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"Krone": Jeannée bekommt Post vom Presserat

27.07.2012 | 14:53 |   (DiePresse.com)

Wegen der Bezeichnung "Vieh" für Breivik und die Verwendung des Begriffs "Neger" verschickte der Presserat zwei Rügen an "Krone" und "Zur Zeit".

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Post vom Presserat gibt es auf einen Kommentar von "Krone"-Kolumnist Michael Jeannée. Dieser hatte den Norweger Anders Behring Breivik, der im Juli 2011 bei Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utöya 77 Menschen getötet hatte, in seiner Kolumne "Post von Jeannée" ein "Vieh" genannt, das "weg gehöre". Nach Ansicht des Presserats ist diese Bezeichnung "für einen Menschen grundsätzlich nicht angemessen und abwertend". Eine Rüge setzte es auch für die rechtskonservative Wochenzeitschrift "Zur Zeit".

Schutz seiner Persönlichkeit

Die Empörung über die Verbrechen Breiviks sei laut Presserat zwar "ungemein groß und auch gerechtfertigt" und die Taten "verabscheuungswürdig". Dennoch habe jeder Mensch Anspruch auf den Schutz seiner Persönlichkeit. Die Bezeichnung Breiviks als "Vieh" im Zusammenhang mit der Todesstrafe suggeriere, dass Breivik kein Mensch wäre, sondern ein Tier, das man töten kann. Der Presserat Senat sieht in Jeannées Formulierungen deshalb einen Verstoß gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse, wonach jeder Mensch Anspruch auf Wahrung der Rechte und Würde der Person hat.

"Zur Zeit" schreibt über "Neger"

Daneben setzte es eine Rüge für die Wochenzeitschrift "Zur Zeit", die in einem Artikel über straffällig gewordene Asylwerber mehrmals der Begriff "Neger" verwendet hatte. Das Medium hielt dem entgegen, dass der Begriff "Neger" seit rund 300 Jahren im deutschen Sprachgebrauch üblich wäre und es auch kein gesetzliches Verbot des Begriffs gebe. Beim Presserat betonte man indes, dass der Begriff einen "Bedeutungswandel" erfahren habe, der betroffenen Bevölkerungsgruppe von außen aufgedrängt wurde und "in unserer Gesellschaft abwertend und beleidigend ist". Der "Zur Zeit"-Bericht habe deshalb gegen den Ehrenkodex verstoßen, wonach jede Diskriminierung aus rassischen, religiösen, nationalen, sexuellen oder sonstigen Gründen unzulässig ist.

Grundsätze der Medienethik

Der Presserat führte das Verfahren übrigens in beiden Fällen auf eigene Initiative durch, um zu prüfen, ob die Artikel Grundsätzen der Medienethik entsprechen. Die "Kronen Zeitung" machte dabei - im Gegensatz zur Zeitschrift "Zur Zeit" - keinen Gebrauch von der Möglichkeit, an dem Verfahren teilzunehmen.

(APA)

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24 Kommentare
Gast: gast 75453
31.07.2012 13:15
0 1

DIESER Presserat gehört in d' Würscht!


Gast: Unmut
30.07.2012 13:07
0 1

Auch für Kaffern?

Werden auch die österreichischen Medien in z.B. türkischer Sprache für den Begriff "kufar" (Kaffer) gerügt? Herabwürdigend ist das allemal...

Gast: gast jukeb
28.07.2012 22:26
2 2

Ich geniere mich als Österreicher, dass es bei uns sowas wie diesen völlig irrsinnigen "Presserat" gibt.


Vermutung:

Hätte M. Jeannée diesen grauenhaften Massenmörder nicht als Vieh, sondern als Meisterschützen bezeichnet, wäre dies dem Presserat nicht als anstößig erschienen.

3 1

Für anderes als solche Sinnlosigkeiten ist der Presserat ohnehin nicht zu gebrauchen.

Soll sich lieber mal damit befassen, daß die halben Schreiberlinge gekauft und die anderen aus vorauseilendem Gehorsam gratis nur mehr Agitprop betreiben.

Re: Für anderes als solche Sinnlosigkeiten ist der Presserat ohnehin nicht zu gebrauchen.

Ihre geschätzten Beiträge sind hingegen von überragender Bedeutung für die österreichische Medienlandschaft.

0 1

Re: Re: Für anderes als solche Sinnlosigkeiten ist der Presserat ohnehin nicht zu gebrauchen.

Danke, daß Sie das so sehen. Ich freue mich über ihre Zustimmung.

5 1

Es kann nicht angehen,

das immer wieder überdrüber Moralisten auftauchen und meinen ihre selbsterfundenen Benennungen haben Anspruch auf Befolgung und damit Gültigkeit.

Antworten Gast: gäst
28.07.2012 16:56
2 8

Re: Es kann nicht angehen,

Es kann nicht angehen, dass Rassismus und Entmenschlichung (das eigentliche Problem mit dem Jeaneedreck ist ja, dass es die Tat als unmenschliche Tat jenseits menschlicher Gesellschaft verortet) in der Öffentlichkeit bekämpft werden!
Wo kämen wir denn dahin?

1 1

Es kann nicht angehen


Gast: Lesefreiheit
28.07.2012 09:46
10 1

So lange die Krone

so politisch inkorrekt ist und N.... schreibt, lese ich sie. Lasse mich nämlich nicht gerne von so selbsternannten Gutmenschen bevormunden.

Re: So lange die Krone

Sie sollten tatsächlich bei der „Krone“ bleiben, weil sinnerfassendes Lesen offenbar nicht Ihre Stärke ist...

Breivik zeigt alle Merkmale eines geisteskranken Menschen

und so sollte man ihn auch behandeln.

Antworten Gast: jameingott
30.07.2012 15:33
0 1

Re: Breivik zeigt alle Merkmale eines geisteskranken Menschen

Und womöglich auch noch bedauern?!!

Gast: vergilius
27.07.2012 22:31
3 1

da sollten sich die ordnungswächter

einmal die online-foren der zeitungen vornehmen. was da an unflätigkeiten geboten wird, ist haarsträubend.

schaut so verkommen aus, hypertonie?


alk oder nur aufgeregt?
so landet ein adabei in der kultur.
der niedergang.

8 3

So schafft es Jeannée auch in einen Kulturteil

Traurig genug, dass er noch veröffentlicht wird, noch trauriger, dass es anscheinend genug Menschen gibt die diesen, seinen Schwachsinn noch lesen....sonst hätten Sie ihn schon Mundtot gemacht.
Jeannée ist aber auch ein besonderes Glanzstück österreichischer Entsetzlichkeit.

Aha

also auch die Presse will keine gegenteilige Meinungen dazu, verstehe meinen gelöschten Beitrag.

Gast: wiener12345
27.07.2012 19:31
5 3

so wenig ich Herrn Jeanée

auch leiden kann , aber ich glaube die Bezeichnung Vieh hat er genau aus dem Grund ("für einen Menschen grundsätzlich nicht angemessen und abwertend") verwendet und hat damit auch Recht.

Antworten Gast: diese Sorgen möchte ich haben
27.07.2012 20:20
3 0

dann kommt jedes Mal Post vom Presserat,

wenn irgendwo jemand als "Urvieh" bezeichnet wird...

14 1

Das sind die Sorgen gegenüber einer gleichgeschalteten und gekauften Medienlandschaft. Gute Nacht!


Gast: super
27.07.2012 17:29
13 1

die tugendwächter lassen grüßen...


aber zu den schmarren den sie sonst schreiben, sagen sie nix.

Gast: Leser
27.07.2012 16:57
15 1

Die Gutis vom Presserat sollen sich zum Teufel scheren.

Samt ihrer politischen Korrektheit.

schani

der schani ist halt auch schon wachgsoffen