"Literatur im Herbst" steht im Zeichen des Mauerfalls

Neunzehn Autoren aus Mittel- und Osteuropa lesen und sprechen über literarische Entwicklungen um und nach 1989. Stargäste: Alfred Gusenbauer, Josef Haslinger und Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller.

Herta Müller
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Herta Müller
(c) EPA (FRANK RUMPENHORST)

Die Vor- und Nachgeschichten des Epochenbruchs vor 20 Jahren stehen im Zentrum der heurigen Ausgabe von "Literatur im Herbst". Am kommenden Wochenende, dem 6. bis 8. November, finden sich 19 Autoren und Essayisten aus Mittel- und Osteuropa im Wiener Odeon und in der Alten Schmiede ein. Sie lesen und sprechen über das "Dilemma 89". Den Eröffnungsvortrag am Freitag hält der deutsch-rumänische Auto Richard Wagner mit der These: "Europa muss kleiner werden!" Mit dabei ist auch Nobelpreisträgerin Herta Müller, die zum Abschluss aus ihrer "Atemschaukel" liest.

Die Diskurse der Schriftsteller und Intellektuellen, die Spannungsfelder zwischen Links und Rechts, waren mit einmal mal ein Stück weit gefallen, beschreibt das Programmheft die Thematik. Der Fall des Eisernen Vorhangs habe eine geopolitische Schneise aufgehoben und gleichzeitig eine andere gezogen.

Die literarischen Entwicklungen vor, um und nach dem Mauerfall seien zwiespältig: "Postmoderne, Globalisierung, Nachhaltigkeit - ein Schlagwort löst das andere ab. In Sachen Literatur wird jede Saison der Roman der Epoche gekürt, ein Kanon jagt den anderen, dann müssen neue Autoren her."

Lesungen und Gespräche

Die Literaturveranstaltung hat sich eine "Neuvermessung der politisch-literarischen Landkarte Europas" vorgenommen. Neben Lesungen von Sigitas Parulskis (Litauen), Olga Tokarczuk (Polen), Daniela Dahn (Deutschland), Dragan Velikic (Serbien) oder Josef Haslinger im Odeon, finden in der Alten Schmiede am Samstag und Sonntag "Werkstattgespräche" als Matineen statt.

Dabei diskutiert Alfred Gusenbauer (SPÖ) mit dem amerikanischen Historiker Timothy D. Snyder über Osterweiterung in Geschichte und Gegenwart (8. November) und der Lyriker Peter Waterhouse spricht mit der Kulturwissenschafterin Eva Horn über Literatur und Spionage (7. November). Zur "Lyrik Night" am Samstag gibt es Jazz von Franz Koglmann und Peter Herbert.

Mehr Information

In der Alten Schmiede oder unter 01/5128329

(APA/Red.)

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