, Kunst, etc. aussehen würde."

Wahrscheinlich besser. Dann würde nicht jeder untaugliche Dreck, vermittelst Förderung ins Leben gerufen und künstlich am Leben gehalten, auf den Steuerzahler losgelassen, sondern nur solcher, der sich aus sich selbst heraus behaupten kann. Oder womöglich gar kein Dreck ist.

 
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