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"Kleine Zeitung" will Gratiskultur im Internet beenden

26.07.2012 | 15:29 |   (DiePresse.com)

Chefredakteur Patterer will mit Bezahlmodellen für Premium-Content und einem Anstellungsstopp "ein multimediales Kraftwerk" schaffen. Die Branche sei im Umbruch - alle Styria-Medien sollen ihre Personalkosten senken.

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Die "Kleine Zeitung" will die Gratiskultur bei digitalen Inhalten beenden. Dies berichtete "Kleine"-Chefredakteur und -Geschäftsführer Hubert Patterer am Donnerstag. Ab Herbst steht der Cashcow der Styria Media Group ein Relaunch aller ihrer Plattformen, also auch der Printausgabe, ins Haus. Ziel sei es, eine einheitliche optische und vor allem inhaltliche Identität zu schaffen und intelligente Bezahlmodelle für Premium-Inhalte zu entwickeln. Ein fixes Konzept gebe es noch nicht, grundsätzlich sollen Print- und Onlineredaktion stärker zusammenwachsen. Sowohl die räumliche als auch die kollektivvertraglichen Trennwände will Patterer niederreißen, so dass "ein multimediales Kraftwerk entstehen kann, aus dem alle Plattformen bespielt werden".

Styria senkt Personalkosten

Patterer wehrt sich unterdessen gegen das in den Medien kolportierte Bild, die "Kleine Zeitung" stecke in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und müsse Journalisten abbauen. Aufgrund von Vorgaben, die die gesamte Styria-Gruppe betreffen, müssen im nächsten Jahr die Personalkosten - in allen Styria-Medien - um fünf Prozent gesenkt werden. Bei der "Kleinen Zeitung" will man das damit erreichen, dass natürliche Abgänge nicht nachbesetzt werden, Altersteilzeitregelungen getroffen und Urlaubstage abgebaut werden. Ab Herbst kommt es auch zu einem befristeten Anstellungsstopp, der vornehmlich jene Pauschalisten trifft, die bei der jüngsten Anstellungswelle nicht zum Zug kamen. Für die betroffenen Pauschalisten will Patterer Übergangs- beziehungsweise einvernehmliche Lösungen erarbeiten.

Das "Diktat wirtschaftlicher Vernunft"

Die "Kleine Zeitung" hat laut Patterer in den vergangenen zweieinhalb Jahren 24 junge Kollegen im Printbereich und elf Mitarbeiter im Onlinebereich angestellt und das "trotz eines wirtschaftlich schwierigen Umfeldes und in einer Dimension, die in keinem anderen Printmedium stattgefunden hat". Die letzte Tranche wurde im Juli dieses Jahres angestellt. Aufgrund der verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könne man diese Welle allerdings nicht unbegrenzt fortsetzen - "das ist ein Diktat wirtschaftlicher Vernunft". Die Branche stehe vor massiven Umbrüchen, denen die "Kleine Zeitung" frühzeitig gegensteuern und sie mit einem aktiven Kostenmanagement offensiv und dynamisch managen wolle, erklärte der Chefredakteur. Betriebsbedingte Kündigungen oder Personalabbau seien aber kein Thema, betonte er.

 

(APA)

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6 Kommentare
Gast: ökono-mist
05.08.2012 15:48
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Schüchterner Geheimtip(p):


(...)-kultur sollte man nicht beenden - sondern eher die Unkultur eines journalistisch inferioren Rundfunkzwangsgebühren- & Landessteuerneintreibungskonglomerats, dessen wirtschaftliche Grundlage (und logische Folge!) die Qualitätszeitungs-Aushungerung (und somit die sukzessive Aushungerung des freien, wirtschaftlich unabhängigen Journalismus' mit Souverän-Beteiligung) ist. (Im schlimmsten Fall kann dabei nämlich ein teuflischer Medikamenten-Mix aus Auftragsschreiberei mit exklusivem Medienzugang und Bestell"journalismus" - bei gleichzeitiger Journalismusminimierung - herauskommen! Endresultat: gelenkte, ständestaatlich organisierte Medien-"Demokratie" auf Schienen.)

Statt (ohnehin schon schon jetzt stark themengemildertem) "Report" gibt's dann womöglich noch öfter Salzburger Festspiele, Anna Netrebko und Wiener Festwochen - bis zur ( endgültigen?) pseudojournalistischen Vergasung der Republik? Als Folge einer staatlich-parteiischen Presseförderungs-(Almosen-)Willkür auf dem Rücken von ukrainesk zwangsverpflichteten Staatsbürgern und wohlmeinenden Zeitungsherausgebern? Doch Vorsicht: es wird mit sogenannten flüchtigen Gasen vergast - da kann dann den Lobbyisten einmal mehr nichts nachgewiesen werden...

P. S.: Erlaube mir, in diesem Zusammenhang auf den jüngsten Kommentar des "lizensierten" Journalisten Kurt Bergmann hier in der "Presse" zu verweisen. Vielleicht nimmt man wenigstens den so ernst, wie es in dieser medienpolitischen (Ausnahme-)Situation geboten wäre...

Antworten Gast: ökono-mist
05.08.2012 17:09
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Re: "Schüchterner Geheimtip(p):"


(Life-)Korrektur:

Ein "schon" in der ersten Zeile des vorletzten Absatzes gehört weg. Dabei hätte ich die so verschwendeten fünf Zeichen dringend für ein treffenderes Attribut benötigt. Nun wurde jedoch irgendjemand, der es womöglich gar nicht verdient, im wahrsten Sinne des Wortes ge-schon-t...

Antworten Antworten Gast: ökono-mist
05.08.2012 17:55
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Re: Re: "Schüchterner Geheimtip(p):"


Jetzt tippe ich auch noch "Life-" statt "Live-". Wie peinlich!

Gast: hhuhuhu
26.07.2012 20:42
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zuerst haben sie die poster verscheucht

(posten nur mehr mit handyregistrierung) und jetzt kommen die Leser dran, adieu Kleine, baba und foll net

Gast: baro palatinus
26.07.2012 19:16
1 0

Patterer wehrt sich unterdessen gegen das in den Medien kolportierte Bild, die "Kleine Zeitung" stecke in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und müsse Journalisten abbauen.

die zeitung steckt vielmehr in journalistischen schwierigkeiten.
durch die fokussierung auf die b, oder eher c-gruppe überbietet die k z die presse an politischer korrektheit, wirtschaftlichem scheinwissen und vor linkskatholischer moral triefendem gutmenschentum. darbegbracht allerdings mit weniger nebensätzen und in inferiorem deutsch.

Gast: herbst9
26.07.2012 18:56
2 0

Das "Diktat wirtschaftlicher Vernunft" ...

... ist die Milch der frommen Denkungsart.

Die allmählich sauer wird ...