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Palfrader: "Das Lustigste, das ich erlebt habe"

07.09.2012 | 18:43 |  von Teresa Schaur-Wünsch (Die Presse)

Über Discos, Marienerscheinungen und das Waldviertel: Ein "Braunschlag"-Abend mit Robert Palfrader, Nicholas Ofczarek und Nina Proll.

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Er würde dort nicht einmal tot über den Zaun hängen wollen, sagte jemand am Tisch, der bei den Dreharbeiten dabei war (es war John Lueftner, neben David Schalko Produzent von „Braunschlag“). Solche gibt es auch. Aber die, die am Waldviertel zumindest irgendetwas Gutes finden können, waren an diesem Abend in der Überzahl. Wahrscheinlich, weil David Schalko & Co. ihre Schauspieler nach Waldviertel-Bezug ausgewählt hatten. Oder zumindest, weil sie die fiktive Serie „Braunschlag“ gut finden, die genau dort spielt. Genau wie die neue ORF-Fernsehdirektorin Kathi Zechner, die das Werk ihres Vorgängers nicht aus dem Programm gekippt hat, sondern als „Geschenk“ übernahm.

Eigentlich hätte sich der ORF ja fast ein verstaubteres Beisl als das Wiener Huth aussuchen müssen, um über „Braunschlag“ zu plaudern. Denn die achtteilige Serie über „Gier, Korruption, Katholizismus und Alkohol“ (Autor und Regisseur David Schalko) führt ins tiefste Waldviertel, wo sich seit ein paar Jahrzehnten optisch nur wenig verändert hat. Das kann zum Beispiel Darstellerin Nina Proll bestätigen. Sie ist dort aufgewachsen, und ging „mit zwölf, 13“, wenn sie durfte, in jene Disco, die Nicholas Ofczarek in „Braunschlag“ führt. Und wegen der Robert Palfrader, der diesmal den bauernschlauen Ortskaiser gibt, derzeit regelmäßig Anrufe bekommt. Mit der Frage, „ob man die mieten kann“. In dieser Disco spielt auch die erste Schlüsselszene, in der Raimund Wallisch entrückt von der (in Wahrheit inszenierten) Marienerscheinung erzählt, die den Ort retten soll.

„Beim Proben“, erzählt Palfrader, „hat er den Text immer runtergenudelt. Erst beim Dreh hat er aufgedreht, ich hab noch gemerkt, wie der Niki langsam hinter meinem Schädl verschwindet, damit die Kamera ihn nicht sieht. Und dann wars aus. Ich weiß nicht, wie viele Takes wir abgebrochen haben, weil wir so gelacht haben. Die Erscheinungsgeschichte war definitiv das Lustigste, das ich jemals auf einem Set erlebt habe.“

Und ein gutes Zeichen für die Serie, von deren „außergewöhnlicher Chemie“ alle Beteiligten erzählen. Wallisch wurde dann übrigens durch ein Stativ mit Tennisball ersetzt, damit Palfrader und Ofczarek ihren Text sprechen konnten. Es könnte also lustig werden, wenn der ORF am 18. September mit der Serie startet. Zumindest 15.000 Leute wissen freilich schon, worum es geht: So viele DVDs wurden im Vorfeld bereits verkauft, gemäß der eher ungewöhnlichen, aber erfolgreichen Marketingstrategie des ORF, die DVD noch vor der Erstausstrahlung auf den Markt zu bringen.


Die Miniserie mit durchgehender Geschichte (wie es etwa „Sopranos“-Fan Nicholas Ofczarek liebt) sei „ein Ausweis für das, was wir uns vorstellen“, meint ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, auch wenn sie der Rektor von Stift Heiligenkreuz eine „schändliche Klamaukkomödie“ genannt habe. „Wir haben sogar immer versucht, alles Komödiantische, jede Art von Persiflage zu umschiffen“, sagt Palfrader. „Wir wollen uns über niemanden lustig machen, und meiner Meinung nach geht es auch gar nicht ums Waldviertel, sondern ums Scheitern an den eigenen Ansprüchen.“ Nichtsdestotrotz liebe er das Waldviertel, wo er seit 22 Jahren mit seiner Partnerin das Haus ihrer Großeltern renoviert. Und er liebe den „ganz besonderen Menschenschlag. Ich zähle die Jahre, bis ich ganz dort lebe. Der Niki und ich haben uns das schon ausgemacht, der Countdown läuft.“ Sogar seine Grabstätte habe er dort schon bestellt. Nicht überm Zaun, „sondern im Eck vom Tennisstüberl“.

Zur Serie

„Braunschlag“ ist eine achtteilige Serie von David Schalko, der das Drehbuch schrieb und Regie führte. Das fiktive Waldviertler Nest Braunschlag ist abgewirtschaftet, ein Wunder soll helfen. Darsteller sind u. a. Robert Palfrader, Maria Hofstätter, Nicholas Ofczarek, Nina Proll und Manuel Rubey. Die Serie wurde zuerst als DVD herausgebracht, innerhalb der ersten zwei Wochen wurden 10.000 Exemplare verkauft. Fortsetzung soll es keine geben, dafür eine neue, ähnliche Produktion. Ab 18. September im ORF.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2012)

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20 Kommentare

„Gier, Korruption, Atheismus und Alkohol“ wäre ein besserer Kontext


Nur Hader ist besser

Braunschlag macht Spaß.

Witzige Dialoge, teils überzeichnete Figuren. Exzellente, authentische Darsteller. Lediglich der Abgesandte des Vatikans erinnert an die Überdrehtheit später Kottans.

Mit Erfolg ist zu rechnen. Oder ist der Alltag lustig?

Gast: Ganz egal wie…
08.09.2012 15:26
0 0

…a Karl Merkatz wird der nie


Antworten Gast: Mitten im 8en 2.0
08.09.2012 17:36
0 0

Re: …a Karl Merkatz wird der nie

aber mit noch etwas mehr Bemühung vielleicht ein Jerry Lewis.

Gast: Waunsinn
08.09.2012 11:46
2 4

Palfrader, schau dir den Pispers an...

...und erkenne, welch ein Dilletant du bist!

Re: Palfrader, schau dir den Pispers an...

Das ist nicht nett. Wissen Sie wie schwer es ist in Österreich "lustig" sein zu wollen? Ausserdem spielt Pispers in einer ganz anderen Liga und bedient ein anderes Publikum. Aber: es gab ja auch die "Sagas" (Alpensaga, Piefke Saga...) in der die Menschen in entlegenen Regionen erstklassig gezeichnet werden. Hier wird abzuwarten sein ob Braunschlag an die Gesamtqualität heranreicht. Aber egal wie, Hut ab vor dem Wagnis einen Operettenstaat mit Satire beglücken zu wollen.

Antworten Gast: Hinsichtlich & Rücksichtlich
08.09.2012 19:47
1 1

Re: Palfrader, schau dir den Pispers an...

Der ist aber auch kein Staatshumorist.....

4 2

Erstaunlich - mit wenig Hintergrund an die Futtertröge

Es ist schon erstaunlich, wie talentfreie "Künstler" im richtigen Gesinnungsbiothop gut bezahlte Karriere machen. Herr Palfrader hat sogar in einem TV Beitrag neben Herrn Ofzarek davon gesprochen, nicht wirklich eine Ahnung vom Beruf des Schauspielers zu haben. Mit solchen Aussagen im Volkstheater, oder im Fernsehen Hauptrollen zu übernehmen ist nicht nur eine Chuzpe, sondern auch unsozial, wenn damit wirklichen Schauspielern Arbeit genommen wird. Im TV Film mit Frau Neumeister ist er nicht nur abgestürzt, er war neben wirklichen Schauspielern erst gar nicht vorhanden. Also: Weiter den Kaiser gebe ( das macht er ganz gut - auch wenn's langsam eintönig wird) und dann sich ganz dem Gesinnungskabarett widmen (da fällt mangelndes Talent nicht so schnell auf).
Übrigens, aus welchem Dunstkreis kommt denn der "Filmemacher" Schalko? Wo bleiben die wirklichen Autoren und Regisseure eigentlich? Erraten ;-) Leid tut mir nur Herr Ofzarek, der aber auch froh ist, einen gut bezahlten Job zu haben.

Der sollte nach Kärnten

kommen,denn dann zerkugelt er sich?

Z.B. zu den Großbauern Scheuch und ihrem Krokodil in der Drau,das jetzt angeblich ein Waran sein soll.

Gast: Mariahilfer
08.09.2012 09:42
4 3

Palfrader

Noch einer, der links predigt und rechts lebt!

Gast: der mann aus la mancha
08.09.2012 09:39
1 0

mit spitzer feder

Eines möchte ich zuvor gleich vollkommen unkritisch am Rande notieren, der „Mundl“ zum Beispiel wurde speziell auch von der Schauspielkunst seiner Protagonisten getragen. Wie weit es bei dieser „Braunschlag“-Truppe damit her ist kann ich noch nicht abschätzen. Um die Geschichte wird wahnsinnig viel TamTam gemacht. Auch wenn die Erzählung eine/er alleine (ohne jeglicher Unterstützung anderer Autoren) geschrieben hat, geht sie wahrscheinlich wieder voll in die Hose. Ich lass mich trotzdem überraschen…

Gast: Gastipus
08.09.2012 09:37
1 1

Waldviertel..

..wo sonst könnte eine schräge Komödie über Gier, Korruption, Katholizismus und vorallem Alkohol spielen..
Paty oida..

Den Systemkomiker

sollte man nicht ernst nehmen. Ohne Paddei sind sie alle nichts.

Re: Den Systemkomiker

Korrektur: Die Systemkomiker ...

Gast: Dummköpfe sind Denkerköpfen weit überlegen. Zahlenmäßig!
08.09.2012 01:18
3 2

Solange soetwas im OVF......

...den Menschen zur Unterhaltung serviert wird und sich die Menschen dabei auch noch unterhalten, SOLANGE können wir damit rechnen, dass sich politisch in unserem Land NICHTS ändert......das liegt in der Natur!

Gast: teo
07.09.2012 22:10
9 7

Eine schändliche Klamauk-Komedie

ist das und das glaube ich gerne. Palfrader, dem linken Klown, glaube ich nichts

Re: Eine schändliche Klamauk-Komedie

Das ist eine Kaiserlästerung!

Antworten Antworten Gast: metti
08.09.2012 11:41
3 3

Re: Re: Eine schändliche Klamauk-Komedie

Geh bitte, der ganze Schmarrn mit dem Kaiser und dem Seyffenstein war doch wirklich Maturabschlussfeierniveau. Volker Pispers, der ist gut!

Antworten Antworten Antworten Gast: Mariahilfer
08.09.2012 16:29
4 1

Re: Re: Re: Eine schändliche Klamauk-Komedie

Auf Youtube angesehen. Auch wieder
nur ein Linker, der seine Späßchen nur mit der Merkel, der CDU und FDP macht. Keine Spitzen gegen die SPD, Grünen oder Piraten. Und natürlich ganz pc korrekt gegen BILD und NPD (in einem Atemzug genannt!). Da gefallen mir sogar die alten Hadern vom Farkas und Waldbrunn noch besser.

Das politische Kabarett ist tot,

egal ob in Deutschland oder Österreich.

Kabarett muß unbequem sein, und "gegen den Strich" gehen, nicht ein weiteres Vervielfältigungsorgan des Mainstreams sein.

Wenn es fernsehkompatibel ist, ist es eigentlich schon korrumpiert.