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Sesselrücken im österreichischen Print-Boulevard

31.07.2012 | 17:58 |  Von Anna-Maria Wallner (Die Presse)

Wie schon länger kolportiert, wird Christian Nusser neuer Chefredakteur des Gratisblatts „Heute“. Bei „Österreich“ folgt ihm Atha Athanasiadis. Wolfgang Fellner erweitert die Chefredaktion auf dreizehn Köpfe.

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Journalismusstudenten lernen es in den Einführungsvorlesungen: Der österreichische Medienmarkt ist klein und hoch konzentriert, auch und gerade im Boulevardsektor. Wenn also wie gerade eben, pünktlich zum Ende eines Monats, diverse Rochaden bei (Gratis-)Zeitungen bekannt werden, gibt es naturgemäß kaum Überraschungen. Es sind die immer gleichen handelnden Personen, die ein Medium verlassen und bei der Konkurrenz neues Glück suchen. Dabei ist die Abwanderungsbewegung vor allem in eine Richtung deutlich: Weg von „Österreich“, hin zu „Heute“.

Was in der Branche seit Wochen als fix galt, dass nämlich „Österreich“-Chefredakteur Christian Nusser zu „Heute“ wechselt, hat Eva Dichand am Dienstag bestätigt. Nusser soll die Blattlinie des Gratisblatts beibehalten und als ehemaliger oe24.at-Chef vor allem den Onlinebereich ausbauen, sagten Dichand und Geschäftsführer Wolfgang Jansky der APA. Nusser ist ein langjähriger Fellner-Begleiter, der nach ersten Stationen bei „Arbeiter Zeitung“ und „Kurier“ 1994 in die Chefredaktion von Fellners „TV-Media“ einstieg und nicht mehr von der Seite des „News“- und „Österreich“-Gründers wich. Nussers Entschluss zur Konkurrenz „Heute“ zu wechseln, soll Fellner hart getroffen haben, vielleicht dementierte er dessen Abgang deshalb so hartnäckig. Dichand will mit Nusser ein Signal in Richtung mehr Qualität setzen und sich damit „von ,Österreich‘ in Richtung qualitativ hochwertig“ absetzen, wie Jansky erklärte. Die beiden hatten lange nach einem Nachfolger für Wolfgang Ainetter gesucht. Der verließ das Gratisblatt schon im Herbst wegen Meinungsverschiedenheiten und ist seit Juli „News“-Chef.

„Österreich“: Mehr Häuptlinge als Indianer

Christian Nussers Platz in der Chefredaktion von „Österreich“ wird gleich doppelt nachbesetzt: Fellner holt den früheren „News“-Chefredakteur Atha Athanasiadis, zuletzt Pressesprecher des Circus Roncalli, und befördert auch Kulturressortleiter Christoph Hirschmann zum Chefredakteur. Gleichzeitig macht er sieben Ressortleiter und -leiterinnen zu stellvertretenden Chefredakteuren, Ida Metzger übernimmt die Chefredaktion des Farbmagazins am Sonntag, Uschi Fellner bleibt „Madonna“-Chefin. Somit sind neben den bisherigen drei Chefredakteuren (Wolfgang und sein Sohn Niki Fellner sowie Werner Schima) dreizehn Personen in der Chefredaktion des Blattes. Eine Tatsache, die am Dienstag in der Branche für Erheiterung sorgte. Im Kurznachrichtendienst Twitter fragen manche Beobachter, ob es neben den vielen Häuptlingen überhaupt noch Indianer in der „Österreich“-Redaktion geben würde.

Die Rückkehr von Atha Athanasiadis (43) in Fellners Reich wurde ebenfalls schon länger angekündigt, amüsant ist, dass er dort auf jenen Mann trifft, der ihn im Februar 2010 nach knapp zwei Jahren als „News“-Chefredakteur abgesägt hatte: Oliver Voigt, damals noch Boss der Verlagsgruppe News, ist heute Geschäftsführer der Verlagsgruppe „Österreich“. Amüsant ist auch, dass die drei ehemaligen Chefredakteure von „Heute“, „News“ und „Österreich“ ähnlich wie beim Sesselrücken untereinander die Plätze getauscht haben. Das unterstreicht nicht nur, wie klein die Welt des Boulevards ist, sondern bestätigt, dass Frauen auf oberster Führungsebene kaum eine Rolle spielen. Eva Dichand sagt dazu zur "Presse", man wollte diesmal unbedingt einen erfahrenen Chefredakteur, so viele Frauen, die da in Frage kommen, gäbe es da nicht. "Wir machen uns aber auf die Suche nach einer weiblichen Ressortleiterin", verspricht Dichand.

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24 Kommentare
Gast: Noname
01.08.2012 18:39
1 0

Print-Boulevard in Österreich

Ich kann nicht verstehen, dass diese Blätter als Tageszeitungen angesehen werden. Das sind doch nur Werbeprospekte mit einigen Zeilen an Berichten über Filmschauspieler, Musiker, das Boulevardfernsehen. Alles nur gedacht, um viele, ohnehin nicht belesene Österreicher, zum verbl*den zu bringen. Und das unterstützt die Regierung, die Stadt, staatsnahe Betriebe noch mit seitenweisen Anzeigen!

Hochwertig

Was man in diesem Umfeld halt unter "qualitativ hochwertig" versteht...
An den Stationen des Hr. Nusser kann man die Entwicklung der österreichischen Tagespresse gut erkennen.
Hat die Fellnerisierung der Ö-Medien nun ihren Höhepunkt überschritten - oder soll man sagen: Unterschritten?

2 0

Die Gratisblattln rüsten auf -

der Nationalratswahlkampf 2013 steht vor der Tür und da gibt's wieder fette Inseratenaufträge, devote Berichterstattung samt retuschierte Schmeichelfotos der Politiker.

Die vielen Chef-RedakteurInnen müssen...

... nicht nur schauen, dass irgendwelche "Nachrichten" verbreitet werden, sonder viel mehr, den visionslosen und konzeptlosen Kanzler samt Parteianhängsl auch eine Kontur zu verleihen...

So quasi, Parteilinie von aussen vorgeben!

Nachdem der Dichand nicht mehr unter uns weilt, braucht der Faymann und seine Millionen einen anderen Förderer!!

Antworten Gast: Richtig, den
01.08.2012 06:33
1 0

Dichand Junior oder sein

Dichand'sches Weibchen!

Und die Parteilinie geben die Mitglieder der Bilderberg-Konferenzen vor, die dem CFR zu berichten haben ...

Die Systemmedien (s. linlkslastige Medienlandschaft)

bestimmen, was uns zu interessieren hat und was nicht, scheinbar.

Die Deutschen haben immerhin eine ausdifferenzierte Medienlandschaft.

Gast: Dass Frauen kaum eine Rolle
31.07.2012 22:13
2 0

spielen, hat auch damit zu tun, dass sie eben auch nicht besser sind, wie die Journalistin

des Artikels mit der Lüge "Gratis-Zeitungen" beweißt, weil es solche einfach nicht gibt. Oder lehrt man an den Universitäten nur Betriebswirten, dass sich sogenannte Gratiszeitungen auch über die Werbeeinnahmen finanzieren, und die Journalisten dürfen blöd sterben? Die Frage, die da entsteht, ist für mich einfach die, wie ich in den Genuss komme, wegen solcher von mir nicht gewählten Gratisblätter an den Kassen der Supermärkte mehr für die von mir gewählten Produkte zu bezahlen. Demokratisch aufgezwungene Preise zugunsten der Hersteller, in diesem Fall aber zugunsten der teuer erkauften Gratiszeitungen, die ich auch aus diesem Grund überhaupt nicht haben möchte: Weil sie mir die Milch und das Ei verteuern!

Aber solange niemand behauptet, Österreich sei eine, womöglich auch noch freie Marktwirtschaft, Demokratie, solange habe ich ein leicht reduziertes Problem mit diesem Staatssozialismus. Da gäbe ich das Geld lieber noch Bedürftigen, als aufgezwungenen Journalisten, die ich durch das In-die-Produkte-Hineinrechnen der Werbemaßnahmen zu bezahlen habe. Und diese dreckigen Hampelmänner der Werbeagenturen verdienen sich dieses (mein!) Geld überhaupt in keinem Fall!

Antworten Gast: Dass Frauen kaum eine Rolle
01.08.2012 03:48
2 0

ist nur der Beweis dafür, dass sie weniger aggressiv sind

als ihre männlichen Kollegen. Die Durchsetzerinnen sind natürlich genauso schlimm, meistens noch schlimmer, weil sie sich sonst nicht hätten durchsetzen können, was meine These beweist, nein, eigentlich unterstützt. Hat ein Weibchen aber dieses Alphatiergen ihrer männlichen Kollegen, ist sie als Kollegin genauso wenig erstrebenswert. Und Lügnerinnen, damit sie erfolgreich sind, sollten besser in die Politik wechseln, weil sie da besser hinpassen.

Gast: hubertus998
31.07.2012 17:56
6 0

journalistischer bodensatz

Noch mehr journalistischer Bodensatz hilft dem Land auch nicht weiter. Man sollte dieser hetzerischen Form des Journalismus a la Österreich und Heute ein sehr enges rechtliches Korsett entgegenstellen mit saftigen Strafen bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten, bzw. der journalistischen Sorgfaltspflicht. Nur so lassen sich Fotomontagen, Berichte über Events die gar nicht stattgefunden haben, oder plumper Vermutungsjournalismus bändigen.

Gast: 743dd
31.07.2012 17:00
8 1

Mutig von der Presse, sich mit so tiefen Themen zu beschäftigen.


Normaler Weise schreibt man nicht über Probleme beim Stuhlgang, einem eingefangenen Fußpilz oder eben Heute und Österreich.

Zuvor war es nach nicht einmal einem Jahr Zusammenarbeit zum Bruch zwischen dem damaligen Chefredakteur Wolfang Ainetter und "Heute"-Herausgeberin Dichand gekommen.

Dem Bruch zwischen Ainetter und Dichand ging voraus, dass in Heute über Faymanns gefälschte Facebook-Freunde berichtet wurde…


Gast: Gratis und sinnlos
31.07.2012 13:59
12 0

Mit Schaudern liest man, dass die Chefredaktion von Österreich erweitert wird.


Heißt dass doch in gewöhnlicher Sprache, dass Österreich noch mehr Geld braucht. Und wer gibt ihr wohl die ganze Kohle?

Würden mehr Inserate aus öffentlicher Hand die Entschuldigung von Faymann dafür sein, dass er diesmal mit den Dichands auf einer Inseln war, und nicht dem Fellner? Aber Obacht Faymann, Häupl u.s.w.! Wen vom ÖOC haben sie gerade zu fünf Jahren verdonnert. Und der hat nur einen Schaden von 3, 3 Millionen verursacht.

Eh eine Inzucht...

...die Boulevardchef- und anderen Redakteur_Innen oder Journalist_Innen. Daher auch praktisch kein Unterschied zwischen heute, Krone und Österreich.
Da lobe ich mir die Presse und den Standard.

15 0

Re: Eh eine Inzucht...

Der Standard? Das Mitteilungblatt der Bilderberger? Der statt Journalisten rotzgrüne Parteifunktionäre beschäftigt? Jededenfalls dem Inhalt nach zu urteilen.

Re: Re: Eh eine Inzucht...

man mache sich mal mit den Konzepten von Franz hörmann vertraut und lese dann den Artikel von Eric Frey (ist schon länger her, aber leicht auffindbar). man traut seinen Augen nicht! eine öffentliche Exekution, angeordnet vom bilderberger bronner. nicht schwer eins und eins zusammenzuzählen.

2 0

Re: Re: Re: Eh eine Inzucht...

Ja, das ist tatsächlich Irrsinn. Das schlimmste daran ist aber, daß man das bei uns öffentlich und ungestraft durchziehen kann.

Gast: phj
31.07.2012 13:25
11 0

Ist doch die eine Zeitung gleich mies als die Andere

Am Besten wäre es sie fusionieren zu "Heute Österreich". Dann wäre es eine schlechte Zeitung weniger.
Fellner mit seinen Kommentar paßt sich den Annoncen an und Heute beweist seinen Lesern, daß sie Deppen sind. Das Blatt weist sich als "unabhängig" aus.
Ab und zu lese ich in den Öffis diese Zeitungen.
Es wimmelt nur so von Rechtschreibfehlern, falschen Satzstellungen.
Volksverblödung, falls das jemand ernst nimmt, was diese Zeitungen schreiben.

13 0

Ist doch sowieso egal wer bei diesem Blatt schmiert!

Hochinteressant ist, das in Österreich ca. 60-70% der Journalisten politisch links stehen und dies auch tagtäglich mehr (Herr Fellner bspw. oder weniger (Herr Rauscher bspw.) verklausuliert zum Besten geben. Oft kann man das schon an den Nachnamen der hoffnungsvollen Jungtalente erkennen. Papi war bspw. schon Schreiberling bei der AZ, oder beim ORF engagiert etc. Innerhalb der im internationalen Vergleich sowieso schon zurückgebliebenen öst. Printmedienlandschaft rotiert man halt dann munter hin und her. Man kennt sich ja!

Hier könnte Ihr Kommentar stehen

Solange dieser nichts gegen die übelste Form von Prost.ion in unserer Gesellschaft beinhaltet.

Gast: Gast635
31.07.2012 09:43
23 1

Das System Faymann!

Natürlich auf Kosten der Steuerzahler!

"Ich brauch 7 Millionen für den Werner!"

15 1

Ich hoffe,...

...daß unser werter BK Faymann seinen Segen zu dieser wichtigen Personalentscheidung gegeben hat.

9 2

Ainetter kritisierte damals, dass "kritischer, unabhängiger Journalismus" bei "Heute" nicht mehr möglich sei.

Für wie blöd hält uns der eigentlich? Was hat "kritischer, unabhängiger Journalismus" mit des Kanzlers Schmierblättern zu tun?

Gast: Sedlajek K
31.07.2012 09:13
20 1

"Heute" bekommt neuen Chefredakteur

Hat er die Aufnahmsprüfung, mit besonderer Berücksichtigung des "Richtigen Inserierens", bei den Roten mit Auszeichnung bestanden?

Wer wird "Österreich"-Chefredakteur?

Die Gebrüder Grimm oder vielleicht mal jemand, der "Orthographie" nicht für Vogelkunde hält?