Friederike Mayröcker: „Ich renne – soweit ich noch rennen kann!“

Die Poetin im Interview über die Uraufführung ihres Stückes „Oper!“, über Empfindungen, Ernst Jandl und das Alter. „Mein nächstes Buch erscheint im Februar, es wird wohl mein letztes sein", sagt sie.

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„100 werden? Wozu? Wir sind vielleicht sowieso nur ein interessanter Traum“, sagt Friederike Mayröcker (92), hier im Wiener Café Eiles. Ihr Stück „Oper!“ ist ab 17. August im Kurhaus am Semmering zu sehen. – Sebastian Reich / picturedesk.com

Die Presse: Gehen Sie gern ins Theater?

Friederike Mayröcker: Früher bin ich viel gegangen. Aber jetzt, mit dem Rollator, ich schäme mich. Es ist vieles nicht ganz leicht im Alter. Ich kann auch nicht mehr reisen.

Ich denke, es ist für Sie besonders schwer, weil Sie so lange gesund waren.

Ja. Seit dem Neunziger geht es bergab. Ich werde vielleicht auch nicht zu der Uraufführung meines Stückes „Oper!“ am Semmering kommen können. Ich habe Angst vor Interviews, wenn Publikum dabei ist. Da kann ich kein Wort herausbringen.

Dichter sind scheu.

Ja, doch. Eigentlich ist es ein Widerspruch, weil wir geben so viel von uns her. Früher habe ich nicht gern Lesungen gemacht, später sehr gern. Man legt das nie ganz ab, man fragt sich, ist das nicht obszön, wenn man diese intimen Bekenntnisse preisgibt?

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.08.2017)

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