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Forscher veröffentlicht Franz Kafkas Pornosammlung

07.08.2008 | 17:24 |   (DiePresse.com)

Ein britischer Forscher will belegen, dass Kafka eine Porno-Zeitschrift abonniert hatte. "Das sind keine neckischen Postkarten vom Strand", sagt er. Und will in einem Buch mit dem "Heiligen-Image" des Schriftstellers aufräumen.

Einen Skandalfund will der britische Forscher und Autor James Hawes gemacht haben: Bei Recherchen in der British Library und der Bodleian-Bibliothek in Oxford sei er auf die Pornosammlung von Franz Kafka gestoßen, berichte die britische „Times". Teile dieses erotischen Materials will er nun in dem Buch „Excavating Kafka", das am heutigen Donnerstag erscheint, veröffentlichen. Es seine dunkle und schockierende Bilder, die so gar nicht zum „Heiligen-Image" Kafkas passen wollen, sagte Hawes. „Das sind keine neckischen Postkarten vom Strand. Das ist ohne Zweifel Porno, ganz klar." Unter den Bildern seien auch welche mit Tieren und lesbische Szenen. „Sie sind ziemlich unangenehm."

Der Titel der Zeitschrift mit dem Titel "Der Amethyst/Opal" verrät nichts über dessen Inhalt. Kafka dürfte seine Pornosammung im Haus seiner Eltern eingesperrt haben. Den Schlüssel habe er sogar mitgenommen, wenn er verreiste. Hawes will die Pornosammlung des wohl meistinterpretierten Autors des 20. Jahrhunderts aber nun öffentlich machen, obwohl sein amerikanischer Verleger ihm zu Beginn davon abgeraten hatte. "Forscher haben so getan, als würde dies nicht existieren. Die ganze Kafka-Industrie will solche Dinge über ihr Idol nicht wissen", sagt der Forscher. "Alles was Kafka geschrieben hat, jede Postkarte, die er verschickt hat, jede Seite seines Tagebuchs wird als potentieller Fund der Bundeslade angesehen - doch niemand hat jemals den Lesern Kafkas Pornos gezeigt."

Und so will er Kafka für neue Interpretationen öffnen. Der Autor sei als einsam, vernachlässigt, vom Vater dominiert und in einem langweiligen Job feststeckend dargestellt worden, wirft Hawes Kafkas Biografen vor. Der „wahre" Kafka sei ganz anders gewesen: Ein populärer, gut bezahlter Anwalt, dessen Schreiben von einem prominenten literarischen Zirkel unterstützt wurde. Er sei „kein Heiliger" gewesen, sondern menschlich. Spuren seiner Pornoleidenschaft würde man in Werken wie „Die Verwandlung" finden. „Kafka hat eine starke visuelle Vorstellungskraft und die Bedeutung von Bildern wurde bis heute nicht vollständig erforscht."

 

(Red.)


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8 Kommentare
 
1
 
Von Gast: Jiri am 08.08.2008 um 08:49

Obs reiner Zufall ist

daß wiedermal ein Brite einen Kraut entmystifizieren will?

Antworten Von michaelcollins am 08.08.2008 um 12:50

Re: Obs reiner Zufall ist

seit wann war kafka deutscher? krauts sind die deutschen, nicht wir. kafka war altösterreicher.

mfg
mc

Antworten Antworten Von Alter Kämpfer am 17.08.2008 um 18:54

Nationalität

Franz Kafka war Prager Jude mit deutscher und tschechischer Muttersprache!
vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Kafka
Franz Kafka (* 3. Juli 1883 in Prag, damals Österreich-Ungarn; † 3. Juni 1924 in Kierling bei Klosterneuburg, Österreich; selten auch tschechisch František Kafka) war ein deutschsprachiger Schriftsteller.
Herkunft
Franz Kafkas Eltern Hermann Kafka (1852–1931) und Julie Kafka, geborene Löwy (1856–1934) entstammten jüdischen Familien. Der Vater kam aus dem Dorf Wosek im Bezirk Pisek in Südböhmen. Julie Kafka gehörte einer wohlhabenden Familie aus Podiebrad an. ...
Kafka gehörte zu den zehn Prozent der Bevölkerung Prags, deren Muttersprache Deutsch war. Außerdem beherrschte er wie beide Eltern Tschechisch.

Antworten Antworten Von Gast: zru am 08.08.2008 um 14:34

Re: Re: Obs reiner Zufall ist

Ich denke für den Durchschnittsbriten sind die "ehemaligen deutschsprachigen Kriegsgegner" Krauts.

Ob sie zwischen Deutschen und Österreichern unterscheiden, möchte ich bezweifeln.

Von Gast: puppi am 08.08.2008 um 06:47

na und

Ich hoffe dass nun nicht x wissenschaftliche Arbeiten gemacht werden, um dieses Thema "vollständig" zu erforschen. Meiner Meinung nach ist das Geldverschwendung. Warum ist eine "Pornoleidenschaft" abnormal?


Antworten Von Aaron Fishhof am 08.08.2008 um 08:38

Re: na und

Wohl ein Sommerloch in der APA?

Wieviele konservative Spitzen-Politiker und evangelikale bis katholische Moral-Apostel haben Porno-Hefte in ihrem Nacht-Kästchen?

Noah von der Arche am Berg der Freude

Antworten Antworten Von Gast: kafkaesk ? am 08.08.2008 um 19:05

Re: Re: na und

unzählige. je, wenns ihnen Freude macht?

Von Lady Manhattan am 07.08.2008 um 23:17

huh?

Der gute Mann ist bald 100 Jahr tot, wer soll sich da aufregen, dass er Pornoliteratur gelesen hat? Versteh ich nicht.
Ich mag Kafka; diese Erkenntnis verändert in mir gar nix. Na und? ist alles, was mir einfällt.

 
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