Ben Aaronovitch: Geisterbahn durch London

21.01.2012 | 18:13 |   (Die Presse)

Peter Grant will eine Art Harry Potter für Große sein. Er ist der Hauptdarsteller in einem Krimi Marke "Urban Fantasy". Schrill, ganz witzig und ziemlich jenseitig.

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Wenn man über „Die Flüsse von London“ sagt, dass es sich um ein ziemlich jenseitiges Buch handelt, hat man in mehrerer Hinsicht recht. Denn erstens geht es darin sehr viel um Geister und zweitens hatte Autor Ben Aaronovitch offenbar so richtig Spaß daran, seiner Fantasie völlig freien Lauf zu lassen. Mit dem Ergebnis, dass die Handlung zum Teil, na ja, jenseitig ist.

Peter Grant, Polizist in Ausbildung, stellt im Zuge einer Mordermittlung fest, dass er hellseherisch veranlagt ist. Deshalb wird Grant dem geheimnisvollen Thomas Nightingale und seiner Sondereinheit für Magie in der Metropolitan Police zugeteilt, deren Personal damit sprunghaft um 100 Prozent ansteigt. Die erste Mission: die Jagd nach einem Geist, der Menschen zuerst unter seine Kontrolle und dann unter die Erde bringt.

„Die Flüsse von London“ sollte man nicht allzu ernst nehmen. Bitte nicht fragen, ob das wirklich alles so sein kann. Mit einer derart ausgeklinkten Einstellung kann man sich durchaus auf diese irre Geisterbahnfahrt durch die britische Hauptstadt einlassen. Das Buch ist spannend, witzig und hat einen sympathischen, mitunter etwas begriffsstutzigen Helden. Aaronovitch nimmt das tägliche Leben in London gekonnt auf die Schaufel, seine tieferen gesellschaftspolitischen Betrachtungen haben hingegen die Subtilität eines Holzhammers. Aber allen, die London einigermaßen kennen, wird es dennoch Spaß machen, mit ihm in den Straßen rund um Covent Garden auf Geisterjagd zu gehen. do

Ben Aaronovitch: „Die Flüsse von London“. Übersetzt von Karlheinz Dürr. dtv, 480 Seiten, 10,30 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2012)

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