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Die Rückkehr des Fernsehens in die Heimat

13.09.2012 | 11:35 |  ISABELLA WALLNÖFER (Die Presse)

Der ORF bietet ab Herbst mehr regionale Information und viele heimische Stars in Shows, Film und Serien. Auch Puls4 sucht nach österreichischer Unverwechselbarkeit. Und Fußballrechte, die brauchen beide.

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Man kann es sich bildlich vorstellen: Wie Kathrin Zechner die Skibrille zurechtrückt, prüft, ob der Helm sitzt, und sich dann energisch auf die Piste schwingt, um im Parallelslalom gegen die Konkurrenz zu fahren – wie die heimischen Skistars im Trailer, den der ORF bei seiner Programmpräsentation heute präsentiert. „Das ist unsere Grundattitüde: Wir empfinden uns als starkes Österreich in einem enorm schwierigen Wettkampf“, so Zechner. Ihre Taktik im Rennen: „Wir schicken unsere besten Leute auf die Strecke, und das Team kümmert sich um die Finanzierung, die Massagen etc. Ziel ist in jedem einzelnen Bewerb die Goldmedaille.“

Mit überzeugenden Worten massiert Zechner derzeit vor allem ORF-Finanzdirektor Richard Grasl, von dem sie dem Vernehmen nach gern 80Millionen Euro mehr fürs Programm hätte. Denn: Je österreichischer die Inhalte, desto schwieriger wird es, Koproduktionspartner zu finden. Dabei liegt der ORF mit seinem Ansinnen nach mehr heimischem Inhalt voll im Trend. Auch die Privatsender, die mit viel weniger Budget auskommen müssen, haben erkannt, dass US-Serien zwar ein unverzichtbarer Teil des Programms sind, dass es aber ohne Eigenproduktionen, heimischen Content und ohne eigene Moderatoren und Stars nicht geht, wenn man als TV-Marke bestehen will.

Vorschau: Der ''neue'' ORF im Herbst

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ORF baut Bundesländerinformation aus

Der ORF setzt u. a. auf den Schwerpunkt regionale Information: Am 24.9. geht die neue Mittagsschiene zum ersten Mal on air, die vor allem mit Beiträgen aus den Landesstudios punkten soll: „Heute Mittag“ (im Anschluss an die „ZiB“ um 13.15 Uhr in ORF2), moderiert von Ute Pichler und Martin Ferdiny, wird den Info-Anteil des ORF von 340 auf 385 Minuten täglich anheben, so ORF-General Alexander Wrabetz. Zechner würde sich auch für die „ZiB20“ mehr Beiträge aus den Landesstudios wünschen – ob die Sendung aber auf zehn bis 15 Minuten erweitert werden kann, hängt von „technischen, personellen und finanziellen“ Fragen ab. Außerdem will Zechner „neben einem aktuellen Polittalk am Sonntag“ (nicht unbedingt „Im Zentrum“) eine „ergänzende Talkrunde zu gesellschaftspolitischen Themen“, bzw. zu Themen, „die nicht unbedingt am Puls der Zeit, aber am Puls der Seele sein sollen“. Ob das der „Club2“ sein wird oder ein anderes Format, „das steht noch nicht fest“.

Während ORF-Societyreporter Dominic Heinzl im Trailer auffällig nicht vorkommt (über seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag sei nichts entschieden, heißt es), gibt es andere bekannte, wenige neue Gesichter, die ab Herbst das Profil von ORF eins schärfen sollen. Mittwochs legt Mirjam Weichselbraun mit versteckter Kamera Fallen aus („Hast du Nerven?“), Armin Assinger soll mit dem „Einser Team“ in Notlagen helfen, und Mari Lang versetzt sich in „Meine Welt“ in verschiedenste Lebenslagen. Der Dienstag wiederum wird die Donnerstag-Nacht beerben, die der ORF wegen der Europa League zu Grabe trägt, die mit Rapid einen heimischen Club im Rennen hat. Die Quertalker Ster- und Grissemann („Willkommen Österreich“) konnten sich auf „Die.Nacht“, die neue Programmierung am Dienstag, retten – und bekommen im Dezember zusätzlich die Chance, ihre „Kreativität, Freiheit, Ecken und Kanten“ (©Zechner) in einer eigenen Samstag-Show an einem größeren Publikum zu testen. Dienstags feiert außerdem die „Sendung ohne Namen“ ihre Auferstehung – und die Bewohner von „Braunschlag“ erleben in David Schalkos kultverdächtiger Serie ab 18.9. ihr (blaues) Wunder.

 

Puls4 setzt auf Fußball und Topmodels

Vor wenigen Tagen präsentierte auch der Privatsender Puls4 seine Programm-Highlights. Empfangen wurde das Publikum in der Rinderhalle St. Marx auf Fußballrasen – um die Champions League (ab 18.9.) und Moderator Frenkie Schinkels zu feiern. Auch der ins Media Quarter Marx übersiedelte Privatsender setzt stark auf österreichische Inhalte: Zehn neue Folgen der Polit-Satire „Demokratie – Die Show“ mit Pia Hierzegger und Michael Ostrowski laufen ab 1.11. Die „Puls4 Reportage“ wird gesellschaftlich relevante Themen und Lebensgeschichten (u. a. von Immigranten) aufgreifen. In „Tabu“ verspricht Puls4 zu enthüllen, was sich in heimischen Betten abspielt. Die Casting-Show „Herz von Österreich“ begibt sich auf die Suche nach Nachwuchstalenten im Volksmusik-Genre, der „Kiddy Contest“ sucht begabte Kinder (Moderation: Arabella Kiesbauer), und „Austria's next Topmodel“ wird in der neuen Staffel von einem österreichischen Topmodel (Melanie Scheriau) präsentiert. Wiewohl mit deutlich weniger Budget als der ORF gesegnet, will auch Puls4 seine Österreich-Information schärfen – und hat die bisherige stellvertretende Chefredakteurin von „News“ (und „Club2“-Moderatorin) Corinna Milborn angeheuert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.09.2012)

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9 Kommentare

schaue

kein tv ! ORF = Schei.....

ORF baut Bundesländerinformation aus

283.506 Burgenländer
368.061 Vorarlberger
560.056 Kärntner
usw.

brauchen DRINGEND ihr eigenes Fernsehprogramm.

Und: Wann kommt ORF regional Favoriten? (175.000 wissbegierige Zuseher - vorzugsweise Programm nicht in Deutsch)

Gast: Garst
13.09.2012 08:57
5 0

Bin ich froh, dass ich den ORF nur zahlen muss

und nicht auch noch gezwungen werde den Mist anzusehen. Man muss aus allem Übel auch das Gute herauspicken können ;)

Gast: K. D.
13.09.2012 08:02
4 0

Heuer werden es

zehn Jahre, dass ich aufgehört habe, ORF-Programme zu sehen oder zu hören. Das Leben ist schön.

Gast: iuzertlkj
12.09.2012 23:03
3 0

schlechter kann der orf ohnedies nicht mehr werden, aber besser mit den präsentierten ideen wird er auch nicht...

das klingt so "attraktiv", dass man sicherlich nicht wieder zurück zum orf findet - wer möchte diese formate schon sehen (und club 2 sowie im zentrum scheinen, ganz gleich wie der name kündtig lautet, auch weiterhin die einzigen formate zu sein, in die man je nach thema von zeit zu zeit reinschauen könnte / kann).

so was kann sich auch nur ein sender erlauben, der zwangsgebühren einhebt, ganz gleich ob man tv hat oder nicht: ein internetanschluß und schon ist man zwangsweise gebührenzahler (wahrscheinlich aus angst, dass sonst niemand mehr zahlte, geschweige denn orf einschaltete außer der generation 55 plus)!

Gast: Dr. Eisendraht
12.09.2012 22:45
6 1

Den Fischer nicht vergessen

Bei den heimischen Stars dürfte es sich um die rote Besatzung der Regierungsbank handeln

Mir wird schlecht

Braunschlag eine kultverdächtiger Serie? Noch nie gehört - eine Serie die niemand kennt soll Kult sein? Das beginnt schon so bizarr.

Hast du Nerven? Meine Welt. Einser Team klingt sehr nach gescriptete Dokusoups die außer zur verblödung keinen Sinn haben.

Die Beste Meldung ist aber, dass uns eingeredet wird, wir hätten "heimische TV-Stars".

Ich darf nur daran erinnern, das der letzte TV-Star letztes Jahr verstorben ist. Oder will irgendwer ernsthaft behaupten, das nur annähernd ein Künstler mit den großen Peter Alexander mithalten könnte?

Re: Mir wird schlecht

Braunschlag haben Sie vielleicht noch nie gehört, ich habs gesehen und ist meiner meinung nach eine großartige serie.

Und ja ich mag peter alexander auch, aber mit verlaub, der war voriges jahrhundert, andere zeiten. es gibt jede menge spitzen leute rund um film und fernsehen. von drehbuchschreiber über regisseure bis darsteller. nur wie im beitrag erwähnt ist es finanziell teuer mehr österreichisches zu produzieren

Re: Re: Mir wird schlecht

Was ist da los? Zitat: "der war voriges jahrhundert"

Also, sie haben zu Dezember 1999 ein neues Auto gekauft. Im Jahre 2000 kaufen Sie sich ein neues, weil es vom vorigen Jahrhundert stammt. Das nenne ich mal "modern"!

Grundsätzlich freue ich mich vorwiegend darüber, dass Sie Peter Alexander mögen. Aber ihn mit einem Drehbuchschreiber zu vergleichen geht doch ein wenig in das absurde!

Warum ist das eigentlich so, dass manche Leute sagen, alles was bereits länger aus ist, ist schlecht und bereits durch neueres verbessert worden?

Es ist genau umgekehrt! Wer in Österreich könnte am Erfolg Falcos anknüpfen? Wer könnte an den Erfolg eines Michael Jacksons oder Elvis Preslys anknüpfen? Wer könnte Symphonien, Sonaten und Operetten wie Mozart, Beethoven und Brahms heute noch schreiben? Wer kann heute im Schlagerbereich den Erfolg vorweisen, den Roy Black gehabt hat?

Die Antwort ist auf jeder Frage einfach: Niemand! Und der Grund ist auch einfach, weil heute jeder Künstler von einem pseudo Musiklabel vermarktet wird, dass nur noch auf Kommerz - nicht aber, auf die Qualität achtet. Gut, Roy Black war das Ergebnis der Produktionsfirmen, aber er war eben als Mensch und Künstler unverwechselbar! Das ist heute anders. Richtige Instrumente wurden doch längst gegen billige Computerstimmen ersetzt.