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Paris Review: Reden über das Schreiben

02.07.2011 | 17:35 |   (Die Presse)

Herausragende Interviews mit großen Autoren aus der "Paris Review", die zwischen 1956 und 2007 entstanden, liegen nun in einem hübschen Band vor. Gespräche mit Dorothy Parker, Truman Capote und Ernest Hemingway.

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Françoise Sagan war 1956 erst 21 Jahre alt und sollte ihren größten Romanerfolg „Bonjour Tristesse“ bereits geschrieben haben. Soeben war ihr zweiter Roman „Ein gewisses Lächeln“ erschienen, sie hatte also Zeit, die Reporter von der „Paris Review“ in ihrer Elternwohnung zu empfangen. Das Gespräch über das Schreiben blieb aber kühl, Sagans Antworten zurückhaltend, beinahe altklug. Sie verehre Proust und Stendhal, zu schreiben habe sie begonnen, weil sie „ein großes Verlangen danach hatte und freie Zeit“.
Ein halbes Jahrhundert später war die „Review“ (zum wiederholten Mal) bei der US-amerikanischen Autorin Joan Didion zu Gast, die in ihrem preisgekrönten „Jahr des magischen Denkens“ die Trauer um den Tod ihres Mannes abarbeitete. Den Redakteur empfing sie in ihrem Appartement in Manhattan – und sie gab freudig Auskunft, wie sie schreibt, welche Autoren sie verehrt (Hemingway etwa wegen der „trügerischen Einfachheit“ seiner Sätze).
Drei Amerikaner waren es, die im Paris der 1950er-Jahre die Literaturzeitschrift „Paris Review“ gründeten.  Darin sollten Texte „guter Schriftsteller und Dichter“ abgedruckt werden und pro Ausgabe ein Gespräch mit einem von ihnen. Thema: nur das Schreiben. Einige dieser Interviews aus den Jahren 1956 bis 2007 sind nun in einem Band versammelt. Lange Gespräche u. a. mit Dorothy Parker, Truman Capote und Ernest Hemingway. Die Zahl 1 auf dem Buchcover suggeriert, dass weitere Bände folgen könnten. Überaus begrüßenswert wäre das. awa

Die Paris Review Interviews – 1, Edition Weltkiosk, 352 Seiten, 20,50 €.

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