Während Stieg Larssons "Millenniums-Trilogie" immer mehr Leser fesselt und in Millionenauflagen gedruckt wird, wird der Erbstreit um den verstorbenen Autor immer bitterer: Larssons Lebensgefährtin Eva Gabrielsson wehrt mit scharfen Attacken gegen das erste Buch über das Leben Larssons "Mein Freund Stieg Larsson von Larssons Ex-Kollege Kurdo Baksi.
Baksi behauptet in der Biografie, der Autor habe als Journalist für die Nachrichtenagentur TT gefälschte Interviews in den Dienst geschummelt. Larsson habe zudem "parteiische Texte" geschrieben und sich als "überempfindlicher Gernegroß" aufgespielt. Diese Behauptungen seien "reine Verleumdung", meint Gabrielsson. Sie kündigte ein eigenes Buch über ihren mit 50 Jahren nach einem Herzinfarkt gestorbenen Gefährten an.
Keine Hochzeit, kein Erbe
Mehr als drei Jahrzehnte lebte Gabrielsson mit Larsson ohne Trauschein zusammen. Seit dessen posthumen Erfolg kämpft sie mit Larssons Vater und Bruder um das Erbe des Autors: Weil sie nicht verheiratet war, steht ihr aus den Einnahmen praktisch nichts zu. Sie lehnte Ende letzten Jahres ein Abfindungsangebot über 20 Millionen Kronen (zwei Millionen Euro) ab. Das Gesamterbe aus bisherigen Bucheinnahmen und Filmrechten wird auf das Sechs- bis Siebenfache geschätzt.
Spekuliert wird, dass der angebotene Kompromiss in Zusammenhang damit steht, dass Gabrielsson im Besitz eines unvollendeten Manuskript des Autors ist. Larsson hatte die Reihe ursprünglich auf zehn Bände angelegt. Ein Roman soll fast fertig sein, doch Gabrielsson hält dem Laptop, auf dem er sich befindet, unter Verschluss.
Ist Band fünf fast fertig?
Unklar ist auch, um welchen Band der Reihe es sich dabei handelt: Medienberichten zufolge habe Larsson Schwierigkeiten mit dem vierten Buch der auf sieben Teile geplanten Serie gehabt. Von diesem würden nur etwas mehr als 20 Seiten existieren, dafür sei Band fünf zu mehr als 70 Prozent fertiggstellt. Larssons Vater und Bruder wollen das Buch von einem anderen Autor fertig stellen lassen.
Auch planen sie, gerichtlich gegen den TV-Sender SVT vorgehen, weil dieser eine Reportage über den Erbschaftsstreit aus der Sicht der praktisch leer ausgegangenen Gabrielsson ausgestrahlt hat.
(Ag./her)
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