Keine gute Nachrichten haben ORF-Chef Alexander Wrabetz und Finanzdirektor Richard Grasl für den Stiftungsrat: Sie berichten in einem Schreiben, dass der ORF aufgrund der einbrechenden Werbeerlöse und der internen Widerstände gegen Einsparungen im Personalbereich im ersten Halbjahr 2012 finanziell unter den Erwartungen liegt. Daher soll es 2013 eine Nulllohnrunde bei der Kollektivvertragserhöhung und den Pensionsanpassungen geben. Geplant ist auch der Verkauf der Rosenhügel-Studios, der einen Erlös von zehn Millionen Euro bringen soll.
Verärgert und verwundert reagiert der Betriebsrat auf die Sparpläne. Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser sagt zur APA: „Drohgebärden und Diktate fruchten bei uns nicht.“ Dass die ORF-Chefs nun, nach den bereits 2009 und 2010 erfolgten Personaleinsparungen in Höhe von 50 Millionen Euro, weitere Einsparungen beim Personal fordern, sei „am Rande der Unverschämtheit. Noch dazu, wo sich die Direktorenschaft gerade fette Boni für das letzte Jahr ausbezahlen ließ und sich gleich vorweg für heuer eine gut zehnprozentige Gehaltserhöhung genehmigt hat. Erklären Sie mal den ORF-Mitarbeitern, die das Programm machen und ermöglichen – Journalisten, Techniker und administrative Kräfte –, warum sie mit einer Null zufrieden sein sollen, während andernorts abgecasht wird?“ Die Belegschaft mache seit dem Start der Spartenkanäle mehr Programm als je zuvor – mit immer weniger Menschen. APA
("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.08.2012)

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