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Digitalisierung des Radios auf Eis: Zu wenig Interesse

16.08.2012 | 18:22 |   (Die Presse)

Die Medienbehörde fand nicht genügend Radiobetreiber für DAB+ und verzichtet vorerst auf eine Ausschreibung.

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Für Radiobetreiber Florian Novak liegen die Vorteile von Digitalradio auf der Hand: „Es könnte mehr österreichische Programme geben, weitere Musiksparten, mehr Angebot im Info-Bereich, visuelle Zusatzinformationen und Datendienste – und das in einer Infrastruktur, die von Mobilfunkern unabhängig ist.“ Und: Novak könnte sein Lounge FM via DAB+ bundesweit ausstrahlen. Doch daraus wird nichts. Zumindest nicht so bald, denn eine Bedarfserhebung der Medienbehörde fiel negativ aus. Es fanden sich nicht genügend Radiobetreiber, die einen digitalen Sender betreiben wollen, dazu wirtschaftlich in der Lage sind und es rechtlich dürfen (Stichwort: Medienkonzentration). Zwölf hätten es sein müssen, damit sich der Betrieb eines Hörfunk-Multiplex rechnet, so die Behörde. Diese Zahl sei „knapp verfehlt“ worden.

Während in der Schweiz der Verkauf des millionsten DAB-Empfängers gefeiert wird, bleibt österreichisches Radio also weiter analog. Das liege nicht nur an den Kosten für DAB+, glaubt Novak: „Das Interesse an mehr Wettbewerb ist bei den bestehenden Marktteilnehmern nicht sehr ausgeprägt.“ Die haben ja ihre analogen UKW-Frequenzen. Platzhirsch ist der ORF. Hörfunkdirektor Karl Amon meint, man habe „prinzipiell Interesse an jeder erfolgversprechenden Verbreitungsmöglichkeit von Radiocontent“, wolle aber abwarten, wie sich die im vorigen August gestartete Radiodigitalisierung in Deutschland entwickle. Wird sie ein Erfolg, „sind wir auch in Österreich dafür, zusätzlich zum Analogsignal Radio in digitaler Form anzubieten“. Da ist sich auch Novak sicher: „Dass Digitalradio kommt, ist nur eine Frage der Zeit.“ i.w.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

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2 Kommentare

Die stetig steigenden Hörerzahlen...

...beim werbefreien Sender Ö1 beweisen, dass Radio sehr wohl ein Zukunftsmedium darstellt.
Was der Artikel verschweigt ist, dass zum Empfang auch ein nicht zu billiges, geeignetes Empfangsgerät angeschafft werden muss. Für den mobilen Einsatzbereich - sehr viele Radiokonsumenten hören Analogradio über mobile Empfangsgeräte (Smartphones etc.) - sind die DAB-Geräte aber wegen des erhöhten Energieverbrauchs nicht geschaffen.

Gast: gast:1
17.08.2012 06:58
0 0

klare Ansage: wozu?

das digitale Radio der Zukunft ist ein WebRadio, ein DatenStream per Internet.

DAB löst kein echtes Problem unter dem der Radio-Hörer täglich leiden würde.

Abgesehen davon: wer hört denn noch Radio?
Die Autofahrer wegen des Verkehrsfunks?

Auch dir werden irgendwann verstanden haben, dass moderne Navis das sowieso besser können und dann gleich automatisch eine neue Route ausrechnen.

Wer braucht noch das entbehrliche Gelaber darüber ob und wo grade ein LKW umgefallen ist. Interessiert keinen; Wo gehts lang und wie kommt man am Schnellsten von A nach B.

Radion-hören wegen der Musik?
lächerlich. Ständig Werbung, Moderatoren die sich gerne selbst reden hören und dann irgendwelche totgespielte Liedlein.

Nein Danke, dann lieber WebRadio und gut ists.