Die Ausmusterung der liberalen Demokratie

Leben wir in einer Zeit der Regression? Sigmund Freuds Begriff taucht immer öfter in der Analyse der illiberalen Strömungen und der Demokratiekrise der Gegenwart auf. Immerhin eine Diagnose, Rezepte sind Mangelware.

Und wieder ist er da, der alte Disput: Ist das Volk zu dumm für die Demokratie? Im Bild ein Fan der Familie Le Pen.
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Und wieder ist er da, der alte Disput: Ist das Volk zu dumm für die Demokratie? Im Bild ein Fan der Familie Le Pen.
Und wieder ist er da, der alte Disput: Ist das Volk zu dumm für die Demokratie? Im Bild ein Fan der Familie Le Pen. – (c) REUTERS (Jean-Paul Pelissier)

Der Tag, als Hillary Clinton über ihre Niederlage weinte, scheint bereits weit weg zu sein. Mit ihr trauerten Anhänger eines liberalen Demokratiemodells, sie sahen das „westliche Projekt“ in Gefahr. Ist die Demokratie gerade dabei, sich mit demokratischen Mitteln, das heißt mit Zustimmung des Wahlvolks, zu liquidieren? Die Stimmen, die auf die Risken des allgemeinen Wahlrechts hinweisen, nehmen seit Trump und Brexit zu. Eine unzufriedene (aufgeputschte?) Mehrheit kann mit ihren Wahlstimmen ein System umstürzen. Ist das Alarmismus der hegemoniegewöhnten Globalisierungsgewinner? Jedenfalls ist das Grundvertrauen in die Beständigkeit der liberalen Demokratie in einem seit 1945 ungekannten Ausmaß erschüttert. Für die Analyse dieses Gegenwartsphänomens greifen Intellektuelle immer häufiger zum Begriff der Regression.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.04.2017)

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