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Kafka mit Fehlern: Bücher werden in Schulen verwendet

17.11.2011 | 18:30 |   (Die Presse)

Auf den von der „Presse“ aufgedeckten Scherz der Aktionsgruppe „The BirdBase“ fielen auch Bildungsinstitutionen herein. Die Adressaten der Kritik halten sich unterdessen bedeckt.

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Auf das schlechte Bildungssystem wollte „The BirdBase“ aufmerksam machen, das ist gelungen: Die vor Fehlern strotzenden Ausgaben von Kafkas „Das Schloss“, die an neun Schulen in Österreich und Deutschland verschickt wurden, sind großteils in Verwendung. „Die Bücher sind bei uns in der Bibliothek gelandet“, heißt es etwa im Schulzentrum Ungargasse in Wien 3. Drei Bücher wurden katalogisiert, der Rest liegt zur Entnahme für die Schüler bereit.

Auch im BRG Linz in der Fadingerstraße haben die fehlerhaften Kafka-Bücher in die hausinterne Bücherlade gefunden. Das BG Zaunergasse in Salzburg hat die Bücher gar an die Maturaklassen ausgeteilt: „Das hat gut gepasst, weil ,Das Schloss‘ gerade im Unterricht durchgenommen wird“, heißt es im Sekretariat. Nur im Gymnasium Wien 9 in der Wasagasse wusste Direktor Johannes Bauer vor der „Presse“-Anfrage schon Bescheid: Eine Elternvertreterin hat ihn informiert. „Wir werden die Bücher sofort in den Papierkorb werfen“, sagt Bauer. Dass schon der Titel fehlerhaft ist – auf dem Cover steht: „Das SCHLOß“ – ist aber auch hier niemandem aufgefallen. „Ohne Hinweis wäre das Buch wohl auch bei uns ein paar Wochen gelegen“, sagt Bauer.

Ministerium: Kein Kommentar

Die Adressaten der Kritik halten sich unterdessen bedeckt. „Wir kommentieren solche Kunstaktionen nicht“, sagt Josef Galley, Sprecher des Unterrichtsministeriums, das zugleich Kulturministerium ist. Und: „Das Bildungssystem kann ja doch nicht so schlecht sein, wenn der Scherz aufgeflogen ist.“ Als Aufforderung zu schnelleren Reformen will er die Geschichte nicht verstehen: „Uns wird ja eher vorgeworfen, dass wir zu viele Reformen durchführen wollen.“

Der deutsche Hanser-Verlag, dessen ISBN-Nummer die Aktivisten geklaut haben, plant indessen keine rechtlichen Schritte: „Für uns hat sich die Sache erledigt.“ Dafür hat das BG Linz in der Fadingerstraße einen Wunsch an Verteiler von Gratisbüchern: „Ganz ideal wäre es, wenn wir uns die Bücher aussuchen könnten. Kafkas ,Schloss‘ ist doch eher schwieriger zu lesen.“ win

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.11.2011)

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39 Kommentare
 
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Wieso wegwerfen,

ein Buch, das einen Teil eines originellen Kunstprojektes bildet, mit dem Potenzial, ein begehrtes Sammlerstück zu werden?
Wem schadet das Buch in der Bibliothek?

"Schloss" – "Schloß" – "SCHLOSZ" – "SCHLOSS"

Auf dem Einband der im Jahre 1926 erschienenen Originalausgabe steht "Das Schloss". Aber in der Zeit von 1901 bis 1996 hätte auch nach einem kurzen Vokal (Selbstlaut) im Auslaut nicht "ss", sondern "ß" geschrieben und gedruckt werden müssen. Großgeschrieben lautete das Wort "Schloß" niemals "SCHLOß", sondern bis 1996
"SCHLOSZ" oder "SCHLOSS". Seit der jüngsten Rechtschreibreform heißt es nur noch "Schloss"
und "SCHLOSS".

Hoffentlich habe ich mich nicht geirrt. Fragen Sie bitte Herrn Prof. Mag. Hermann Möcker; der kennt sich mit der S-Schreibung viel besser aus.

Gast: M. Wolf
18.11.2011 18:09
1 0

die Bücher sofort in den Papierkorb werfen

Hardeggasse, bitte alle aussteigen

Gast: Felix G.
18.11.2011 18:04
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www.linomax.de/

1000 Stück? Was für eine Papierverschwendung.

Gast: Gast99
17.11.2011 20:43
0 2

Die Recherchen werden nicht besser

"Die ISBN-Nummer im Buch ist nämlich von Thomas Glavinics Buch „Lisa“ abgekupfert und damit aus rechtlicher Sicht gestohlen."

Was ist denn das für ein Unsinn? Aus rechtlicher Sicht gestohlen kann eine ISBN-Nummer nicht sein, weil das nur möglich ist, wenn ich etwas wegnehmen kann. Die Verwendung der ISBN-Nummer ist vielleicht alles möglich, aber jedenfalls nicht "gestohlen" und schon gar nicht "aus rechtlicher Sicht".

Mehr Bildung, bitte.

Antworten Gast: HerrKarl
18.11.2011 10:56
0 2

Re: Die Recherchen werden nicht besser

Mehr Bildung wäre tatsächlich angebracht. Es heißt nämlich nicht "ISBN-Nummer", sondern einfach nur "ISBN", also "International Standard Book Number".

Gast: super
17.11.2011 16:42
3 1

puncto schulwesen bringt das null...

allerdings ist es wirklich unglaublich, dass sogar die faz unrecherchiert einfach das, was auf den ersten blick zu sehen ist, wiedergibt.
und genauso kommen mir die ganzen artikel über griechenland, syrien, libyen, etc. vor. alle nur oberflächlich - jeder schreibt von jedem ab.

Gast: uburoi
17.11.2011 13:39
1 0

wer wurde getäuscht?

und wodurch?
drei witzige mehr im klüngel.
ha, darwischt!

kojote
17.11.2011 12:33
0 0

abgesehen...

..davon, dass so eine aktion genau nichts bringt, hat es eines doch ganz deutlich gezeigt: wie leicht sich alle medien an der nase herum führen lassen.
genaue recherchearbeiten werden demnach von kaum jemandem durchgeführt... aber sollte dass nicht die hauptaufgabe dieser berufsgruppe sein, bevor man der öffentlichkeit einen objektiven und auf überprüften tatsachen beruhenden bericht vorlegt?

Gast: Non Pol. Cor.
17.11.2011 11:55
0 2

Super

Und Kafka genau richtig. Die Welt war zu seiner Zeit schon ziemlich deppert. Aber was jetzt passiert ist, dass sie gar nicht mehr als deppert erkannt werden darf.

Gast: hmm
17.11.2011 11:24
1 8

und sonst?

Können diese lächerlichen Pseudoprotestler eigenlich auch Deutsch oder sind die außer anglomanisch nur anglomanisch? Ganz sicher werden diese Nullblutgruppler ganz so dringend gebraucht wie ein Kropf ...

freeman
17.11.2011 11:09
3 0

Witzige Aktion.

Leider fällt den Leuten zum eigentlichen Problem (der Bildung) nichts Kreatives ein - da bleiben sie beim klassisch etatistischen "werfen wir mehr Geld drauf, dann muß das Problem doch endlich verschwinden...".

Gast: GGGGGGGGG
17.11.2011 10:53
2 3

Akademiker

Akademiker. Studierte Publizistin. HAAAAAA.
Politwissenschaften und Publizistik alles Müll.

es lebe der DI.

2 0

Re: Akademiker

Ruhig!
Wo doch jeder weiß, das Journaille in Österreich DER Wirtschaftsmotor schlechthin ist (wenn auch anders als man annehmen müsste).
Und politische Expertisen sind es, die die österreichische Außenhandelsbilanz retten!

Gast: thetraveller
17.11.2011 10:20
4 3

fb-Page

Die Gruppe hat eine Fb-Page mit mehr info zur Geschichte. Ziemlich coole Aktion!

http://www.facebook.com/thebirdbase?sk=wall

4 2

Genial!

Wo kann man dieses Buch bekommen?

Gast: wizenstain
16.11.2011 20:28
0 3

Wir brauchen keine Zustimmung, wir brauchen Diskussion

ok: diskutieren wir, ob man Niemant oder Niemand schreiben soll:

ich bin für beide varianten

Antworten schmeiser
16.11.2011 21:14
2 0

Re: Wir brauchen keine Zustimmung, wir brauchen Diskussion

ich bin für nimmmahnt

0 0

Re: Re: Wir brauchen keine Zustimmung, wir brauchen Diskussion

Wen mahnt nimm? :)

Gast: Göstle
16.11.2011 19:18
1 0

Geh bitte

Einfach mal die Internetseite auf einem der unzähligen whois Websites eingeben und schon bekommt man zwei adressen. Eine davon in Wien einer gewissen Adele Schulz die andere in Dänemark regististriert auf Jacob Jensen. So schwer is das nun auch nicht.

Antworten doubleg
17.11.2011 11:18
0 0

Re: Geh bitte

Niemand kontrolliert bei der Domainregistrierung die Identität. Aber das wußten sie sicher...

Gast: hmm
16.11.2011 12:01
2 4

man prüfe

Welcher Personengruppe ist der Autor des Buches zuzurechnen? Welcher Personengruppe der Organisator dieser absonderlichen Buchverteilung? Es ist hoch an der Zeit endlich wieder einmal Rückgrat zu zeigen und nicht jeden Mist an unsere Schüler heranzulassen! Zuerst sollten die Dinge von gewissenhaften Lehrern der Schule sorgfältigst kontrolliert ("zu kontrollieren" im deutschen Bedeutungssinne!) werden. Dann soll vom Lehrerkollegium darüber diskutiert werden. Ein allfälliges Miteinbeziehen von Eltern kann da auch nicht schaden. Ohne entsprechende Repression wird es kaum gehen ... Der Repression muss allerdings aktives Tun beigesellt werden. Konkret: Mit den Kindern muss so viel und soviel Interessantes und Sinnvolles gemacht werden, dass sie nicht jedem Manipulationsangriff völlig hilflos ausgesetzt sind. Lehrer und Eltern sollten nicht paralysiert zuschauen wie das von der Schlange hypnotisierte Karnickel!

Antworten Gast: Kulturista
17.11.2011 11:47
0 0

Welcher Personengruppe man Franz Kafka

zurechnen soll? Meinen Sie diese Frage ernst?

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Re: Welcher Personengruppe man Franz Kafka

Ja, man muss sich fragen, ob der Poster "hmm" zur Bird Base gehört oder zu einer weitaus gefährlicheren Organisation. Spaßig hat dieses Posting jedenfalls nicht geklungen, eher inspiriert von irgendsowas wie Absurd-Antisemitismus oder dergleichen.
Man prüfe...

1 0

Re: man prüfe

Darf ich einmal fragen, was Sie mit "welcher Personengruppe" meinen? Der Autor des Buches ist bekanntlich Franz Kafka.

Und was hat das alles mit "Rückgrat zeigen" zu tun?

Was mir hier im höchsten Sinne dubios und aufklärungsbedürftig erscheint, ist Ihr Posting!


Scheinfirma?!

laut whois:
(http://www.whois.net/whois/gehlenschulz.at)
Registrar der Homepage:
Adele Schulz.
angeblicher Herausgeber:
Adrian Schulz

Homepage: hochgradig unseriös, kein Impressum
angebliche teilnahme an der frankfurter buchmesse, angebliche EU-förderung,
+Zitat HP:
"Ein wohlhabender Mitbürger teilt unsere Meinung, betreffend der Wichtigkeit, jungen Menschen die Begeisterung und Liebe für Bücher zu vermitteln. Aus diesem Grund hat er Gehlen und Schulz letzte Woche eine Spende von rund 280.000,- Euro überwiesen. "
usw...

 
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