Sie scheinen die großen Gewinner der Revolution zu sein: Ägyptens Präsident Mohammed Mursi und seine politische Familie, die islamistische Muslimbruderschaft. Erst errangen sie einen Erdrutschsieg bei der ersten freien Parlamentswahl nach dem Sturz von Machthaber Hosni Mubarak, dann siegte Mursi bei der Präsidentenwahl. Auch in Tunesien wurde mit der Partei Ennahda eine Vertreterin des politischen Islam in die Regierung gewählt.
Petra Ramsauer verdichtet ihre Rechercheergebnisse zu einer Analyse, in der sie nicht nur die aktuelle Lage in den arabischen Revolutionsländern schildert, sondern auch das strategische Umfeld: die Interessen von Staaten wie Saudiarabien, Katar, der Türkei und dem Iran.
Sie beschreibt, wie etwa in Libyen ehemalige Jihadisten „demokratisiert“ worden sind – wie sie mit Parteien an den Wahlen teilnahmen und wie sie auch ihre Wahlniederlagen akzeptierten.
Und sie beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Umbrüche auf Europa: „Wie sich die Region und die einzelnen Länder samt ihren Gesellschaften langfristig politisch orientieren werden, ist eine Folge von Entscheidungen, die in den nächsten Jahren getroffen werden müssen – auch in Europa. Das wichtigste Ziel dabei muss sein, eine kluge Balance zu wahren: Wo endet die Toleranz des ,anderen‘, und wo muss die EU klare Grenzen ziehen?“ red.
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