"Toggle": Google will die Weltherrschaft

14.01.2012 | 17:49 |   (Die Presse)

In seinem Romanerstling "Toggle" zeichnet Florian Felix Weyh eine Vision vom Daten-Super-GAU, garniert mit Historie und einer Verschwörungstheorie.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Man muss nicht allzu viel Fantasie aufwenden, um die kleinen Verklausulierungen in Florian Felix Weyhs erstem Roman zu entschlüsseln. Schließlich ist der Schriftzug des namensgebenden Datenunternehmens „Toggle“ (festknebeln) schon auf dem Buchcover eindeutig dem Google-Logo nachempfunden. Und Services wie „Toggle-Books“ oder das Firmenmotto „Don't be evil“ lassen keinen Zweifel übrig.

Am Anfang steht das Einscannen riesiger Mengen an Büchern, die Toggle kostenlos zum Download bereitstellen will – darunter ein verschollenes Werk des Ökonomen Ferdinando Galiani, das so revolutionär war, dass es nie erscheinen durfte. Rund um dieses Werk entspinnt sich ein Handlungsgeflecht, in dem der Toggle-Angestellte Nicolas Holzwanger die Aufgabe bekommt, die Skepsis am Toggle-Books-Programm mithilfe einer Konferenz auszuräumen.

Dazu gesellen sich eine tote Toggle-Mitarbeiterin, ein mysteriöser Geheimbund, ein russischer Oligarch – und als auch noch das soziale Netzwerk „MyFace“ (wer könnte damit wohl wieder gemeint sein?) ins Spiel kommt, ist auch die CIA mit von der Partie. Alles in allem liest sich „Toggle“ ähnlich schnell wie ein Dan Brown, wenn auch das zentrale Element, genannt „Toggle-Democracy“ (kurz: ToD), nicht ganz zu Ende gedacht wird und die Charaktere nicht wahnsinnig ausgefeilt gezeichnet sind. Und der ständig mitschwingende Grundgedanke, dass Internetunternehmen wie Google, Facebook & Co. grundsätzlich böse sind, ist ein bisschen nervig. eko

Florian Felix Weyh: „Toggle“, Galiani, 428 Seiten, 20,60 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web



Belvedere News

Sind Sie an aktuellen News aus dem Belvedere interessiert? Melden Sie sich jetzt unverbindlich für den Newsletter an.





Aktuelle Ausstellung:
Im Lichte Monets ab 24. Oktober 2014

» Nähere Infos zur Ausstellung

Meinung

Jetzt Kultur-Newsletter abonnieren

Die Meldungen des Tages aus den Bereichen Kunst und Kultur. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden