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"Die Wahrheit ist dem ORF zumutbar"

13.09.2012 | 11:39 |   (DiePresse.com)

In einem Kommentar nehmen die freien Mitarbeiter des ORF kritisch Stellung zur jüngsten Programmpräsentation von Alexander Wrabetz und Kathrin Zechner.

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Der Brief der freien ORF-Mitarbeiter im Wortlaut:

"Dieser Tage wird ein neues ORF Programm präsentiert. Neue Serien, neue Formate, neue Moderatoren. Währenddessen - während all der Promo-Termine und gebührenden Feiern – ist einem wesentlichen Teil der ORF-MitarbeiterInnen nicht zum Feiern zumute. Sie arbeiten täglich für das Unternehmen. Auch an Wochenenden und Feiertagen. Ohne Zuschlag versteht sich. Sie produzieren zu 100 Prozent öffentlich-rechtliches Programm und das mit viel Idealismus und Energie. Und leben deswegen an der Grenze zum Existenzminimum. Qualitätsjournalismus kostet eben. In ihrem Fall ein abgesichertes Leben.

Diese Freien MitarbeiterInnen stellen sich zu Recht die Frage: wie kann man neues Programm präsentieren, wenn das vorhandene gar nicht durchfinanziert ist? Jenes Programm auf Ö1 und FM4, in der Fernseh-Kulturberichterstattung und den mehrsprachigen Sendungen, das in seiner Vielfalt und mehrfach ausgezeichneten Qualität den Bildungsauftrag rechtfertigt. Jene Sendungen, die jahrein jahraus neben der Information das Kernstück des Public Value Berichts bilden. In dem der ORF seinen Gebührenzahlerinnen und –zahlern beweist, dass ihr Geld gut angelegt ist. Dass er sich abhebt vom Boulevard-Diktat der Privaten und seinen Finanziers etwas bietet. Kunst und Kultur, Philosophie und Wissenschaft, Information und Hintergrundanalysen. Wissensvermittlung auf hohem Niveau und trotzdem unterhaltsam und für jedermann verständlich.

Die Macherinnen und Macher dieses Programms verdienen keine sprichwörtlichen ORF-Bonzen-Gehälter. Sie verfügen über keinerlei Privilegien – außer dass sie ihren Beruf lieben. Sie wissen oft nicht wie sie ihre Miete bezahlen sollen oder die Raten für ihre Sozialversicherung. Sie sind keine Studentinnen und Studenten, die sich als BerufseinsteigerInnen erst ihre Sporen verdienen müssen. Sie sind Mittdreißiger, Mittvierziger und Mittfünfziger. Sie können fantastische fachliche Qualifikationen vorweisen, die ihre hochqualitative journalistische Arbeit erst möglich machen. Und werden vom ORF dafür entlohnt wie PraktikantInnen.

Die Verantwortlichen dieses großen Medienunternehmens wissen darüber Bescheid. Nicht erst seit den öffentlichen Protesten im Frühjahr 2012. Sie kennen die Zahlen und das Budget in- und auswendig. Sie wissen um die schändliche Entlohnung und schicken die Freien MitarbeiterInnen von einem Verantwortlichen zum nächsten. Ergebnislos. Sie weisen ständig darauf hin, nicht zuständig zu sein. Denn die Freien MitarbeiterInnen haben keine Lobby. Sie sind Freie. Und damit Freiwild für neoliberalistische Finanzierungspläne, die auf ihrem Rücken ausgetragen werden.

Der ORF lässt sie im Stich. Seine RepräsentantInnen sprechen in Interviews über Arbeitskreise zum Thema Freie, von denen die Betroffenen nichts wissen. Und über Verhandlungen, in denen auf ihre Hauptforderung – die Erhöhung der Honorare – bis heute nicht eingegangen wurde. So schindet man Zeit ohne das Problem zu lösen. Die Freien MitarbeiterInnen arbeiten in der Zwischenzeit weiter. An jenen Programmen, die oftmals keine Werbeeinnahmen bringen, keine Publicity, sondern nur öffentlich-rechtlichen Mehrwert. Jener Wert ist es jedoch, der die Existenz eines gebührenfinanzierten ORF samt seiner DirektorInnen überhaupt erst rechtfertigt. Management bedeutet Verantwortung. Diese wird jedoch im Falle der Freien MitarbeiterInnen bis dato nicht übernommen. Stattdessen wird ein neues Programm präsentiert. Auf roten Teppichen, in eleganten Präsentationsräumlichkeiten, mit ansprechend dekoriertem Buffet. Während die Finanzierung des vorhandenen Programms noch immer nicht geregelt ist.

Das ist die Wahrheit in diesen Tagen. Und sie ist unangenehm. Sie zeigt das soziale Ungleichgewicht innerhalb des ORF. Sie beschädigt die gerade jetzt frisch herausgeputzte Fassade eines erfolgreichen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sie stört die Verantwortlichen aus Imagegründen und die Betroffenen aus Überlebensgründen. Doch solange diese Wahrheit nicht durch Taten nachhaltig widerlegt wird, ist sie dem ORF zumutbar."

(awa)

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29 Kommentare
 
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Die Wahrheit ...

ist, dass die Mitarbeiter des ORF davor zittern. Nicht alles was wahr ist, darf und kann über den ORF verbreitet werden, da spielen auch noch politische Motive mit. Wrabetzt führt den ORF offenbar mit starker Hand. Es ist besser einiges nicht zu bringen, als den Vertrag zu verlieren, so argumentieren die Angestellten. Die Wahrheit ist dem ORF also nicht zumutbar,
http://wiener-wohnen.de.nr

Gast: Sepp
13.09.2012 16:15
3 0

Vorschlag:

Einfach privatisieren und (ich bin ja nett) die ORF Gebühr über 5 Jahre verteilt auf Null abschmelzen.

Viel Erfolg in der freien Wirtschaft. Das ist dort wo wir täglich den Kunden mit unserem Produkt überzeugen müssen und wir und unsere Mitarbeiter nicht unabhängig vom Produkt durch eine Zwangsgebühr finanziert werden.

Naja, wer hat die Verträge unterschrieben?

Auch wenn es oftmals Knebelverträge gibt, so reden wir hier von Verträgen die ein Art Dienstverhältnis gründen. Und niemand kann gezwungen werden diese Verträge zu unterschreiben!

Ist die Entlohnung zu niedrig oder gar so gesetzt, dass man damit nicht über die Runden kommt, dann frage ich mich, warum nimmt man dann diesen Job an? Ist es die Mediengeilheit?

Das ORF 1 Programm bis morgen 5:00 UHR!

2x CSI - Den Tätern auf der Spur
2x Das Vermächtnis der Tempelritter
1x Mein cooler Onkel Charlie
1x The Big Bang Theory
4x How I Met Your Mother
2x Scrubs - Die Anfänger
2x Malcolm mittendrin
2x Die Simpsons

Zitat: "Dass er sich abhebt vom Boulevard-Diktat der Privaten und seinen Finanziers etwas bietet."

Zwangszahler sind also Finanziers, hoch interessant.

Antworten Gast: Peterminator
13.09.2012 16:24
0 0

Re: Naja, wer hat die Verträge unterschrieben?

1.) Wer so einen Vertrag unterschreibt hofft natürlich, dass er, falls er sich als wertvoller Mitarbeiter hervortut, später mit einer Fixanstellung rechnen kann.
2.) Was sie als Mediengeilheit bezeichnen ist im Brief als Liebe zum Beruf etwas schöner umschrieben. Es gibt Leute die in ihrer Arbeit nicht nur Verdienst sondern auch persönliche Erfüllung suchen. Ebendiese Leute werden durch diese Anstellungsart schamlos ausgenützt.
3.) Es gibt außer ORF eins noch weitere Sender (Radio und Fernsehen). In diesen ist der Bildungsauftrag und die österreichische Identität sehr wohl präsent und wird auf hohem Niveau betrieben. ORF eins bedient halt eine andere Klientel (sie?).

Als jemand, der selbst aus obengenannten Gründen seit längerer Zeit als freier Mitarbeiter in einem Medienbetrieb arbeitet kann ich sämtliche im Brief vorgebrachten Positionen nachvolziehen.

Re: Naja, wer hat die Verträge unterschrieben?

Na nehmen sie einmal an, Sie wären ein rennomierter Kulturjournalist der vor allem für TV und Radio arbeitet.

Nehmen Sie an, dass wäre ihre Berufung und das, was sie wirklich gut können und auch machen wollten.

Wo, außer öffentlich, wollen Sie dann arbeiten? SAT1 Austria? ATV? Krone Hit?

Da können Sie dann maximal nach Deutschland oder in die Schweiz auswandern, aber wär´s für ein Land wie Ö nicht auch irgendwie Schade "Kultur" auf Saturday Night Fever und Bauer sucht Frau zu beschränken?

Re: Re: Naja, wer hat die Verträge unterschrieben?

Cool, ich werde von Ihnen kritisiert weil ich gegen diesen Müll bin:

2x CSI - Den Tätern auf der Spur
2x Das Vermächtnis der Tempelritter
1x Mein cooler Onkel Charlie
1x The Big Bang Theory
4x How I Met Your Mother
2x Scrubs - Die Anfänger
2x Malcolm mittendrin
2x Die Simpsons

Gleichzeitig machen Sie mir den Vorwurf, ich hätte was gegen Kultursendungen einzuwenden? Wie Grass ist das denn?

Re: Re: Re: Naja, wer hat die Verträge unterschrieben?

Häh?

Natürlich ist das über weite Strecken Müll (Simpsons vielleicht ausgenommen) -

aber der Punkt ist doch ein anderer?

Sie behaupten, die Freien müssen ja nicht für den ORF arbeiten, ich behaupte, dass GERADE in den Ö/R relevanten Feldern (Info,Kultur,Wissenschaft,etc.) es eben doch so ist, weil es hier ein Quasi Monopol gibt. Wieviele private TV oder Radiosender fallen ihnen ein die übers Donaufestival in Krems oder die Festwochen berichten, abseits von 10 Sekunden Meldungen?

Re: Re: Re: Re: Naja, wer hat die Verträge unterschrieben?

Also: Fernsehen macht dumm! Oder: Fernsehen verblödet die Menschen.

Und das passiert mit oder ohne diesen Freien Mitarbeitern! Aber diese freien Mitarbeitern sollen mal alle kündigen! Dann steht der ORF blöd da und muss sich was überlegen.

Der Bildungsauftrag ist seit Jahrzehnten nicht mehr zu erkennen. Mit oder ohne diese Mitarbeitern.

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Es wird niemand gezwungen beim ORF zu arbeiten.

Die wollen natürlich auch an den Futtertrog der privilegierten, ach so unabhängigen Mitarbeiten. "Sie leben teilweise am Existenzminimum". Der war gut.

Re: Es wird niemand gezwungen beim ORF zu arbeiten.

Naja, ist für die Freien dort aber tatsächlich so.
Können sie sich nicht vorstellen dass die kolportierten Traumgagen dort wie überall sehr ungleich verteilt sind?

Gast: Defender
13.09.2012 14:05
5 4

Ich hab mich wohl verlesen

"Dass er sich abhebt vom Boulevard-Diktat der Privaten und seinen Finanziers etwas bietet. Kunst und Kultur, Philosophie und Wissenschaft, Information und Hintergrundanalysen. Wissensvermittlung auf hohem Niveau und trotzdem unterhaltsam und für jedermann verständlich."

Das sind doch alles Themen die, die Privatsender weit besser erfüllen und das nicht erst seit gestern!

"In dem der ORF seinen Gebührenzahlerinnen und –zahlern beweist, dass ihr Geld gut angelegt ist."

Da kommt mir doch gleich die letzte Mahlzeit retour - die Zwangsgebühren für diesen "Betrieb" sind hinausgeworfenes Geld!

Der ORF ist eine Zumutung bei der Programmqualität, ein Hort für Farbenspiele der Regierenden und ein Erholungsort für seine überbezahlten Mitarbeiter!

Gebühren abschaffen - SOFORT!

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Re: Ich hab mich wohl verlesen

wer zwingt sie den orf zu sehen u. hören?

Antworten Antworten Gast: Defender
13.09.2012 15:20
3 0

Re: Re: Ich hab mich wohl verlesen

Ich werde gezwungen für etwas zu ZAHLEN

- das von minderwertiger Qualität ist
- die Propaganda der jeweiligen Regierung verbreitet UND
- deren Günstlinge mit Posten versorgt

wenn Sie das nicht stört, zahlen Sie weiter bitte für mich auch gleich - Danke!

2 0

Re: Re: Ich hab mich wohl verlesen

Die GIS

Gast: Nick P.
13.09.2012 13:54
3 0

Rüchtritt

Alexander Wrabetz und Kathrin Zechner, beide hochprozentige Kanditaten für einen Rücktritt !!!

Warum hohlt man sich nicht ehemalige italenische RAI, franz. oder BBC Mitarbeiter als Programmplaner und Verantwortliche ins ORF Boot ? Den die Wissen wenigstens was es heißt erfolgreiches Programm zu machen.

Gast: richarda12
13.09.2012 13:46
4 1

Die Wahrheit.....

Die Wahrheit ist, das auch das neue zukünftige ORF Programm, abgesehen vl. die Polizeisendung ab 2013, totaler Müll ist. Kein Mensch hat heutzutage noch richtiges Interesse eigen produzierte Sendungen des ORF zu sehen. Geschweige denn ORF prod. Serien. Warum gibt es eigentlich einen ORF III oder ORF Sport Plus, wenn rund um die Uhr am ORF 1 und 2, nur Sport, Nachrichten, Eigenprod. Müll und tlw. den ganzen Abend bis zum Morgengrauen alle Serienfolgen einer Serie wie im Fall Desperate Housewives oder Two and a half Men gezeigt werden ? Auch zum X-ten Mal deutsche Serien zu wiederholen ist TOTALE PROGRAMMFEHLPLANNUNG ! Es gibt so viele Hochwertige britische, franz., und US Serien, warum werden die nicht endlich mal eingekauft und gezeigt ? Der ORF glaubt er muß immer noch rein Ö. Fernsehen zeigen. Daweil hat sich die Welt weitergedreht. Allein schon die ZIB ist ein Graus unmodern bis geht nicht mehr ganz zu schweigen von den Moderatorinnen. Hallo, hat denen noch keiner gesagt das man nicht so steif und toternst sein sollte im TV ? Besser wäre es der ORF wäre ein Spartensender wie SKY.

Gast: smilefile
13.09.2012 12:58
8 2

ORF,...


wer braucht diesen Sender noch. Phoenix,- und Arte, - ausgezeichnete Information. Tadellose Nachrichten. Werbefrei,...und informativ.

Ö1,- ja genau,- am Wochenende zum Frühstück die Holocaustsendungen, ist für mich Grund diesen Sender zu hinterfragen,..

Doch gibt eine Anzahl an Sendungen die sehr hörenswert sind,..


Antworten Gast: Johann S
13.09.2012 13:37
2 0

Re: ORF,...

Die deutschen öffentlich rechtlichen Regionalsender sid grundsätzlich werbefrei
(Bayern B alpha,Ndr,Mdr.......)
Auch Phönix,Arte,3sat,Zdf info sind tolle Sender.
Ö1 Mittagsjournal empfindet man als informativ.
Die unsägliche Werbung in Orf1 und Orf2
kann man durch Ignoranz vermeiden.
Fr Gr

Antworten Antworten Gast: Tonus
13.09.2012 16:22
2 0

Re: Re: ORF,...

Man vergesse nicht ServusTV

Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
13.09.2012 17:46
0 0

Re: Re: Re: ORF,...

Ist ein Privatsender ,natürlich mit Werbung.
Sollte aber sehr informativ sein,hat Lizenz für Eishockey BL,so dies jemand
interessiert.
Fr Gr

Gast: hausverstand1
13.09.2012 12:27
7 3

Qualität und Ö1????

also was Ö1 angeht braucht man sich dessen Programms nicht wirklich rühmen. Bildungsauftrag??? Wohl eher Genossenauftrag, wenn man sich den Großteil der Sendungen anhört. Für einen normal dekenden Bürger kommt einem da mehrmals nur noch ein Tinnitus zur Hilfe.

Re: Qualität und Ö1????


stimme Ihnen zu!
ö1 ist an links-linker ideologie nicht mehr zu ertragen.

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Re: Qualität und Ö1????

ö1 ist ein hervorragender sender.punkt

Gast: Gääähn
13.09.2012 12:11
1 0

Wahrheit

Diese Welt bestüht fast nur noch aus Lügen. In was für einer Zeit leben wir eigentlich? Es gibt Meinungsfreiheit in diesen Land - noch!

Gast: dreamerinvienna
13.09.2012 12:10
3 6

kann man diese behauptungen auch belegen

die presse übernimmt im obigen artikel völlig unkritisch behauptungen aus einem kommentar der freien mitarbeiter des orf. sind denn diese behauptungen auch belegbar? macht sich die presse auch daran, diese behauptungen zu hinterfragen?
klar würde ich gesinnungs- und leidensgenossen auch unterstützen. aber so vorbehaltlos unkritisch? ist das einer diepresse würdig?

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Re: kann man diese behauptungen auch belegen

ich sehe hier überhaupt kein journalstisches problem.alle zeitngen geben sich als plattform für meinungen her.

 
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