Dichter & Denker

Thomas Bernhard: Geliebter Nestbeschmutzer

Ein zynischer Meister der Übertreibung. Ein Staatsdichter, der verehrt und gehasst wird. Ein Melancholiker, bei dem die Kunst auch von seiner Krankheit bestimmt wird. Für manche ist er ein Gigant, für andere ist sein Werk voller Gehässigkeit. Thomas Bernhard polarisiert bis heute.

Thomas Bernhard, ein Mensch voller Scheu – aber auch Arroganz. Mit der Aura eines Geheimnisvollen.
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Thomas Bernhard, ein Mensch voller Scheu – aber auch Arroganz. Mit der Aura eines Geheimnisvollen.
Thomas Bernhard, ein Mensch voller Scheu – aber auch Arroganz. Mit der Aura eines Geheimnisvollen. – (c) APA (FRANZISKA SCHMIED)

21.Oktober 1976: In Stockholm wird Saul Bellow der Literaturnobelpreis zuerkannt, während an jenem Schicksalstag ein anderer großer Dichter um sein Leben bangt: Thomas Bernhard. Auf dem Flug von Wien nach London kurz nach dem Start – die Reiseflughöhe von 10.000 Metern ist schon erreicht – explodiert das rechte Triebwerk. Panik. Verzweiflung. Gedanken an das Ende. Doch der Pilot der Billig-Airline Monarch schafft es gerade noch, nach Schwechat zurückzufliegen. Bernhards Gefühle hat Hilde Spiel in einem Interview dokumentiert: Er habe nur über sein letztes Buch nachgedacht, ob man damit „aus dem Leben gehen kann“. Später meint er: „Alles ist lächerlich, wenn man an den Tod denkt.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2017)

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