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Grass kritisiert Kritiker: "Kleinmeister billiger Häme"

19.10.2012 | 19:52 |   (DiePresse.com)

Der deutsche Literaturnobelpreisträger liest erstmals öffentlich aus seinem Gedichtband "Eintagsfliegen". Er schilt Banken und Boulevardzeitungen.

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Literaturnobelpreisträger Günter Grass (85) hat am Freitag vor vollem Haus erstmals öffentlich aus seinem neuen Gedichtband "Eintagsfliegen" gelesen. Dabei rezitierte er zur Buchpremiere vor ausgewähltem Publikum im Studio des Deutschen Theaters in Göttingen rund ein Drittel der gut 80 in dem Band enthaltenen "gelegentlichen Gedichte".

Der Autor spannte dabei thematisch einen weiten Bogen. Er reichte von der Verschiffung von Pappeln nach China und deren Rückkehr als Essstäbchen, seine Freude darüber, wenn die "Sportschau" über gelungene Aktionen der Gegner Bayern Münchens berichtet, bis zu den Folgen des Austauschs "mobiler Gebisse".

Schelte an Banken und Boulevardzeitungen

Mit klarer, fester Stimme, die er gelegentlich mit einem kleinen Schluck Rotwein ölte, verlas Grass - die ganze Zeit stehend - Gedicht-Gedanken zu Staatsschulden und Autoschlangen. Er übte Schelte an Banken und Boulevardzeitungen, brachte seine generelle Abneigung gegen neue Medien zum Ausdruck, legte seine Sicht auf Europa dar, erklärte, warum er auch im Alter zornig bleiben wolle und übte Kritik an der "Gemeinde meiner Feinde": zweitrangige "Kleinmeister billiger Häme".

In den vergangenen Jahren habe sich bei ihm während anderer künstlerischer Arbeiten allerhand "angestaut", das er in der Form habe ausdrücken wollen, mit der er begonnen habe, sagte Grass.

Grass verzichtet auf "Was gesagt werden muss"

Andere Gedichte des Bandes, die wegen irritierender und provozierender Inhalte bereits vorab für Diskussionen gesorgt hatten, bot der Literaturnobelpreisträger in Göttingen nicht dar. Vor allem verzichtete er auf das umstrittene "Was gesagt werden muss". Darin behauptet Grass, Israel bedrohe den Weltfrieden.

Als Ort der ersten öffentlichen Lesung hatte der Autor die niedersächsische Universitätsstadt gewählt, weil dort der Steidl-Verlag seinen Sitz hat, mit dem Grass seit knapp 20 Jahren zusammenarbeitet. Verleger Gerhard Steidl nannte es bemerkenswert, wie viel Diskussionsstoff Gedichte auslösen können. Es sei "die Kunst von Günter Grass, mit Worten wachzurütteln".

(APA/dpa)

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15 Kommentare
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.......

...........?

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?Nau was is, Zenzi?

mit dem Grass

Gast: Johan Meltini
20.10.2012 21:52
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einer mit Charakter

unter Horden von Kleinmeistern, die in biederen Sprechfeldern hausieren und immer schön kriechen. Die kulturelle Elite Europas ist heutzutage mehr oder weniger in eine Art Rapunzelturm zurückgehopst und stammelt dort ihren Geldgebern die Wörter nach. Wenn es hoch kommt, ergreifen sie das Wort für einen inszenierten Meritenelitismus. Und beweihräuchern sich dabei selbst.

Gast: Konservativer
20.10.2012 13:51
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Wäre ich ein durchschnittlicher Autor, der bis auf einen Lichtblick ("Die Blechtrommel") eigentlich sonst nichts Nennenswertes produziert hätte, und wäre ich ein Oppourtunist, der sich nur auf politisch mainstream-taugliche Themen einlässt (wo bleibt die Islamkritik des Herrn Grass? Beweisführung abgeschlossen), ja, dann würde ich vielleicht auch so handeln wie das ach so überlegene deutsche Gewissen in Person.

Es belustigt, zu sehen, wie viele Gutmenschen auf die Masche des Herrn Grass hereinfallen.

Antworten Gast: Lloyds
22.10.2012 11:20
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Re: Wäre ich ein durchschnittlicher Autor, der bis auf einen Lichtblick ("Die Blechtrommel") eigentlich sonst nichts Nennenswertes produziert hätte, und wäre ich ein Oppourtunist, der sich nur auf politisch mainstream-taugliche Themen einlässt (wo bleibt die Islamkritik des Herrn Grass? Beweisführung abgeschlossen), ja, dann würde ich vielleicht auch so handeln wie das ach so überlegene deutsche Gewissen in Person.

Eigentlich sollte ich mir nicht die Zeit nehmen, auf Ihr Posting zu reagieren.
Dummes sollte man nicht mit Dummen würdigen.

Es ist eine Frechtheit Günter Grass als durschnittlichen Autor zu bezeichnen. Alleine die "Danziger Trilogie" zeigt, was für ein Genie Herr Grass ist. Er ist der bedeutendste, noch lebende Schriftsteller im deutschsprachigen Raum!

Des Weiteren ist er eine faszinierende Persönlichkeit unserer Zeit. Er steht für das ein, was ihm wichtig ist und das trotz seines Alters.

PS: Israel zu kritisieren ist alles andere als ein politisch-mainstream taugliches Thema. Niemand traut sich etwas gegen Israel zu sagen - wie passt das also mit mainstream zusammen???

Bitte einmal die Bedeutung des Begriffs "mainstream" googlen. Bei der Gelegengeit vielleicht einen Umstieg von der "Presse" auf "Heute" in Betracht ziehen. Es heißt zwar, man solle seinen Horizont erweitern - in Ihrem Fall trifft dieser Spruch jedoch nicht zu.


Gast: PÖHSE
20.10.2012 11:58
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Dann halt nicht....


geht um nix .

Gast: da steckt doch der Wurm drin
20.10.2012 10:13
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wenn jemand so ungeschoren

in DE und AUT

a) die Sakrosankten kritisieren darf, und
b) das auch noch in deren Medien veröffentlicht wird

... da juckt mich doch was ganz massiv

Gast: T. Light
20.10.2012 09:03
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Ein Mann mit Zivilcourage

Eine Seltenheit in unseren Tagen, dass jemand offen Kritik übt, wo sie auch angebracht ist.
Mit "was gesagt werden muss" hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.

Ein Dichter, der unbequem ist, und sagt, was Sache ist

keiner der unsäglichen "Staatskünstler", deren Geschwafel stets publiziert wird, sondern einer, der gegen den gesteuerten Mainstream auftritt und Flagge zeigt.

Gast: haspinger
20.10.2012 08:03
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Der einzige prominente Dichter, der sagt, was Sache ist und nicht als Staatskünstler im Mainstream mitschwimmt. Chapeau!


Antworten Gast: PolyTeak
30.10.2012 17:16
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Re: Der einzige prominente Dichter, der sagt, was Sache ist und nicht als Staatskünstler im Mainstream mitschwimmt. Chapeau!

GG ist lange genug mit dem mainstream mitgeschwommen, in dieser zeit hat er sich einen Namen gemacht. Wäre er nie beim Mainstream gewesen und immer "unangenehm" gewesen wäre er totgeschwiegen worden und heute würde ihn keiner kennen.

Der Mainstream hat ihn groß werden lassen und jetzt beißt er sich in die Zunge dafür.

Respekt

Ich verneige mich vor diesem Altmeister.

Re: Respekt

ja, dann aber bis sie den kopf im sand haben ;-)
gruss an die ss

Sein jüdischer Antisemitismus...

... ist eine Sache mit der man nicht konform gehen sollte/muss.

Allerdings ist es ein Fakt das ein Großteil unserer europäischen Steuergelder für Banken verheizt wird. Die Menschen sehen das. Und das ist auch korrekt. Was nicht korrekt ist, ist der Umstand das hier das "internationale Judentum" dahintersteckt.

95% aller Staatsanleihen wurden bis 2008 von privaten europäischen Investoren gekauft, die von - beispielsweise - der Deutschen Bank oder der Raiffeisen IB vertreten werden.

Der "Angriff auf den Euro durch jüdisch-amerikanische Bänker" ist in Wahrheit ein Käuferstreik der euopäischen Investoren...

Das ist einfach so. 95% aller Investoren in den EURO kommen aus der EU.

Das ist keine objektive Bewertung.

Gast: Zionist 1
19.10.2012 23:24
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Volle Solidarität mit GG

Schön, das die presse.com das berichtet. In deutschen Zeitungen steht mal bis jetzt noch nichts.