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TV-Sender beenden Krieg um Lautstärke

03.09.2012 | 08:37 |  SARA GROSS (DiePresse.com)

Auf Initiative eines Österreichers wird die Lautstärke im Fernsehen ab sofort einheitlich geregelt. Die Werbung darf ab 1. September nicht mehr lauter als die Sendungen sein. Im Radio ist das noch anders.

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Mit 1. September endete für TV-Zuseher ein lästiges Kapitel. Der hektische Griff zur Fernbedienung, wenn der Werbeblock unvermittelt mit doppelter Lautstärke hereinbricht, ist nicht mehr notwendig. Die Sender in Österreich und Deutschland führen eine einheitliche Lautstärke ein. Mit der neuen Regelung reagieren die TV-Anstalten auf die häufigste Beschwerde von Zusehern, die damit ganz nebenbei einen Krieg beendet haben.

Gefühlt lauter und besser

Der "Loudness War" tobt seit Jahren, denn jeder will die Ohren auf sich lenken. So ist nicht nur der Werbeblock lauter, sondern auch die eine Werbung dröhnender als die andere und selbst zwischen TV-Sendern gibt es Sprünge. Der Lautheitskrieg basiert auf der "gefühlten Lautstärke". Das ist vergleichbar mit dem Phänomen, wenn sich die Temperatur bei starkem Wind gleich um etliche Grad kälter anfühlt als der Messwert. Interessant ist, dass lautere Musikstücke nicht nur mehr Aufmerksamkeit auf sich lenken, sondern auch als besser empfunden werden. Das hat damit zu tun, dass wir bei dem gleichen Musikstück, wenn es lauter abgespielt wird, die Tiefen und die Höhen besser hören können und dadurch einen besseren Eindruck haben, erklärt Florian Camerer vom ORF im Gespräch mit DiePresse.com.

Ein einfacher Trick und der Haken

Die Lautstärke lässt sich trotz Spitzenpegelbegrenzung mit einem relativ simplen technischen Trick manipulieren. Es wird einfach der gesamte Pegel stark angehoben und anschließend mit einem sogenannten Kompressor die Signalspitzen "abgeschnitten". So ließ sich auch die bisher gültige Pegel-Obergrenze einfach umgehen. Die Methode hat aber auch einen Haken, sie geht nämlich auf Kosten des Dynamikumfangs und Lautstärkenuancen - oft ein wesentliches Stilmittel - gehen verloren. Kurz gesagt, es leidet die Klangqualität.

ORF-Techniker rettet den Klang

Beenden konnte den Lautstärkekrieg im Fernsehen nur eine neue Richtlinie, die eben nicht auf dem Spitzenpegel als Referenz basiert. Mit 1. September  - in Deutschland schon einen Tag früher - halten sich die TV-Sender stattdessen an eine maximale Lautheit, die in einer Empfehlung der Europäischen Rundfunkunion (EBU) festgehalten ist. Zu verdanken ist die Initiative übrigens einem Österreicher. ORF-Tontechniker Camerer regte die Diskussion bereits 2008 an und leitet die für die Umstellung zuständige EBU-Arbeitsgruppe Ploud. Dass die Umsetzung so lange gedauert hat, liegt daran, dass sich für die Tontechniker eine wesentliche Grundlage ihrer Arbeit radikal geändert hat. Die Umstellung sei eine "echte Audiorevolution", meint Camerer. Für die Sender ist die Änderung auch mit Kosten verbunden - etwa für dutzende neue Messgeräte.

Mit an Bord sind in Deutschland und Österreich alle öffentlich-rechtlichen Sender und alle großen Privaten, erklärt Camerer. Die Sender setzen die Empfehlung freiwillig um, was nicht in allen Ländern selbstverständlich ist. Spanien etwa arbeite an einem Gesetz, sagt Camerer. Der Lautheitskrieg ist noch nicht in der gesamten EU zu Ende, in ein bis zwei Jahren dürfte es aber so weit sein, schätzt der Experte. 

Popmusik fünfmal lauter als TV

An einer anderen Front tobt der Lautheitskrieg nach wie vor ungebrochen. Die Musikindustrie kennt keine Standards für Lautstärke oder Lautheit. Für die Popmusik bezeichnet Camerer die Situation sogar als "katastrophal". Dort sei mittlerweile ein etwa zehnmal höherer Pegel üblich, als jener, der ab Samstag im Fernsehen gelte. Noch. Denn auch dort beginnt langsam ein Umdenken. Während die CD für den Experten bereits ein "lost case" ist, scheint das Problem im Internet lösbar. Konkret setzt bereits der Streaming-Anbieter Spotify auf Lautheit als Referenz und auch mit dem Entwicklerteam von iTunes gebe es schon Gespräche zur Erweiterung des Lautstärkeangleichs von Apple, erzählt Camerer. Die nächste große Baustelle für sein Ploud-Team sei aber das Radio. "Das wird sicher wieder ein bis zwei Jahre dauern, ist aber der nächste logische Schritt". 

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55 Kommentare
 
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Re: warum schaut ihr eigentlich alle

ich schaue z.B. gerne History Channel, auch wenn es ein Freimaurersender sein dürfte, interessanter als der ORF und die ewige und aufgeregte Werbung der Privaten.
Sonst einfach neue Filme auf den Stick spielen oder im Netzwerk freigeben und fertig ist der Freunde-Abend.

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ENDLICH!!!

Ich bin jedesmal erschrocken ...

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dabei sind die Werbeunterbrechungen

teilweise besser als die Filme die der ORF ausstrahlt! z.B. : http://www.youtube.com/watch?v=yEH4Yum4nN4

Es wäre mir lieber, wenn sich

die Rundfunkanstalten bei der Qualität des ausgestrahlten Programms nicht andauernd gegenseitig unterbieten würden. Scheint irgendwie ein Wettbewerb zu sein...

Gast: matilda
31.08.2012 18:43
16 0

ich hab es noch nie verstanden

was sich werbefachleute davon versprechen wenn sie mich zwingen bei beginn des werbeblocks aus reiner notwehr die lautsprecher auszuschalten. und aus angst vor weiteren schmerzen vorsorglich erst wieder einzuschalten wenn der film weitergeht.

es ist als wollten sie mit ihrer werbung nur schwerhörige ohne hörapparat ansprechen.

offenbar wird die fernsehwerbung nun bald neue zielgruppen erschliessen.

allerdings gibt es etliche werbespots, die bei jeder lautstärke nur als schmerzhafte geräuschattacke beschrieben werden können. da hilft auch weiterhin nur die not-ton-aus-taste. und die angesprochene zielgruppe bleibt so elitär derisch wie eh und je.

War auch bisher kein großes Problem ...

... weil besere Fernseher eine (abschaltbare) Automatik haben, die die Lautstärke der Werbeblöcke automatisch absenkt.

Aber so ist es natürlich besser!

An Herrn Camerer

Gott sei Dank, haben sie das mit der Werbung geregelt. Super wäre es, auch bei Spielfilmen die Hintergundmusik viel leiser zu stellen oder ganz wegzulassen. Dann könnte man vielleicht auch die Gespräche besser verstehen und das Vergnügen ,einen Film anzusehen, wäre doppelt so groß.

Gast: nurgerecht
31.08.2012 17:24
7 0

Werbung ade!

Die beste Strategie war und ist, sofort bei Beginn der Werbung den Fernseher abzudrehen oder den Sender zu wechseln! Aber jedenfalls danke sehr, Herr Camerer, für diese Verbesserung!

Heute ist Freitag!


Dank an Herrn Camerer!!

Das wurde immer unerträglicher.
Und wie ist das mit den Spielfilmen?
Hier erscheint mir auch, dass die Musik viel zu laut und der Text/Dialog dann zu leise ist. Und wem das nützt, erschließt sich mir gar nicht.

Re: Dank an Herrn Camerer!!

Für das Kino abgemischte Produktionen werden sich wohl nicht daran orientieren. Im Kino ist die Lautstärke generell höher, dafür ist der Ton gemischt und passt dort auch. Wenn der Film dann im Fernsehen gezeigt wird hört man leiser ab und das gehörte Verhältnis zwischen Sprache und Musik, bzw. Effektton verschlechtert sich. Die Sprache ist dann subjektiv zu leise.

Re: Dank an Herrn Camerer!!

Dass ihnen das so vorkommt liegt vielleicht an den Lautsprechern des Fernsehapparates. Ein Dilemme der neuen flachen Bildschirme ist es, dass kein Platz für Boxen im Gehäuse ist. Bässe sind so nicht zu machen und sogar die so wichtigen Mitten leiden darunter. Daher ist der Ton aus einem Flat-TV so mies, dass man lauter drehen muss und die Texte/Dialoge trotzdem nicht gut versteht, weil die oberen Mitten und die Höhen so scheppern, dass die unteren Mitten nicht deutlich durchkommen. Man muss sich mal den Ton an eine normale Stereoanlage anschließen und den Unterschied zum TV-Gerät anhören. Man glaubt gar nicht was man da auf einmal hören kann!

Antworten Antworten Gast: Hörer
31.08.2012 16:50
2 0

Re: Re: Dank an Herrn Camerer!!

Meiner Ansicht nach liegt das an der deutschsprachigen Synchronisation. Wenn ich bei englischsprachigen Filmen den Originalton mit der synchronisierten Fassung vergleiche, höre ich die "Hintergrundmusik" in der deutschen Fassung deutlich stärker als in den Originalfassungen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Rillenschleifer
31.08.2012 18:53
1 0

Re: Re: Re: Dank an Herrn Camerer!!

Bei den chinesischen Originalfassungen ist die Tonqualität richtig gut.
Bantu Produktionen hören sich aber getrommelt besser an.



Wieso? TV Werbung ist sowieso Pinkelpause.


Re: Wieso? TV Werbung ist sowieso Pinkelpause.

Sie meinen, es sollte weiter laute Werbung geben, denn dann wacht man auf, geht pinkeln und kommt wieder um weiter zu schlafen ;-)

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Ja. Is ja gut.

Ich gebs zu. Ich hab nur die Überschrift gelesen. War mir zu viel Text :-)


Re: Ja. Is ja gut.

Wir brechen gerade alle weg, wie geil !!!

Re: Ja. Is ja gut.

Werter Herr/Frau Toast, Sie sind cool! ;-))

Re: Ja. Is ja gut.

Schuldig im Sinne der Anklage. Dafür gibt's die Fußfessel.

Hoffentlich hört dann auch endlich........

lesen bitte, denn genau darum geht´s ja

Hoffentlich hört dann auch endlich........

lesen bitte, denn genau darum geht´s ja

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Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

auf daß die Werbung bei manchen Sendern wesentlich lauter ist als die eigentliche Sendung dazwischen.

Re: Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

So eine Unsitte, nur die Überschriften zu lesen! ;-)

Re: Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

Um DAS geht es ja! Haben sie den Artikel nicht gelesen?

4 0

Re: Re: Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

hihi

9 0

Re: Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

Falls sie den Artikel noch zwei oder dreimal durchlesen möchten ... es bestünde durchaus die Möglichkeit, dass es im Artikel auch genau darum geht.

Re: Re: Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

Er kann nichts dafür, das Hörgerät ist zeit
weise defekt

Re: Re: Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

ja und man muss ihn, um ihn 2 oder 3 mal zu lesen, nicht eigens neuerlich runterladen.

alternativ kann man den/die Partnerin bitten ihn in werbelautsaerke (alt) vorzulesen. dann in spielfilm
autstaerke. dann ev. nochmals lautlos lesen.

Antworten Gast: *** Mark Poller ***
31.08.2012 15:09
0 1

Re: Hoffentlich hört dann auch endlich die Unsitte

Ja, genau darum geht es eben.

 
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