Punks, Hausbesetzer und Kneipengänger im Berlin der frühen Achtziger Jahre - und mitten drin "Herr Lehmann". Sieben Jahre nach dem ersten Lehmann-Auftritt hat Autor und Musiker Sven Regener die Roman-Trilogie um den liebenswerten Loser und Kreuzberger Lebenskünstler abgeschlossen. "Der kleine Bruder" heißt der letzte Band. Chronologisch gesehen war jedoch das Erstlingswerk „Herr Lehmann" der letzte Teil. "Der kleine Bruder" ist der mittlere und gewissermaßen das Verbindungsglied zwischen "Neue Vahr Süd"und Lehmanns Leben in Berlin-Kreuzberg.
Erzählt werden „In der kleine Bruder" Frank Lehmanns erste Tagen in Berlin. Der Romanknüpft da an, wo "Neue Vahr Süd" aufhört, Frank Lehmann wegen "Untauglichkeit" aus der Bundeswehr entlassen wird, mit seinem alten Bekannten Wolli Bremen verlässt und in Richtung Berlin aufbricht, um seinen scheinbar spurlos verschwundenen älteren Bruder Manfred zu treffen.
Wie Frank Lehmann da mit staunenden Augen durch das Kreuzberg der frühen 80er Jahre stapft, sich die Nächte um die Ohren schlägt, viele Biere trinkt, Hausbesetzer und abgedrehte Künstler trifft und dabei eigentlich nur seinen großen Bruder sucht, erzählt Regener so glaubwürdig, als wäre es seine eigene Geschichte. „Der Roman ist nicht autobiografisch", sagt der 47-jährige Regener, Sänger der Band Element of Crime.
Er selbst kam nach einer Kindheit im Bremer Neubaugebiet Neue Vahr, Bundeswehr- und Zivildienst sowie Studium in Hamburg selbst in den 80er Jahren nach Kreuzberg. „Mein Leben ist ganz offensichtlich anders verlaufen als das von Frank Lehmann. Ich bin immer Musiker gewesen und habe mein Ding verfolgt. Das ist ein ganz anderes Leben, ich habe auch nie in einer Kneipe gearbeitet. Aber natürlich hat Frank Lehmann viele Dinge von mir."
Mit Christian Ulmen in der Titelrolle wurde "Herr Lehmann" von Leander Haußmann verfilmt.
(Ag.)

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