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Erbstreit um Stieg Larsson: Millionen für Manuskript?

03.11.2009 | 11:37 |   (DiePresse.com)

Die Familie des verstorbenen "Verblendung"-Autors bietet seiner Lebensgefährtin knapp zwei Millionen Euro an. Sie besitzt den Laptop von Stieg Larsson, auf dem sich ein fast vollendetes Krimi-Manuskript befindet.

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Es kommt wieder Bewegung in den millionenschweren Erbstreit um die Rechte des schwedischen Krimi-Autors Stieg Larsson: Der Vater und der Bruder des 2004 verstorbenen Bestseller-Autors haben seiner Freundin Eva Gabrielsson 20 Millionen Kronen, umgerechnet 1,93 Millionen Euro, angeboten, berichtet die Zeitung "Svenska Dagbladet" in ihrer Montagsausgabe. "Alles, was sie tun muss, ist bei uns anrufen und 'ja bitte' sagen", zitiert das Blatt den Vater des Autors.

Larsson und Gabrielsson hatten bis zu seinem plötzlichen Tod 32 Jahre lang zusammengelebt, aber nie geheiratet. Rein rechtlich stehen ihr die Verwertungsrechte an der international erfolgreichen Millennium-Trilogie daher nicht zu. Von den Erlösen der Trilogie, von der mehr als 20 Millionen Exemplare verkauft wurden, war sie bisher fast komplett ausgeschlossen. "Svenska Dagbladet" schätzt die Einnahmen aus der Reihe bisher auf 130 Millionen Kronen, knapp 13 Millionen Euro. Nicht mitgerechnet ist die Verfilmung des ersten Krimis: "Verblendung" läuft gerade im Kino.

Welcher Band ist es?

"Wir wollten immer eine Einigung erzielen", sagte der Vater Erland Larsson der Zeitung. Spekuliert wird aber auch, dass der angebotene Kompromiss in Zusammenhang damit steht, dass Gabrielsson im Besitz eines unvollendeten Manuskript des Autors ist. Larsson hatte die Reihe ursprünglich auf zehn Bände angelegt. Ein Roman soll fast fertig sein, doch Gabrielsson hält dem Laptop, auf dem er sich befindet, unter Verschluss.

Unklar ist auch, um welchen Band der Reihe es sich dabei handelt: Dem "Stern" zufolge habe Larsson Schwierigkeiten mit dem geplanten vierten Buch gehabt. Von diesem würden nur etwas mehr als 20 Seiten existieren, dafür sei Band fünf zu mehr als 70 Prozent fertiggstellt. Die Familie will das Buch von einem anderen Autor fertig stellen lassen.

Erfolg nach Tod

Gabrielsson wirft der Familie vor, dass sie zu Lebzeiten kaum Kontakt zu Larsson gehabt hätten. Sie glaubt außerdem, dass der Autor die Einnahmen aus den Büchern politischen Zwecken zugedacht habe. Larsson war Begründer des antifaschistischen Magazins "Expo" und hatte sich als Experte für Rechtsextremismus einen Namen gemacht.

Als der Schriftsteller und Journalist 2004 durch einen Herzinfarkt starb, hinterließ er kein Testament. Die drei Kriminalromane um den Journalisten Mikael Blomkvist und die Hackerin Lisbeth Salander wurden erst nach seinem Tod veröffentlicht.

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(Ag./Red.)

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