John le Carré über die Notwendigkeit, Deutsch zu lernen

John le Carré gilt vielen als zynischer Autor. Doch wer im britischen „Guardian“ vom Sonntag sein leidenschaftliches Plädoyer auf die deutsche Sprache liest, merkt davon wenig. Man könne mit dem Deutschen spielen, riesige Wörter erschaffen, die Sprache reizen, mit ihr präzise formulieren. Und „bei all ihrer Angeberei liebt die deutsche Sprache doch die schlichte Kraft der einsilbigen Wörter.“ Er sei, so Le Carré, dem Deutschen „auf den ersten Klang“ der schallplattenknackenden Gedichte von Heine verfallen: Diese Sprache „kann Gipfel der Einfachheit und Schönheit erreichen“. Dass er Deutsch unterrichten würde, war für ihn zwingend. Le Carré lässt es nicht bei der Romantik bewenden: Das Erlernen einer Sprache sei auch ein Akt der Freundschaft, das Lehren eine Bindung; das ist es, was die Gesellschaft der Politik entgegensetzen müsse. Die aufgeklärte Jugend würde – mit oder ohne Brexit – Europa als ihre natürliche Heimat begreifen. (rovi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.07.2017)

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