Serbischer Staatschef zeichnet Peter Handke aus

09.04.2013 | 09:53 |   (DiePresse.com)

Der österreichische Schriftsteller erhielt den Orden der Freundschaft Serbiens. Handke sagt, er habe "nie gelitten wegen meines Eintretens für Serbien."

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Der serbische Präsident hat Peter Handke ausgezeichnet: Tomislav Nikolic hat am heutigen Montag dem Schriftsteller die Goldene Verdienstmedaille in Belgrad überreicht. Serbien sei gesegnet, da Handke, der viele Anerkennungen abgelehnt habe, den Orden der Freundschaft Serbiens akzeptiere, freute sich Nikolic bei der Übergabe der Auszeichnung.

"Ich habe nie gelitten wegen meines Eintretens für Serbien. Ich bin jedesmal bereichert worden", stellte der gebürtige Kärntner Handke in seiner kurzen Ansprache fest. Das jugoslawische und serbische Problem hätten ihn innerlich reich gemacht, meinte Handke.

Aufregung um Handkes pro-serbische Haltung

Handkes pro-serbische Position in den Konflikten am Balkan und seine scharfe Ablehnung der westlichen Haltung wurde teils heftig kritisiert. 1996 sorgte sein Reisebericht "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien" für heftige Debatten, zehn Jahre später seine Rede bei der Beerdigung von Slobodan Milosevic.

Neben der Verdienstmedaille wurde dem Autor am Montag auch eine Ehrung für die 2008 erschienene Erzählung "Die morawische Nacht" zuteil. Sie wurde Handke seitens der Stiftung des vor drei Jahren verstorbenen Belgrader Schriftstellers Momo Kapor zugesprochen.

 

(APA/Red.)

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11 Kommentare

Handke P.


dass es Menschen gibt , welche sich so auszudrücken vermögen wie die drei Kommentatoren vor mir und just diese nicht den eigentlichen Sinn und Grund Herrn Handkes Denkweise nachvollziehen können, deprimiert mich zutiefst und geht mir bis ins Mark.
Ich kann mich bei Weitem nicht so super artikulieren wie diese User, aber Ihre Denkweise erinnert mich an das Personal des UNO Kriegstribunal´s, welche die Absichten einer Maschinerie und folglich die Masse der Gesellschaft damit vergiften, folge leisten.

Niemand verherrlicht Gewalt und Krieg. Jedes Opfer ist eine menschliche Tragödie. Ich hoffe aber auch, dass die gebildeten und objektiven Menschen die Möglichkeit und Gabe haben, andere Medien und von anderen Standpunkten aus die Situation und die Kriege in Jugoslawien zu betrachten und beurteilen.

Re: Handke P.

Völkermord bleibt trotzdem Völkermord

Re: Re: Handke P.

allerdings..nur das warme Wasser ist schon erfunden.


Handke hat selber serbische würzeln...

Anders ist nur ;Täter an der Ort sien Tat Zurück!

Re: Handke hat selber serbische würzeln...

sie sind zu bedauern....
machen´s doch einen deutschen Sprachkurs damit sie wenigstens Comics lesen können.

Winterreise zur Gerechtigkeit

Wenn aus der Angst des Dichters vor der Realität solch eine Auszeichnung dem zweifelnden Geist zuteil wird hat sich die poetisch verworren ausgedrückte Betroffenheit doch gelohnt und ist doch der beste Beweis für die Richtigkeit seiner Aussage: "Ich habe nie gelitten wegen meines Eintretens für Serbien. Ich bin jedes mal bereichert worden",

Wenn ein Dichter dichtet hat er etwas zu sagen und ist es auch noch so überflüssig

Habe mir für Handke das Maul zerrissen. Wurde daraufhin aufs unflätigste beschimpft. Allerdings mit seiner, in aller Öffentlichkeit ausgelebten serbischen Verliebtheit hat er mir einen gewaltigen Streich gespielt. Diese achtungsgebietende Zuneigung (ein Gemisch ausufernder Poetenlitanei) ist mir, bis heute, ein mit vielen Problemen behaftetes Rätsel. Der übertrieben-chauvinistische Nationalstolz der Serben, ein schmerzliches Relikt vergangenen Heldensterbens. Dieses Töten war ein völlig überflüssiges morden. Da braucht es kein von einem „Volksverführer“ provoziertes Abschlachten um zu begreifen, der Weg war ein schwerlich zu verzeihender Rückschritt in eine finstere Vergangenheit kränkster Hoffnungslosigkeit. Mein Fazit: Diesen Preis hätte ich nicht angenommen. Ich hab´s gelesen und bin erschrocken zusammengefahren. Meine Ängste ein unerklärlicher Gedankenwust in Erinnerung an gemeuchelte Menschen die völlig grundlos hingerichtet wurden. Handke entmachtete diese Erinnerungen.


Re: Wenn ein Dichter dichtet hat er etwas zu sagen und ist es auch noch so überflüssig

Das Rätsel, weshalb gerade Literaten einen Hang zu kapitalen politischen Irrtümern haben und ausleben, ist allerdings erklärungsbedürftig. Was fesselte Hamsun an Hitler, was fesselt Handke an (Groß)Serbien? Was ließ Literaten Deutschlands für den lieben Opa Saddam Hussein votieren? - Immerhin ist das "Rätsel" nun als Frage faßbar. Folgefrage: will der berühmte Literat an der Macht des Diktators anteilhaben? Und steigert sich dieser Wunsch, wenn der Mächtige von noch Mächtigeren abgeschossen wird? In jedem Fall: er versteht sich als Ersatzpolitiker, als "wahre Variante", als "menschlichere Version" desselben. Er versteht nun mal besser, was läuft, weil er als Meister der Worte glaubt, ein Privileg des "ziemlich besten Verstehens" auch in den Dingen der Politik zu haben. Aber die Macht des Wortes und die Macht der Politik spielt auf verschiedenen Ebenen. Dies wäre schon mal ein Antwortversuch...

Re: Re: Wenn ein Dichter dichtet hat er etwas zu sagen und ist es auch noch so überflüssig

Poetische Paradoxone
Was ich Handke im speziellen vorwerfe: So darf mir keiner die Geschichte verdrehen.
Erzähle aus der Besorgnis meiner Zerrissenheit:
Du bist von seiner Schreibkunst infiziert. Ganz schwindlig wird einem davon. Gebuckelte Subordination/Unterwerfung. Hörst uniformiertes Falkengeschrei. Die mächtigen Beeinflusser schwingen die WortÄxte. Krallenfeste Einträufelung. Mein Gott, ist mir schlecht. Handke dreht sich im Kreis. Er hüpft von einem Bein aufs andere. Aus dem Hintergrund balkanesisches Wetterleuchten. Das sich im Hirn festsetzen von Krankheitserregern im dunklen Geistkämmerchen des Genies. Bakterien überschwemmen seine Haut. Kriechen unter blutleere geschichtliche Reste literarisch entvölkerter Einöde. Seine dramatisch erstarrten Satzfesten. Dir fröstelt. Im Zustand des Entstehens: Selbst gewolltes anales Schulterzucken. Der Dichter hat´s bis heute nicht begriffen: Keiner von uns hat diesen Krieg gewollt. Auch seine Hinreise zu den (…) ist eine holprige Wegweisung zivilisierter Nächstenliebe bei schmerzloser Betroffenheit über die vollkommen sinnlosen Opfer.




Re: Re: Re: Wenn ein Dichter dichtet hat er etwas zu sagen und ist es auch noch so überflüssig

Sie zeigen prägnant, wie ein Handke-Leser von Handke-Prosa eingelullt wird. Aber was sonst soll Literatur heutzutage schaffen? Ob wir uns mit Bernhard negativ oder mit Handke positiv einlullen lassen - was liegt daran? Viel allerdings, wenn der "moderne Dichter" versucht, mit "poetisch-paradoxen" Denkweisen den Abgründen der Politik und Weltpolitik nahezutreten. Dann werden serbische Wälder, Menschen und Sitten zu exaltiert beschriebenen Heiligtümern. Politische Erkenntnis darüber und darin, - wo das Böse, wo das Gute wohnt, ist durch diese "Methode" nicht zu kriegen

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