Die Kommendas sind eine ziemlich durchschnittliche Familie. Nur die Söhne Clemens und Claudio tanzen etwas aus der Reihe. Die glücklosen Brüder betreiben ein Sonnenstudio in einer „wenig glamourösen Einkaufsstraße“ Wiens, namentlich: der Reinprechtsdorferstraße in Margareten.
Nebenbei ist Clemens, der etwas hellere (deshalb auch der Erzähler des Buches) der Brüder, Berufsdetektivassistent, das heißt, er darf die Hilfsarbeit von echten Detektiven machen. Vermeintlich untreue Ehefrauen beschatten beispielsweise. Oder mit nervigen Kollegen durch Drive-Anlagen diverser Fastfoodketten fahren. Sonst betrügt Clemens seine Freundin Martina mit der Solariumskraft Jenny in seiner Wohnung in Alt-Erlaa, während sich sein Bruder Claudio ständig in diversen neuen (und dubiosen) Geschäftsideen ergeht.
Zugegeben, das alles klingt nicht unbedingt nach einem sehr spannenden Plot, Autor Jan Kossdorff bringt das Alltagschaos der Kommenda-Brüder aber kurzweilig und äußerst lustig zu Papier. Dass Kossdorff eigentlich Drehbuchautor ist, ist dem Text deutlich anzumerken – an den vielen Dialogen und den ausführlich beschriebenen Schauplätzen. Die sich anfangs breitmachende Tristesse im heißen, nach Kokosöl und Zigaretten riechenden Sonnenstudio wird rasch durch die Detektivgeschichte, in die Clemens verwickelt wird, aufgeweicht. Zudem werden die beiden „Sunny Boys“ auch ständig von der Familie oder ihren Frauen auf Trab gehalten. Alles in allem hat Kossdorff ein nicht sehr anspruchsvolles, aber amüsantes Buch geschrieben, das als Lesefutter für die Ferien allemal durchgeht. awa
Jan Kossdorff: „Sunny Boys“,
Milena Verlag, 390 Seiten, 18,90 Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.06.2009)
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