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ZDF muss sparen: Abstriche bei Personal, ZDFkultur

09.07.2012 | 18:41 |   (Die Presse)

Bis 2016 muss das ZDF 300 Mitarbeiter einsparen. Auch die Zukunft des Kultur-Spartenkanals steht zur Diskussion.

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Schon vor Monaten zeigten sich erste Anzeichen einer Krise: Nachdem die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) festgestellt hatte, dass das ZDF 300 Vollzeitkräfte mehr beschäftigt, als genehmigt worden war, hat man in der Senderzentrale in Mainz den Rechenstift nicht mehr aus der Hand gelegt. Seit Jänner ist dort Thomas Bellut als Intendant am Ruder – und hat in dieser Funktion von Markus Schächter ein schweres Erbe übernommen: 75 Millionen Euro muss er von 2013 bis 2016 einsparen. Den bereits ausgesprochenen Einstellungsstopp will er zwar so bald wie möglich lockern, dafür vor allem durch Pensionierungen und den Abbau von freien Mitarbeitern das vorgegebene Ziel erreichen. Und die KEF wird ihm dabei genau auf die Finger schauen: Denn schon vor vier Jahren hatte die Kommission den Sender ermahnt, er müsse knapp 160 Jobs abbauen – stattdessen wurden laut einem NDR-Bericht 180 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.

 

„Keine Gebührensteigerung in 10 Jahren“

Lange Zeit wurde das ZDF von der KEF wohlwollend bedacht. Kritiker führen das auf die strukturelle Nähe der Institutionen zurück – in beiden haben die Ministerpräsidenten viel zu sagen. Tatsächlich schaffte es das ZDF, einen Vorteil bei der Verteilung der Rundfunkgebühren zu erwirken: Erhielt das ZDF 1995 nur knapp ein Fünftel der Gebühren (die mit ARD und Deutschlandradio geteilt werden), war es 2009 gut ein Viertel. So traute man sich in Mainz auch zu, von einem einzigen Kanal zu einer ganzen Senderfamilie zu wachsen: Die digitalen Spartenkanäle ZDFkultur, ZDFneo und ZDFinfo kamen dazu und kosten zusätzlich Geld, das – so das Versprechen der Senderchefs in Richtung KEF – aus eigenen Mitteln aufgebracht werden sollte.

Nachdem die KEF dem ZDF nun Sparen verordnet hat, will Bellut bis Jahresende 2012 zunächst hundert der rund 3600 Mitarbeiter einsparen. Das allein dürfte aber nicht reichen, zumal Bellut auch nicht daran glaubt, dass die finanzielle Situation des Senders bald besser wird: „Ich rechne nicht mit erkennbaren Gebührensteigerungen in den nächsten zehn Jahren“, sagte er kurz nach seinem Amtsantritt. Deshalb hat er nun den Kultur-Spartenkanal im Visier, der von den drei Digitalkanälen die geringste Reichweite hat. Gerüchte, wonach ZDFkultur einem gemeinsamen Jugendkanal mit der ARD weichen müsste, dementiert Bellut: So etwas sei „nie ernsthaft mit uns diskutiert worden“. Und mit etwa 300 Millionen Euro Kosten für das ZDF derzeit wohl auch unfinanzierbar. Ab Herbst wird über die Zukunft von ZDFkultur beraten. i.w.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.07.2012)

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