Im Juli sorgte das "endgültige Satire-Magazin Titanic" (Eigenbeschreibung) einmal mehr für Schlagzeilen. Auf dem Cover zeigte man Papst Benedikt XVI. mit einem Fleck auf der Soutane und der Zeile "Halleluja im Vatikan: Die undichte Stelle ist gefunden". Die Folge war eine einstweilige Verfügung gegen den Titel. Nun geht die Auseinandersetzung in die nächste Runde: Am Landesgericht Hamburg beginnt das Widerspruchsverfahren gegen die vom Pontifex verbotene Ausgabe.
Das Magazin sieht dem Verfahren optimistisch entgegen. Auf der hauseigenen Internetseite ist eine Erklärung von Chefredakteur Leo Fischer zu finden: "Der Prozess gegen 'Pussy Riot' hat die Welt für Einschränkungen der Meinungsfreiheit durch entfesselte Autokraten sensibilisiert. Wir haben Vertrauen in die westliche Justiz und glauben fest daran, dass wir nicht in Plexiglaskäfigen ausgestellt werden."
Der Optimismus nährt sich auch aus der fehlenden Replik auf das 15-seitige Widerspruchsschreiben der "Titanic": "Dem Heiligen Vater fehlen wohl die Argumente. Andererseits gehen im Vatikan derzeit viele Dokumente verloren; vielleicht wird die Antwort des Papstes noch rechtzeitig zum Prozessauftakt geleakt."
Nach Hamburg sollen nicht nur die Vertreter des Berliner Magazins anreisen, sondern die komplette Belegschaft, "um den Prozess zu beobachten. In der Hansestadt will man das Gespräch mit Kirchenvertreter suchen und sich "symbolisch an den Michel festketten". Der politische Arm der "Titanic" - "Die Partei" - hat angekündigt mit Aktionismus für Aufmerksamkeit zu sorgen. In Rahmen eines Papst-Mittelaltermarkts soll u.a. eine symbolische Hexenverbrennung stattfinden.
(Red.)






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