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"Papst"-Cover: Am Freitag beginnt "Titanic"-Prozess

29.08.2012 | 09:31 |   (DiePresse.com)

Das Magazin plant flankierend aktionistische Maßnahmen. Im Rahmen eines Papst-Mittelaltermarkts wird eine symbolische Hexenverbrennung inszeniert.

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Im Juli sorgte das "endgültige Satire-Magazin Titanic" (Eigenbeschreibung) einmal mehr für Schlagzeilen. Auf dem Cover zeigte man Papst Benedikt XVI. mit einem Fleck auf der Soutane und der Zeile "Halleluja im Vatikan: Die undichte Stelle ist gefunden". Die Folge war eine einstweilige Verfügung gegen den Titel. Nun geht die Auseinandersetzung in die nächste Runde: Am Landesgericht Hamburg beginnt das Widerspruchsverfahren gegen die vom Pontifex verbotene Ausgabe.

Das Magazin sieht dem Verfahren optimistisch entgegen. Auf der hauseigenen Internetseite ist eine Erklärung von Chefredakteur Leo Fischer zu finden: "Der Prozess gegen 'Pussy Riot' hat die Welt für Einschränkungen der Meinungsfreiheit durch entfesselte Autokraten sensibilisiert. Wir haben Vertrauen in die westliche Justiz und glauben fest daran, dass wir nicht in Plexiglaskäfigen ausgestellt werden."

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Der Optimismus nährt sich auch aus der fehlenden Replik auf das 15-seitige Widerspruchsschreiben der "Titanic": "Dem Heiligen Vater fehlen wohl die Argumente. Andererseits gehen im Vatikan derzeit viele Dokumente verloren; vielleicht wird die Antwort des Papstes noch rechtzeitig zum Prozessauftakt geleakt."

Nach Hamburg sollen nicht nur die Vertreter des Berliner Magazins anreisen, sondern die komplette Belegschaft, "um den Prozess zu beobachten. In der Hansestadt will man das Gespräch mit Kirchenvertreter suchen und sich "symbolisch an den Michel festketten". Der politische Arm der "Titanic" - "Die Partei" - hat angekündigt mit Aktionismus für Aufmerksamkeit zu sorgen. In Rahmen eines Papst-Mittelaltermarkts soll u.a. eine symbolische Hexenverbrennung stattfinden.

(Red.)

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15 Kommentare
Gast: Wasserlaeufer
30.08.2012 11:36
3 6

Was den meisten Titanic Satiren fehlt

ist der feine zweischneidig scharfe Schliff
den eine Satire ausmacht und der gegen Jeder
und Jeden gerichtet ist.

Eine Satire ist wie ein Witz den man
am Anfang nicht versteht ueber den
man dann aber am naechsten Tag
ploetzlich in schallendes Gelaechter ausbricht.

Die meisten der Titanic "Satieren" sind
aber offenbar fuer anspruchslose linke Gemueter
zurechtgeschnitten.

Schade!

Gast: maxentius
30.08.2012 10:31
3 6

Gleiches Recht für ALLE!

Diese Art von Kunst lebt nur von der Provokation. Da eignen sich halt religiöse Themen besonders.
Kritisiert wird allerdings immer nur das Christntum. Keiner wagt es im Namen der künstlerischen Freiheit den islam oder seine Vertreter zu kritisieren.
Diese Erkenntnis spricht nicht gerade für die tollen Künstler.

Antworten Gast: nureingast
30.08.2012 16:33
1 0

Re: Gleiches Recht für ALLE!

Fatwa-Neid?

Der Widersacher ist ein großer Spötter!


Gast: ROTFRONT
29.08.2012 21:47
4 0

UND WAS WILL GOTT??!!

Kann mir das einmal einer ausdeutschen? (oder outgermaningen, wie der Brite zu sagen pflegt)?
Zerbricht sich darüber hier im Forum keiner sein hübsches Köpferl?

Gast: Analyst
29.08.2012 21:07
12 3

Es reicht doch schon ,,,

,,, das Urteil wie auch das Gutachten zum Bochumer §166-Prozess aus 1986 zu zitieren, das in seiner Kurzfassung besagt, dass die r.k. Kirche einer der größten Verbrecherorganisationen aller Zeiten sei. Die Behauptungen der Kirche (wie auch anderer Religionen), sie sei die einzig richtige und alleine Vertreterin der Wahrheit ist so dumm, dass sogar Nicht-Wissenschafter das Absurde dieser Behauptung erkennen kann - wie auch die Unfehlbarkeit des Papstes absurd ist. Das ist keine Satire, das ist Realität, über die man kaum mehr lachen kann, ebenso wie über Allah, Mohammed oder Jahwe. Es ist traurig, dass in einer aufgeklärten Gesellschaft überhaupt noch zu diesem Thema prozessiert werden kann.

0 1

dass sogar Nicht-Wissenschafter das Absurde dieser Behauptung erkennen

Nicht-Wissenschafter schon, aber nicht Katholiken und sonstige, die sind eine eigene Rasse.

Antworten Antworten Gast: Ksjons
30.08.2012 09:33
1 1

Re: dass sogar Nicht-Wissenschafter das Absurde dieser Behauptung erkennen

Interessant, wie sich hier Atheismus und Rassismus vermischen - spricht wohl für sich!

Antworten Antworten Antworten Gast: Amos
30.08.2012 10:15
2 2

Re: Re: dass sogar Nicht-Wissenschafter das Absurde dieser Behauptung erkennen

Atheismus kennt keine Toleranz, womit Rassismus seine Schwester ist. An sich sieht sich Atheismus als einzig gültige Wahrheit - nur eben ohne Toleranz gegenüber jenen, die diese Ansicht nicht teilen.

10 10

Verhetzung

Was wird wohl passieren wenn eine Zeitung einen besudelten Mohammed auf Titelblatt druckt?

Mit unsere Kirche kann man ja sowieso alles machen, sogar wenn es gegen unseren Heiligen Vater geht.

Aber bei einer Mohammed Karikatur bricht fast der Rassenkrieg aus.

Antworten Gast: Kroww
30.08.2012 18:32
0 0

Re: Verhetzung

Und wer beschützt IHRE Kirche wenn nicht Sie selbst? Gehen Sie und beschützen sie.

Antworten Antworten Gast: Su Nuraxi
30.08.2012 21:47
0 3

Re: Re: Da ist was dran

Die meisten Christen wollen unbedingt PC sein und trauen sich gar nimmer, etwas zu sagen, wenn ihre Kirche (egal welche) beleidigt wird. Angesichts von so viel Feigheit darf man sich nicht wundern, wenn die Kirchenhasser vor nichts Halt machen. Man muss ja nicht "beim Beschützen" keine Gewalt anwenden. Ein gutes Beispiel, wie man es machen könnte: Da hat vor längerer Zeit ein Bildhauer eine Statue produziert mit dem Namen "Turkish delight": eine nackte Frau nur mit Kopftuch "bekleidet". Das war nicht nur frauen- und fremdenfeindlich, sondern auch islamfeindlich. Die Statue ist, soweit ich mich erinnere, zwei Mal nächtens umgelegt worden, dann ist sie in irgend einem Depot verschwunden. Diejenigen, die gegen die Statue waren, haben auf diese Art erricht, was sie wollten, ohne Gewalt anzuwenden. So betrachtet, könnten Christen etwas lernen von (gemäßigten) Moslems.

Gast: nur neugierig
29.08.2012 18:54
2 1

An den Michel anketten?

Warum bitte? Haben die Typen von der "Titanic" so wenig Ahnung, dass sie nicht einmal wissen, dass der Michel mit dem Papst nichts, aber auch gar nichts zu tun hat?

Gast: Hutbürger
29.08.2012 17:03
2 5

das "endgültige Satire-Magazin Titanic"

könnte sich genau so gut das "allerletzte Satire-Magazin" nennen.

Gast: Kenwood Chef
29.08.2012 16:16
4 6

Untergang der Titanic

Dümmliche, spätpupertierende Redaktionsgruppe, die Satire nicht verstanden hat und noch glaubt lustig zu sein.