Marx, der Zar und Glück für alle

Eine Woche voller Autoren: Empfehlungen zur Buch Wien.

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Dass der international so beliebte Bestseller-Autor Robert Harris zum zehnten Geburtstag auf die Buch Wien kommt, ist ein Glanzstück der Programmmacher. Doch die diesjährige Gästeliste, von Sten Nadolny bis Stewart O'Nan, von Ljudmila Ulitzkaja bis Meir Shalev, ist auch sonst reich an prominenten Autoren. Sie treten von Mittwoch bis Sonntag bei rund 300 Veranstaltungen in der Messe und in der ganzen Stadt auf.

Gauß hält Eröffnungsrede. Bereits Tradition ist der Startschuss mit der „Langen Nacht der Bücher“. Karl-Markus Gauß hält um 18 Uhr auf der ORF-Bühne die Eröffnungsrede, und die ersten Autoren stellen an eben diesem Ort ihre neuen Bücher vor. Michael Köhlmeier etwa ist darunter, er erzählt in „Der Mann, der Verlorenes wiederfindet“ vom Mann, der zum heiligen Antonius wurde. Bei Köhlmeier blickt er auf sein Leben zurück, denkt nach über den Ursprung des Bösen und ob er selbst genug dagegen getan hat (20.15 Uhr). Auch der Held des deutschen Autors Ingo Schulze will nur das Beste, Geld abschaffen, Glück für alle; stattdessen wird er gegen seinen Willen Millionär – wie, erfährt man in Schulzes neuem Roman „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“, das Schulze ebenfalls am Mittwoch (21.45 Uhr) vorstellt. Außerdem präsentiert die „Tatort“-Kommissarin Adele Neuhauser ihre Autobiografie („Ich war mein größter Feind“, 21 Uhr). Die Gespräche mit diesen und weiteren Autoren führt Autor und Kabarettist Florian Scheuba.

Ebenfalls am Mittwoch findet auf dem Messegelände der Poetry Slam statt, bei dem das Publikum über die Gewinner entscheidet (ab 20.30 Uhr).

Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Finanzanalyst Michael Hudson, eine zentrale Figur der Occupy-Bewegung, diskutiert am Donnerstag über die Geschichte des Finanzimperialismus seit 1917, das Thema seines Buchs „Finanzimperialismus“ (19 Uhr, Bruno-Kreisky-Forum). Zum 200. Geburtstag von Karl Marx stellt außerdem der in London und Cambridge lehrende Historiker Gareth Stedman Jones seine große Karl-Marx-Biografie vor (Freitag, 15 Uhr, ORF-Bühne). Und der deutsche Historiker Gerd Koenen – siehe auch das Interview auf Seite 48 – ist mit seiner Geschichte des Kommunismus, „Die Farbe Rot“, zu Gast (Donnerstag, 18.30 Uhr, Wien Museum; Freitag, 10.30, ORF-Bühne). Um Russlands Geschichte geht es im neuen Roman einer der wichtigsten zeitgenössischen russischen Schriftstellerinnen, Ljudmila Ulitzkaja („Jakobsleiter“, Donnerstag, 19 Uhr, Literaturhaus; Freitag, 11.30 Uhr, Messe-Literaturcafé), sowie beim ungarischen Autor György Dalos: Er schildert im Buch „Der letzte Zar“ den Untergang des Hauses Romanov.

„100 Jahre Republik“. Auch „100 Jahre Republik“ bilden einen Themenschwerpunkt, mit Büchern von Manfried Rauchensteiner oder Hannes Androsch. Das alltägliche Erleben der Politik im nationalsozialistischen Österreich macht der Wiener Historiker in seinem Buch „Die dunklen Jahre: Politik und Alltag im nationalsozialistischen Österreich 1938 bis 1945“ nachvollziehbar – eine Geschichte auf der Grundlage von Tagebüchern, Autobiografien und Briefen (Donnerstag, 19 Uhr, Theater an der Gumpendorfer Straße).

Altbekannt die Donau-Lounge, die Literatur und Kultur aus den Donauländern präsentiert – und neu: das Comic-Festival der Frankofonie, „Comic francophone“.

Buch Wien

8.–12.11., Internationale Buchmesse und Lesefest.

8.11., 19.30–24 Uhr, Lange Nacht der Bücher.

Öffnungszeiten danach: Do und Fr 9–18 Uhr, Sa und So 10–18 Uhr.

Orte: Messe Wien, Halle D, U2-Station Krieau. Weitere Veranstaltungsorte: siehe buchwien.at.

Eintritt. Die meisten Veranstaltungen abends sind gratis, für manche braucht man eine Platzkartenreservierung. Lange Nacht der Bücher 7 Euro, Tageskarte für die Messe 10 Euro. Für Details siehe buchwien.at.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.11.2017)

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