Roche gegen Schwarzer: "Zeit für neue Feministinnen"

25.08.2011 | 11:25 |   (DiePresse.com)

Die umstrittene Bestsellerautorin antwortet auf die Kritik von Alice Schwarzer und geht dabei mit der Emma-Chefredakteurin ins Gericht.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die mediale Auseinandersetzung zwischen der Bestsellerautorin Charlotte Roche (33) und der Emma-Chefredakteurin Alice Schwarzer (68) geht in die nächste Runde. "Ich finde, es ist Zeit für neue, jüngere Feministinnen, aber die werden immer weggebissen von unserer Spitze", sagte Roche der Nachrichtenagentur dpa. Dass Schwarzer Roches neues Buch "Schoßgebete" eine "verruchte Heimatschnulze" nannte, sei ihr unverständlich, sagte die ehemalige Viva-Moderatorin.

Mehr zum Thema:

In ihrem größtenteils autobiografischen Roman, der auf ihren Erstlingsroman "Feuchtgebiete" folgte, geht es um den Tod, um Therapie und Sex als Akt der Befreiung. Roche zufolge wird nach wie vor zu wenig über Beziehungen geredet. Und: "Ich beschäftige mich sehr gerne mit Sexualität. Es ist noch nicht alles darüber gesagt." Roche sieht in Sachen Feminismus grundsätzlich noch viel Handlungsbedarf. "Ganz viele Sachen, für die unsere Mütter gekämpft haben, sind wieder verloren."

Charlotte Roche: "Schwarzer dankt nicht ab"

Dass Alice Schwarzer in ihrem Buch vorkommt, liegt daran, "dass sie nicht abdankt und jahrzehntelang die feministische Diskussion in Deutschland bestimmt hat". Eine Freundschaft hat die beiden nie verbunden. "Das muss man weit von sich weisen, dass sie sagt, wir wären mal befreundet gewesen", sagte Roche. "Das finde ich unmöglich, mit solchen Begriffen um sich zu werfen, um sich so jovial heranzuwanzen. Wir haben uns zweimal professionell getroffen. Das ist über zehn Jahre her."

Nach Angaben des Piper Verlags, bei dem Roches Bestseller erschienen ist, wurde die Rekord-Startauflage von 500.000 Exemplaren bereits verkauft, weitere 100.000 Exemplare von "Schoßgebete" werden nachgedruckt.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

21 Kommentare
Gast: Es ist inzwischen nicht mehr (endlich) öffentlich über Cunnilingus u. Fellatio zu diskutieren
27.08.2011 06:23
0

ausgenommen in Österreich

Medial gesehen könnten die Alice und die Roche schon eine prächtig feministische Widerstandsseele sein. Liegt doch bei beiden auf der Hand: Jede ist ein bisserl Mediengeil. Ist akzeptiert. Nur wenn sich die beiden in aller Öffentlichkeit verbal behacken, wird es ungemütlich. Die inzwischen in die runzelig-faltigen Jährchen gekommene Alice reitet ihr gräuliches Steckenpferd durch die feuchtschwangeren Unebenheiten asexueller Verschwisterung; die Legionen verirrt-verwirrter Frauen, werden ihr weiter auf den Knien entgegen rutschen. Denn Sie war es die, die Frauen aus der Knechtschaft maskuliner Willkür befreite. Der ruhmvolle Glorienschein ist ihr (…) sicher. Nach Esther Vilar war sie ja die einzige die sich für mehr Rechte und damit auch eine ganz neue Lebensqualität bei den Frauen einsetzte. Ich mag die „alte Hexe“!!! Die blitzgscheite Disputantin ist mir richtig ans Herz gewachsen. So war es einmal… Da taucht wie aus dem Nichts die „immer scharfe“ Charlotte auf. Kein vaginal-zwischenmenschliches Geheimnis ist mehr vor ihr und ihrem schriftstellerisch durchdringendem Blick sicher. So auf: Hinter jedem heißen Höschen lauert (…) ein feuchtes Möschen. Charlottchen überspannt damit wohl den Bogen. Die aufregend-erregende Roche ist der Schwarzer natürlich ein Dorn im Auge. Und der Stachel sitzt tief. Nur mit Sicherheit an der falschen Stelle.

gewagt und provokant

Wie kann heute eine Frau es wagen, Sex und Beziehung literarisch zu verbinden! Kann sowas überhaupt feministisch sein? Die Befreiung der Frau geschieht am Arbeitsplatz und am Bankkonto, nicht im Bett oder am Küchenboden. Da haben so viele Feministinnen über Jahrzehnte darum gekämpft, ihre Töchter zu harten Kerlen zu erziehen, die mit männlicher Gefühllosigkeit ausschließlich sachlich und kalkulierend argumentieren, und dann so ein Rückschlag in Zärtlichkeit und womöglich noch mehrere Nächte anhaltende Zweisamkeit. Hat Roche überhaupt verstanden, dass das Schlagwort heute Flexibilität ist? Beziehungen gibt es nicht mehr, es gibt links und connections, das gilt auch für Frauen. Für solche Frauen hat man die Wehrpflicht erfunden, damit sie vernünftige Feministinnen werden.

Gast: daswars
25.08.2011 18:11
3

Zeiten aendern sich??

Also zu meiner Zeit hat man sowas wie die Roche einfach als Schmierfinken erkannt und ist zur Tagesordnung uebergegangen.

Sie in einem Atemzug mit Alice Schwarzer zu nennen, ist schon eine Zumutung fuer diese.

Frau Schwarzer kann in jeder Diskussion punkten, da sie Intelligenz besitzt und es nicht im Mindesten noetig hat, ordinaer und exhibitionistisch zu sein, um ihre Ueberzeugungen zu vertreten.

Re: Zeiten aendern sich??

ha ha,Schwarzer und Intelligenz ... ha ha...

0

Genau!

"Frau Vavrik sucht das Glück"

http://derstandard.at/1313025006355

So etwas wollen wir auch von Frau Schwarzer lesen!

Gast: schlÄchter
25.08.2011 17:12
2

sg frau schwarzer!

schoßgebete von emma in feuchtgebieten oder wie frau sich auf anal-sex vorbereitet...

probleme die die welt bewegen?
ich konnte mit aggresiven feminismus nie etwas anfangen, mochte sie nie aber ehre wem erhe gebührt: sie haben eines völlig richtig im gegensatz zu allen anderen lauststarken "frauenführerinnen" erkannt und vertretn es mit der nötigen konsequernz: verhinderung von frauenunterdrückung unter dem deckmantel der religionsfreiheit. sie sind wirklich eine frau die hier eindeutig und richtig gegen vermummung, kopftuch, zwangsehe, koranisches frauenbild auftritt-eine stimme der vernunft inmitten von schönrednern und völligen verdrehern der toleranz/freiheitsgedanken (kopttuch und burjk als ausdruck persönlciher freiheit oder reines modebewusstseins).

in diesem sinne-bitte weg von frau roches feuchtphantasien hin zu den wichtigen themen.

mfg
s


Gast: Nadesha
25.08.2011 16:43
2

so einen miesen durchschaubaren

trick von einem schmierfinken wie der roche sollte man insoferne paroli bieten - indem man ihre unsäglichen machwerke einfach ignoriert - das wäre wohl die schlimmste strafe für diese "autorin" die man sich vorstellen kann. schade das die schwarzer auf die provokation reingefallen ist.

Re: so einen miesen durchschaubaren

immerhin kann sie gute Gene riechen und kann
erklären - so etwas lernt man nämlich nicht - wie man sich umweltfreundlich den Hintern reinigt! Das sexualdurchsetzte Ausschlachten eines Unglücks bei gleichzeitiger Verachtung der ebenfalls blutgeilen Journaille ist vor allem eines: urfad!
Das Problem ist, dass man mit so einem Schmarrn heute Geld scheffeln kann. Und daran ist nicht die Autorin schuld!

Gast: TrockeneSümpfe
25.08.2011 15:47
1

Das Sexgeschäft läuft immer wie geschmiert


Gast: Altemanze & frühere Grün-Politikerin Anfang der Achtziger
25.08.2011 15:46
0

& Begründerin der Basisgehaltdisku in Ö, & Mit-Initiatorin des FKZ`s beim WUK/Wien, & Mitbegründerin der Frauenstatuen der ALÖ...& ...ach was!

Mir gehen die alle inzwischen am Keks, ehrlich
;-(

Verwenden selbst gekonnt & gut unterstützt (!) herkömmliche Strukturen, und; buttern dito gekonnt bei Bedarf (Konkurrenz?) andere Feministinnen unter...bzw; VERSCHWEIGEN diese & deren Leistungen!

Und HIER gehören alle, quer-durch- mal gerüffelt. DAS HAT STRUKTUR! Ob von Seiten der sog. `Linken & Sozis`, oder den `Bürgerlichen`, oder den `international gut vernetzten`usw...;-(

Dass dabei während der letzten drei Jahrzehnte die echte Aufbruchstimmung, Innovationen und innere KRAFT der früheren Frauenbewegung fast verloren ging inzwischen;
Wundert`s?

Mich nicht. Kenne so einige gute Aktivistinnen & Feministen, die selbst ziemlich `übrig`blieben in der veröffentlichten Lebensleistung...und sich inzw. oft fragen; `DAFÜR hast auch du selber geschuftet, Karrierechancen geopfert etc., nur damit *SOLCHE* jetzt in der Öffentlichkeit oder irgendwo `oben`sind und die Sache weiter verbraten (können) ?!

Pfhhh...;-(

Gast: Kunigunde
25.08.2011 14:27
5

Gratulation

Die PR-Maschinerei hat geklappt, fast alle Zeitungen habe das Buch von Charlotte Roche rezensiert, Frau Schwarzer ist darauf reingefallen - anstatt Charlotte Roche zu ignorieren - und jetzt wurden schon 500.000 Bücher verkauft. Strategie aufgegangen, Bankkonto wächst, Gratulation.
"Ich beschäftige mich gerne mit Sexualität, es ist noch nicht alles darüber gesagt worden" -
welch epochale Aussage, toll.

Re: Gratulation

Vielleicht ist ja tatsächlich noch nicht alles gesagt, aber gezeigt ist sicherlich schon alles geworden - siehe die 2te Branche die von der Eitelkeit der Frau lebt = Pornobranche.

Antworten Gast: Peter Berglein
25.08.2011 15:45
1

Es ist auch Gratiswerbung

für Frau Schwarzer ...

Gast: al
25.08.2011 14:20
0

ice

es ist alles erreicht, was scharzer gefordert hat (außer gleichtsellung beim geld - was noch immer ein skandal ist). sie sieht nacha ihre felle davonschwimnmen...

Antworten Gast: Lilli
25.08.2011 15:35
0

Re: ice

Seit wann gibt es weibliche und männliche Kollektivverträge?

Antworten Gast: Lilli
25.08.2011 15:35
0

Re: ice

Seit wann gibt es weibliche und männliche Kollektivverträge?

Gast: caligula
25.08.2011 13:18
4

??

wenn die sich jetzt als frontfrau eines neuen feminismus sehen will dann ist das einfach nur lächerlich.
seit sex and the city glauben offenbar manche, dass derbe und exhibitionistisch über eigene amouröse phantasien reden, was mit befreiung der frau zu tun hat.. vielleicht kanns mir wer erkären..

Re: ??

den mann hat es doch in seiner unterdrückung der frau auch nicht gehindert, dass er derbe und exhibitionistisch über sex spricht...
warum wollen sie selbiges nicht auch den frauen zugestehen?

ps., auch wenn es sie schockieren sollte: frauen haben immer schon über sex, auch über die unzulänglichkeiten ihrer partner gesprochen. es war halt mit leiser stimme und nur in kleiner runde 'erlaubt'.
seien wir froh, dass dieses verbot im fallen begriffen ist!

Antworten Antworten Gast: o_O
26.08.2011 11:00
0

Re: Re: ??

Eine derbe Ausdrucksweise sagt aber rein gar nichts aus, außer, dass die betreffende Person - wurscht ob Mann oder Frau - sich halt derbe ausdrückt, warum auch immer.

Ich hab die "Bedeutung" von Sex and the City auch nie verstanden - dass da über Sex geredet wurde, ja mein Gott, das mag für die prüden Amis eine Sensation gewesen sein. Wenn man das abzieht, bleiben vier unsäglich nervige Frauen übrig, die vor allem eines wollen: den Mann fürs Leben finden. Und Schuhe kaufen.

Btw: Seit wann gibt es ein "Verbot" für Frauen, über Sex zu sprechen?

Re: Re: ??

der Mann hat die Frau unterdrückt - genau und die Welt ist eine Scheibe - oder?
Bevormundung ist keine Unterdrückung. und Gott sei dank übernehmen die "Frauen" heute selbst die Bevormundung von "Frauen".

Gast: Marlies Freidener
25.08.2011 12:31
6

Verwechslung?

Es muss sich um eine Verwechslung handeln. Das sind keine Feministinnen, sondern Promis.

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden