"Toggle": Google will die Weltherrschaft

In seinem Romanerstling "Toggle" zeichnet Florian Felix Weyh eine Vision vom Daten-Super-GAU, garniert mit Historie und einer Verschwörungstheorie.

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Toggle Google will Weltherrschaft
(c) Galiani

Man muss nicht allzu viel Fantasie aufwenden, um die kleinen Verklausulierungen in Florian Felix Weyhs erstem Roman zu entschlüsseln. Schließlich ist der Schriftzug des namensgebenden Datenunternehmens „Toggle“ (festknebeln) schon auf dem Buchcover eindeutig dem Google-Logo nachempfunden. Und Services wie „Toggle-Books“ oder das Firmenmotto „Don't be evil“ lassen keinen Zweifel übrig.

Am Anfang steht das Einscannen riesiger Mengen an Büchern, die Toggle kostenlos zum Download bereitstellen will – darunter ein verschollenes Werk des Ökonomen Ferdinando Galiani, das so revolutionär war, dass es nie erscheinen durfte. Rund um dieses Werk entspinnt sich ein Handlungsgeflecht, in dem der Toggle-Angestellte Nicolas Holzwanger die Aufgabe bekommt, die Skepsis am Toggle-Books-Programm mithilfe einer Konferenz auszuräumen.

Dazu gesellen sich eine tote Toggle-Mitarbeiterin, ein mysteriöser Geheimbund, ein russischer Oligarch – und als auch noch das soziale Netzwerk „MyFace“ (wer könnte damit wohl wieder gemeint sein?) ins Spiel kommt, ist auch die CIA mit von der Partie. Alles in allem liest sich „Toggle“ ähnlich schnell wie ein Dan Brown, wenn auch das zentrale Element, genannt „Toggle-Democracy“ (kurz: ToD), nicht ganz zu Ende gedacht wird und die Charaktere nicht wahnsinnig ausgefeilt gezeichnet sind. Und der ständig mitschwingende Grundgedanke, dass Internetunternehmen wie Google, Facebook & Co. grundsätzlich böse sind, ist ein bisschen nervig. eko

Florian Felix Weyh: „Toggle“, Galiani, 428 Seiten, 20,60 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2012)

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