Die Islamisten als Revolutionsgewinner

26.12.2012 | 15:58 |   (Die Presse)

Sie scheinen die großen Gewinner der Revolution zu sein: Ägyptens Präsident Mohammed Mursi und seine politische Familie, die islamistische Muslimbruderschaft.

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Sie scheinen die großen Gewinner der Revolution zu sein: Ägyptens Präsident Mohammed Mursi und seine politische Familie, die islamistische Muslimbruderschaft. Erst errangen sie einen Erdrutschsieg bei der ersten freien Parlamentswahl nach dem Sturz von Machthaber Hosni Mubarak, dann siegte Mursi bei der Präsidentenwahl. Auch in Tunesien wurde mit der Partei Ennahda eine Vertreterin des politischen Islam in die Regierung gewählt.

Mit diesem neuen Gesicht der arabischen Transformationsstaaten beschäftigt sich die österreichische Journalistin und Politikwissenschaftlerin Petra Ramsauer in ihrem Buch „Mit Allah an die Macht“. Ramsauer greift dabei auf ihren reichen Erfahrungsschatz zurück: Immerhin unternahm sie zwischen dem 20. Jänner 2011 und dem 20. Mai 2012 zwölf Reportagereisen nach Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien. Sie sprach mit säkularen Revolutionären und Islamisten in Ägyptens Hauptstadt Kairo, mit Oppositionellen in der syrischen Stadt Dara'a, die sich vom Westen bei ihrem Kampf gegen das Assad-Regime im Stich gelassen fühlen, und mit Jihadisten in der libyschen Stadt Derna, in der sich viele Afghanistan-Veteranen niedergelassen haben.
Petra Ramsauer verdichtet ihre Rechercheergebnisse zu einer Analyse, in der sie nicht nur die aktuelle Lage in den arabischen Revolutionsländern schildert, sondern auch das strategische Umfeld: die Interessen von Staaten wie Saudiarabien, Katar, der Türkei und dem Iran.
Sie beschreibt, wie etwa in Libyen ehemalige Jihadisten „demokratisiert“ worden sind – wie sie mit Parteien an den Wahlen teilnahmen und wie sie auch ihre Wahlniederlagen akzeptierten.

Und sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Umbrüche auf Europa: „Wie sich die Region und die einzelnen Länder samt ihren Gesellschaften langfristig politisch orientieren werden, ist eine Folge von Entscheidungen, die in den nächsten Jahren getroffen werden müssen – auch in Europa. Das wichtigste Ziel dabei muss sein, eine kluge Balance zu wahren: Wo endet die Toleranz des ,anderen‘, und wo muss die EU klare Grenzen ziehen?“ red.

Petra Ramsauer
Mit Allah an die Macht So verändern Arabiens Revolutionen unsere Welt Verlag Ueberreuter, 207 Seiten, 19,95 €

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4 Kommentare

Wo endet die Toleranz des ,anderen‘, und wo muss die EU klare Grenzen ziehen?“

Mir ist es schon lange Jahre klar das Österreich gegenüber des Islamismus und der Islamischen Asylanten grenzen ziehen muss. Bei einem fast schon 20% Bevölkerungsanteil der Islammisten ist es schon fast zu spät friedlich und sozialgerecht grenzen zu ziehen.

Islamismus ist nicht Islam

Was haben ISLAMISTEN mit Religion zu tun? Diese ideologischen Spinner mit religiösem Deckmäntelchen sind hier fehl am Platz. Alle echten Moslems sollen sich für diese zivilisationsfeindlichen Hinterwäldler (oder wohl eher "Hinterwüstler") schämen.

die Islamisten als Gewinner.....

.....aus dem "moralischkulturellenmittelalter" zu entfleuchen braucht offensichtlich seine zeit. leider!!

Re: die Islamisten als Gewinner.....


häh?

Meinung

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