Die Österreichische Auflagenkontrolle zeigt eines klar und deutlich: „Die Presse“ bleibt nicht nur die auflagenstärkste Tageszeitung im Qualitätssegment, sie hat sich zuletzt auch einen deutlicheren Vorsprung auf dem Markt erarbeitet. Mit 73.627 verkauften Exemplaren hat „Die „Presse“ den „Standard“ (69.978) im vergangenen Jahr deutlich abgehängt und den Vorsprung von 896 (1. Halbjahr 2011) auf nunmehr 3649 täglich mehr verkaufte Exemplare mehr als vervierfacht. An einem durchschnittlichen Freitag, dem nach dem Samstag stärksten Wochentag beider Zeitungen, ist der Abstand noch höher: da liegt „Die Presse“ mit 78.784 verkauften Exemplaren um 9484 Stück vor dem „Standard“. 57.523 Stück der „Presse“ gehen per Abo an die Leser – hier wurde der „Standard“ (56.513) überholt. Auch die „Presse am Sonntag“ entpuppt sich als krisenfestes Erfolgsprodukt: Mit 94.393 verkauften Exemplaren blieb ihre Verkaufsauflage im ersten Halbjahr auf einem sehr hohem Niveau stabil.
Eines zeigt die am Donnerstag veröffentlichte Auflagenkontrolle allerdings auch: Der Auflagentrend zeigt generell nach unten. Mit Ausnahme des „Kurier“, der im Verkauf um 697 Exemplare auf 159.110 zulegen konnte, mussten alle Kauf-Tageszeitungen einen Auflagenverlust hinnehmen. Erklären lässt sich der Abwärtstrend u. a. mit der Nachrichtenlage: Das erste Halbjahr 2011 lieferte mit Fukushima oder dem Arabischen Frühling mehr Schlagzeilen als die ersten sechs Monate des heurigen Jahres.
Das zahlenmäßig größte Minus (5650) aller Tageszeitungen musste die „Kronen Zeitung“ hinnehmen – an deren Spitzenposition ändert das freilich nichts. Sie verkaufte 812.876 Exemplare täglich. Auf Platz zwei der meistgekauften Zeitungen lag nach wie vor die „Kleine Zeitung“ (279.282).
„Heute“ und „Österreich“ legen zu
Die Gratismedien druckten im ersten Halbjahr mehr Exemplare denn je. Eva Dichand legt von „Heute“ täglich 620.011 Hefte auf – 32.874 mehr als im Vorjahr. Wolfgang Fellners „Österreich“ hatte montags bis freitags eine Druckauflage von 481.162 Stück, 81.458 werden verkauft. In der ÖAK wird „Österreich“ nur mehr von Montag bis Freitag ausgewiesen, am Samstag erscheint es als Kombi „Madonna mit Österreich“, weshalb die Zahlen nicht direkt vergleichbar sind – hier wurde eine Verkaufsauflage von 81.458 Stück gemeldet.
Großer Gewinner der ÖAK ist „Servus in Stadt und Land“ aus dem Red Bull Media House, das seine Verkaufsauflage gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 auf 106.668 Exemplare mehr als verdreifachte. Die News-Gruppe, die nach überzogenen Meldungen ihre Angaben für das 1. Halbjahr 2011 bereits deutlich nach unten korrigieren musste, verzeichnete weitere Verluste: Die Verkaufszahlen von „News“ gingen um 10.667 Stück auf 125.751 zurück, „Woman“ verlor 8259 Käufer (147.421), „Profil“ verkaufte 68.093 (minus 3660), das „Format“ 31.854 Stück (minus 523). Der „Trend“ legte auf 38.597 Stück leicht zu. (i. w./apa)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)


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