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Nach Kritik: Grass würde Israel-Gedicht anders fassen

07.04.2012 | 13:55 |   (DiePresse.com)

In einem Interview mit der "SZ" relativiert Günter Grass seine Kritik an Israel. Der Literaturnobelpreisträger fühlt sich aber weiter als Opfer der Medien.

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Nach massiver Kritik hat Literaturnobelpreisträger Günter Grass Formulierungen in seinem Israel-Gedicht relativiert. "Ja, ich würde den pauschalen Begriff 'Israel' vermeiden", antwortete Grass in einem Interview auf die Frage, ob er den Text inzwischen anders schreiben würde. Zudem würde er nun deutlicher machen, dass er sich in erster Linie gegen die derzeitige israelische Regierung von Benjamin Netanjahu wende, sagte der 84-jährige Literaturnobelpreisträger der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ").

"Die kritisiere ich: Eine Politik, die gegen jede UN-Resolution den Siedlungsbau fortsetzt. Ich kritisiere eine Politik, die Israel mehr und mehr Feinde schafft und das Land mehr und mehr isoliert." Netanjahu sei nach seiner Einschätzung der Mann, der Israel zurzeit am meisten schade, "und das hätte ich in das Gedicht noch hineinbringen sollen", sagte der 84-Jährige.

"Hordenjournalismus gegen mich"

Grass sieht sich in der Debatte über sein umstrittenes Israel-Gedicht aber auch als Opfer der Medien. "Ich vermisse die Bandbreite der Meinungen, die kontroverse Diskussion, wie sie zur Demokratie gehört. Es gibt einen Hordenjournalismus gegen mich, bis in die Formulierungen hinein."

Zuvor hatte er in einem Fernsehinterview die einhellige Kritik der Medien an seinem Gedicht als "Gleichschaltung der Meinungen" bezeichnet, was wiederum heftige Kritik hervorrief. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nannte Grass' Vorwürfe "absurd".

Grass erwiderte in der "SZ": "Ich habe auch nicht gemeint, dass da jemand im Wortsinn eine bestimmte Meinung diktiert. Ich rede nicht von der Gleichschaltung wie in einem totalitären Staat. Wenn in einer Demokratie der Eindruck von Gleichschaltung entsteht, ist das ja noch schlimmer."

Grass hat in seinem am Mittwoch erschienenen Gedicht "Was gesagt werden muss" Israel vorgeworfen, als Atommacht den Weltfrieden zu gefährden, in dem es den Iran bedrohe. Dies hatte weltweit Aufsehen erregt und Grass den Vorwurf des Antisemitismus eingebracht.

Iran lobt Grass

Positiv wurde das Gedicht naturgemäß vom Regime in Teheran aufgenommen. In einem von den iranischen Medien am Samstag zitierten Brief an den "bedeutenden Schriftsteller" lobte Vize-Kulturminister Jawad Shamakdari den 84-Jährigen, er habe mit seinem Gedicht "die Wahrheit gesagt". Er hoffe, die Kritik werde "das eingeschlafene Gewissen des Westens aufwecken", schrieb Shamakdari weiter.

Der Schriftsteller Rolf Hochhuth hat das umstrittene Gedicht dagegen scharf kritisiert. Der "Münchner Merkur" veröffentlichte einen offenen Brief des 81-Jährigen Dramatikers mit der Überschrift "Grass 'ordnet an', Israel dürfe kein U-Boot kaufen!"

Dramatiker schämt sich für "Grass' Albernheit"

In dem Brief heißt es: "Auch ich (...) schäme mich als Deutscher Deiner anmaßenden Albernheit, den Israelis verbieten zu wollen, ein U-Boot deutscher Produktion zu kaufen, das möglicherweise allein ihrem kleinen Staat die letzte Sicherheit geben kann, von einer engst benachbarten Atommacht buchstäblich über Nacht nicht ausgerottet zu werden!" Seit Hitler habe kein anderer Staat als der Iran dem jüdischen Volk mit Ausrottung gedroht, schrieb Hochhuth ("Der Stellvertreter") laut Vorabbericht.

(APA)

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60 Kommentare
 
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Gast: Moondi
08.04.2012 20:12
0 0

Wir Kommen in Frieden.


Gast: bassin
08.04.2012 19:47
1 0

mir wird übel

auch wenn man (ich) vieles an der derzeitigen politik (besatzung des w-jordanlandes, etc.) nicht mag. ein recht auf selbstverteidigung hat das land schon. als letztes mittel hat es a-waffen. dass dies manchen j-hassern nicht passt, ist auch klar. sie werden sich nicht ins meer werfen lassen. das wissen alle in der umgebung - und darum gibt es seit jahrzehnten keine sinnlosen angriff mehr. wenn der schiit aus teheran auch die a-waffe hat, dann ist es eher ein problem der sunnitischen araber. denn eine a-bombe auf tel aviv bedeutet 150 jeriochs auf den iran und wenns nicht reicht, noch ein paar mehr der amis. dann steh nicht s mehr dort. mir wird übel!

„Iran lobt Grass“

Das sagt eigentlich alles.

Antworten Gast: Demokratius
07.04.2012 19:54
4 2

„Iran lobt Grass“ - Das sagt eigentlich alles.

Genau, schließlich hat der Iran seit der islamischen Revolution 1979 keinen anderen Staat angegriffen. Können jene Staaten, die vor einer iranischen Attacke so eindringlich waren, auch von sich behaupten?

Antworten Gast: mene tekel
07.04.2012 19:49
0 3

Re: „Iran lobt Grass“

#ergo sum: JA,
#Cogito: NEIN!!
Sie verstehen das taktische Prinzip nicht, in solch einer Situation-NIMMT SICH JEDER,WAS SEINE POSITION VERSTÄRKT!!
Verstehen Sie das-ergo sum?!!

Gast: vercingetorix
07.04.2012 17:39
18 4

Bezüglich der Äußerungen von Hochhuth:

"Engst benachbarte Atommacht"?

1.) Ist bis dato nicht bewiesen, dass der Iran an Atomwaffen baut. Überdies verfügt er, wenn dem so ist, noch lange nicht darüber.

2.) Seit wann ist der Iran ein Nachbarstaat Israels? Die iranischen Streitkräfte können maximal Waffen auf dem Seeweg in den Libanon schmuggeln und müssten dazu auch noch eine multinationale UNIFIL-Flotte von derzeit neun Kriegsschiffen überwinden, die die Gewässer vor dem Libanon überwacht.

Unnötige Senfspenden eines senilen Geltungsbedürftigen damit man ihn nicht (zurecht) vergißt!


Gast: Adrian E.
07.04.2012 17:16
18 3

Der eigentliche Skandal: Hochhuths falsche Behauptungen

Hochhuth behauptet, es gäbe iranische Ausrottungsdrohungen gegen das jüdische Volk. Das ist eine falsche Behauptung, für die es keinerlei Grundlage gibt. Natürlich hat Ahmadinedschad auf alle mögliche Weise gegen das "zionistische Regime" gewettert, aber eine Ausrottungsdrohung (und ein möglicher Kriegsgrund) kann daraus beim übelsten Willen nicht konstruiert werden, auch wenn es natürlich allerlei Kriegspropaganda mit übelsten Behauptungen über angebliche iranische Drohungen gibt.

Man muss die Gründe für Hochhuths falsche Behauptung hinterfragen. Schlussendlich sind wir nicht Hochhuths Psychotherapeuten, aber die Motivation, die hinter Hochhuths falschen Behauptungen steht, ist wahrscheinlich, die historische Verantwortung Deutschlands zu relativieren, indem dem Iran die Ausrottungsabsichten untergeschoben werden, die Nazi-Deutschland tatsächlich hatte. Es sieht nach einem üblen Versuch der "Reinwaschung" der deutschen Geschichte mit dem Iran in der Rolle des Sündenbocks aus.

An Grass' Gedicht gibt es wohl einiges zu kritisieren, auch wenn die Warnung vor einem Krieg sehr wichtig und notwendig ist. Der eigentliche Skandal sind aber die Äußerungen von Hochhuth, und es ist zu hoffen, dass die Öffentlichkeit nicht zu leichtfertig darüber hinweggeht.

Gast: ADVOCATUS DI
07.04.2012 16:15
5 6

CANOSSA

Die Deutschen: "AUFRECHT AUF DEM BAUCH!!"
Vorwärts auf dem Gang nach Canossa-Deutschland, Deutschland, über . . .-Kniefall vor den Israelischen Groß-Inquisitoren!!
Woher, wenn ich fragen darf, KENNEN WIR DIESES VERHALTENS-MUSTER DENN, JA, WOHER??!!

Re: Spinner!

6 Millionen Tote.
Die Redaktion der "Presse" wäre gut beraten, "Gastkommentare" abzustellen, dann wäre hier nicht so viel kranker Müll zu lesen.

Antworten Antworten Gast: ADVOCATUS DI
07.04.2012 17:28
8 3

Re: Re: Spinner!

Vordergründiges wichtigtuerisches Geschrei ersetzt Intelligenz und Bildungswissen nicht!!
DIE FAKTEN:
1.ANZAHL der Toten durch direkte Kriegseinwirkungen im Weltkrieg II-50 bis 56 mio, die Zahl ist weitgehend außer Streit!!
2. Auch unter Jüdischen Historikern ist außer Streit, dass der Anteil der Jüdischen Lagerinsassen in den Vernichtungslagern ca 20 bis 25% betragen habe!
Auf der Basis von 6mio ermordeten Juden ergibt dies eine Gesamtzahl der Ermordeten-zwischen 24 und 30mio Menschen!
3.Und: MÜLL PRODUZIEREN NUR LEUTE WIE SIE, die sich mit Pseudo-Moralischen-Feststellungen ohne historisches Wissen-ZU PROFILIEREN VERSUCHEN, Clemens STECHER!!

1 1

Verbündeten im Freiheitskampf

Morgen in Jerusalem!

Gast: David Ya
07.04.2012 16:11
17 3

U-Boot nicht gekauft, sondern geschenkt

In dem Brief heißt es: "Auch ich (...) schäme mich als Deutscher Deiner anmaßenden Albernheit, den Israelis verbieten zu wollen, ein U-Boot deutscher Produktion zu kaufen, da (...)

Israel hat das U-Boot nicht gekauft, Deutschland hat es Israel quasi geschenkt.

4 2

Re: U-Boot nicht gekauft, sondern geschenkt

Wo ist die Bild Zeitung bezüglich Amtsmissbrauch oder darf man Freunden ein U-Boot schenken, nur übernachten ist nicht erlaubt.

Also U-Boot schenken ist im Bildland (vormals Deutschland) erlaubt.

Gast: herzlyia
07.04.2012 16:00
18 3

Da Israel als Idee auf totalitärem Anspruch und rassischer Exklusivität

aufgebaut ist, muss jede Kritik an diesem zion. Projekt bestraft werden.

Es hat wenig mit Menschlichkeit oder Hilfe zu tun.

Die grosse Macht die die Utnerstützer des Zionismus v..a in den USA aber auch der EU haben, bringt es mitsich dass jegliche Kritik am totalitären Dogma dieser STaatsidee ("ein Staat ausschliesslich für Juden") als Angriff auf dessen Existenz begriffen wird.

War bei den - ähnlich entstandenen - faschistischen STaatsideen in Europa auch so ähnlich; die sahen auch alle Kritiken an ihrer alleinseeligmachenden Staatsidee als Angriff auf ihr Weltbild.
Obwohl man sicher gew. Staaten auf faschistischer Grundlage nicht mit Israel vergleichen kann, ist der Zeitpunkt der Entstehung diser Staatsidee und auch der ideologische Hintergrund frappierend ähnlich:

Herzl wollte zwar Andersdenkenden und Andersnationale würdigen Schutz und Rechtsgleichheit gewähren. DAs wird aber heute anscheinend nur für die verstanden die sich dem politischen Wille des Zionismus unterwerfen!

Die relativ übergrosse finanzielle und militärische Unterstützung durch die USA ist nur tlw. aus demokratischem Selbstverständnis begründet; sondern vielmehr durch Agitation und politischer Einflussnahme, weil israelfreundilche Gruppen überdimensionale Macht dort haben; man denke nur an die US-Notenbank, die in Hand der selben Bankenn liegen die ihre Leute in die Volksvertretung schickt; oder die Medienlandschaft die zum grossen Teil von fanatischedn Israel-agitatoren liegt!

Reine Machtfrage...

Stolperstein

Grass's Gedicht ist wie der Friedensnobelpreis für Obama - ein kleiner Stolperstein auf dem Weg in den Krieg. Nicht das dieser Stein den Krieg verhindern könnte, auch nicht den Einsatz von Atomwaffen im Falle einer Ausweitung des kriegerischen Konfliktes mit dem Iran, auch wenn alles nur mit Bunkerbrechern begonnen hat. Dazu hier:
http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_12/LP06312_180312.pdf

Gast: Claus Wiesenthal
07.04.2012 15:51
6 2

Was auch noch gesagt werden muss !

Kommentare - auch jüdischstämmiger - Intellektueller zum Gedicht des Günter Grass.
Lesenswert !
http://www.hintergrund.de/201204062011/feuilleton/zeitfragen/was-auch-noch-gesagt-werden-muss.html

Re: Was auch noch gesagt werden muss !

wie schön, dass auch unter juden idioten gibts, gell?

Kennen Sie den ?

Autoradio: Vorsicht auf der A7, ein Geisterfahrer.
Fragt sich der Geisterfahrer: "Was Einer !
Hunderte !!!"

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Ein Feigling vor Verantwortung stellt Forderungen.

Zudem lebend am Mond in Verkennung der Situation.

Schwätzer aus dem Off die sich nicht zur Disposition stellen gehen am allerwertesten vorbei.

Formulierung egal.


7 2

Der Dichter hat nur ausgedrückt, was Menschen in Europa empfinden.

European Poll: Israel Biggest Threat To World Peace

Results of a new poll commissioned by the European Commission show that Israel is believed by Europeans in 15 countries to be the greatest threat to world peace, greater than North Korea, Iran or Afghanistan.

http://www.jewishfederations.org/page.aspx?id=50080

Wo liegt der Grund für ein derartig vernichtendes Ergebnis? Wieder eine kontinentale Verschwörung gegen den jungen Kleinststaat oder dessen Politik?

Gast: ggggggggg
07.04.2012 15:45
14 2

Nicht nur läßt sich die Wahrheit auf Dauer nicht unterdrücken -

was noch viel wichtiger ist: auf Dauer wendet sich unrechtes Handeln gesetzmäßig gegen die unrecht Handelnden. Daher: Gelassenheit. Es wird alles so kommen wie es kommen muß. Es gibt keinen Fehler im Universum.

Gast: dasmedienmonopol
07.04.2012 15:38
1 0

"naturgemäss" - ja, aber dann könnt ihr auch schreiben

"naturgemäss" haben die Massenmedien Dlands und Öreichs Grass kritisiert.

DA ist niewas von "naturgemäss" gestanden -
weil es weitere Fragen nach dem warum des "naturgemässen" provozieren könnte?

Denn WER befiehlt was gut oder schlecht ist, ob Grass kritisiert wird oder unterstützt?

Diejenigen die der Presse die Befehle erteilen, und das sind eben nicht der Iran, sondern sein grösster Feind...

Gast: Dramatiker schämt sich für "Grass' Albernheit"
07.04.2012 15:29
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In dem Brief heißt es: "Auch ich (...) schäme mich als Deutscher Deiner anmaßenden Albernheit, den Israelis verbieten zu wollen, ein U-Boot deutscher Produktion zu kaufen, das möglicherweise allein ihrem kleinen Staat die letzte Sicherheit geben kann, von einer engst benachbarten Atommacht buchstäblich über Nacht nicht ausgerottet zu werden!" Seit Hitler habe kein anderer Staat als der Iran dem jüdischen Volk mit Ausrottung gedroht, schrieb Hochhuth ("Der Stellvertreter") laut Vorabbericht.

Auch ich (...) schäme mich als Deutscher Deiner anmaßenden Albernheit, so einen geistigen Dünnschiss in einer Zeitung lesen zu müssen!

SCHÄMT EUCH!


Antworten Gast: ATTACK
07.04.2012 16:09
0 1

Re: In dem Brief heißt es: "Auch ich (...) schäme mich als Deutscher Deiner anmaßenden Albernheit, den Israelis verbieten zu wollen, ein U-Boot deutscher Produktion zu kaufen, das möglicherweise allein ihrem kleinen Staat die letzte Sicherheit geben kann, von einer engst benachbarten Atommacht buchstäblich über Nacht nicht ausgerottet zu werden!" Seit Hitler habe kein anderer Staat als der Iran dem jüdischen Volk mit Ausrottung gedroht, schrieb Hochhuth ("Der Stellvertreter") laut Vorabbericht.

Alberne-und PHARISÄISCHE GESCHWÄTZIGKET, heißt das, was Sie in obsessivem Eifer produzieren!!
Jeder Nobody meint hier, auf Basis der beachtlichen Meinungsäußerung des Günther GRASS sich weit-ÜBER DEM EIGENEN PROFIL-DIMMENSIONIEREN ZU KÖNNEN-SCHÄNDLICH!!

So wird einer fertiggemacht der es wagt einfach mal so

seine Meinung zu sagen. Was dem armen Mann jetzt alles zugedichtet wird, von verworren sein bis zum Hitler, kann ja nur noch als bizarr beschrieben werden.

 
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