19.05.2013 16:53 Merkliste 0

ORF-Betriebsrat: Weitere Eingriffe nicht "zumutbar"

26.06.2012 | 14:10 |   (DiePresse.com)

Die Einsparungspläne der ORF-Geschäftsführung, die auch Kündigungen nicht mehr ausschließen, stoßen bei den Belegschaftsvertretern auf Widerstand.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Vor kurzem soll die ORF-Geschäftsführung dem Betriebsrat zufolge mit Konsequenzen, wie betriebsbedingten Kündigungen, einer Nulllohnrunde, Auslagerungen sowie dem Abbau von Leiharbeitskräften und freien Mitarbeitern gedroht haben, falls sich die Belegschaftsvertreter weiter weigern würden, über Einsparungen im Kollektivvertrag zu diskutieren. Am Dienstag meldeten sich die Zentralbetriebsräte Gerhard Moser und Gerhard Berti zu dieser Causa zu Wort: "Weitere Eingriffe in bestehende Vertragsverhältnisse sind mit uns nicht verhandelbar", hieß es. "Wir lassen uns weder Ultimaten vorschreiben noch lassen wir uns unter Druck setzen", so die Belegschaftsvertreter.

Bereit sei man Moser zufolge zu Verhandlungen über einen künftigen ORF-Kollektivvertrag mit Stichtagsregelung. Die Geschäftsführung pocht indes auf einen "maßvollen Eingriff in die bestehenden Kollektivverträge", wie es in dem Schreiben an den Zentralbetriebsrat vom Montag hieß, das der APA vorliegt. Man sei weiterhin bereit, darüber mit dem Betriebsrat zu diskutieren, so die Geschäftsführung, die auch gleich eine Deadline für die Aufnahme der Verhandlungen mit Ende Juli setzte. Andernfalls müsse Plan B in Kraft treten, der eine Nulllohnrunde, Auslagerungen, den Abbau von Leasingkräften und freien Mitarbeitern sowie Kündigungen vorsieht. "Inwieweit wir die bestehenden Kollektivverträge für die Zukunft noch weiter aufrechterhalten können, ist von uns anhand des Fortschritts bei den zugesagten Verhandlungen KV-Neu zu beurteilen", hieß es.

"Schon jetzt im Juni angekündigte Nulllohnrunden für das nächste Jahr und weitere massive Drohungen werden den Verhandlungsprozess nicht beschleunigen, im Gegenteil", lautet die Antwort des Zentralbetriebsrats. Weitere Eingriffe in bestehende Verträge seien "weder nachvollziehbar noch zumutbar". Die ORF-Belegschaft habe 2009/2010 "ein schweres Sparpaket im Werte von 50 Millionen Euro mitgetragen, das überhaupt erst die Teilrefundierungen der Gebührenbefreiungen ermöglicht hat. Zwei Jahre später damit zu kommen, dass noch heuer 15 Millionen Euro einzusparen sind, um nicht der Refundierungszahlung von 30 Millionen Euro verlustig zu gehen, ist in mehrerer Hinsicht, das was man eine Chuzpe nennen könnte", so das Statement des Zentralbetriebsrats.

Die Belegschaftsvertreter fordern die Geschäftsführung vielmehr auf, "endlich konsequente Initiativen" zur Reform jenes Gesetzesparagrafen in die Wege zu leiten, der jährlichen Personalabbau und Personalkostensenkungen vorschreibt. "Es kann ja wohl nicht sein, dass wir immer mehr Programm mit immer weniger Menschen machen. Und in Wahrheit ist es auch so, dass die sogenannten 'Sachkosten', in denen auch Leiharbeitskräfte und Freie Mitarbeiter versteckt werden, kontinuierlich anwachsen. Das kann weder im Sinne des Gesetzgebers noch der ORF-Geschäftsführung sein.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

18 Kommentare
1 0

Zwangsbeiträge SOFORT abschaffen!

Das sind Methoden aus einer anderen Zeit, als wenige noch Privilegien erzwingen konnten.

Gast: globetrotterneu
26.06.2012 22:05
3 0

orf braucht kein mensch

atv und puls4 sind nicht schlechter und kosten den steuerzahler auch nichts.

Gast: Ordentlich Rote Fratzen
26.06.2012 21:24
0 0

Wenn die SPÖ gewünschte Übersiedlung nach St. Marx den Steuerzahler noch so viel Geld kosten wird. Zusätzlich zu den Gebühren. Ein wenig müssen die Mitarbeiter auch mithelfen, dass sie übersiedeln dürfen. Durch Gehaltsverzicht, Mitarbeiterabbau und Erhöhung des Kantinenessens.


Und außerdem: mit weniger Mitarbeitern muss der Protzbau in St. Marx nicht ganz so riesig ausfallen.

O(esterr.)R(ot)F(unk)

die AUA lässt grüssen!

Überall kann man überflüssiges Personal kündigen, nur im geschützten Stall gehts nicht


1 0

Hmm,

Weil dort alle miteinander verwandt sind.
Aber das ist angeblich nur reiner Zufall.

9 0

ORF privatisieren


7 0

verkauft doch den Parteienstadl endlich !

damit sich der Unsinn aufhört, wer um wieviel Steuergelder die Bürger weiterhin verplöden darf !

Jeder Privatsender ist heute schon längst eher bereit zu informieren als dieser Satansfunk es je sein will, und sogar immer höhere Gebühren verlangen darf, das Volk zu verdummen statt zu bilden bzw informieren !

Gast: KFJ
26.06.2012 18:10
5 0

Auf den "Superalex"...

... könnte man doch locker verzichten... ;-)

Gast: Vogel Strauss
26.06.2012 17:16
8 0

Das muss der Gebührenzahler schon verstehen ...

Es ist nämlich so peinlich, die halbe Verwandtschaft kündigen zu müssen ...

Hatten die nicht gerade 7% Gebührenerhöhung?


Wir brauchen eine Volksabstimmung über die Privatisierung des ORF!!!

Dieser rote Einheitskäse muss in private Hand, der Steuerzahler will sich den Mist nicht mehr leisten!

Re: Wir brauchen eine Volksabstimmung über die Privatisierung des ORF!!!

Ein Bekannter aus Niederösterreich hat mir erzählt, dass jeden Tag um 19 Uhr "Die Sendung mit der Badehaube" gebracht wird, wo eben dieser Pröll-Prolo abgefeiert wird und immer Redezeit hat. Da bin ich wirklich froh, Radio und Fernsehen schon sehr lange abgeschworen zu haben.

volksabstimmund über das abdrehen des orf!


Gast: Johann S
26.06.2012 15:30
9 0

Nicht

zumutbar ist das mit Werbung gespickte Programm,trotz Gebührenpflicht.

Privatisiert den nordkoreanischen Zwangssender der SPÖ,

er ist reif dafür!

Gast: Faule Säcke
26.06.2012 14:54
11 0

Die Nächsten

Schon wieder ein paar Maden (neben den Lehrern und Beamten), denen der Speck langsam aber sicher zu dünn wird. Die österreichischen Lohnempfänger, Unternehmer und alle übrigen Zwangsbeitragszahler verstehen sicher, dass es zur Aufrechterhaltung eines derart qualitätsvollen Programms Mitarbeiter in großer Zahl bedarf.

11 0

Re: Die Nächsten

Vor Allem verdient ein durchschnittlicher ORF-Mitarbeiter weit mehr als der Branchendurchschnitt.