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Jan-Gregor Kremp ermittelt: Der junge "Alte"

13.09.2012 | 14:03 |  VON KLAUS STÖGER (DiePresse.com)

Kremp ist als neuer Kommissar Richard Voss in der Fernsehserie „Der Alte“ zu sehen. Die Titelfigur habe aber nichts mit dem Rentenalter zu tun, sagt er im Gespräch mit der „Presse“.

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Siegfried Lowitz, Rolf Schimpf, Walter Kreye - und jetzt Jan-Gregor Kremp. Der 1962 in der Nähe von Düsseldorf geborene Schauspieler ist ab Freitag als neuer Chefermittler in der deutschen Krimiserie „Der Alte" (14.9., 20.15 ORF2) zu sehen. Sein Vorgänger Walter Kreye, der seit 2008 in knapp 40 Folgen nach Mördern gesucht hat, musste krankheitsbedingt die Sendung verlassen. Der erste „Alte", Siegfried Lowitz, war knapp 63 Jahre alt, als er 1977 seinen Dienst als Kriminalhauptkommissar im Münchner Morddezernat antrat. Kremp ist 49. Und die Serie heißt trotzdem noch „Der Alte". Das habe „nichts mit dem Rentenalter zu tun, die Kollegen in der Serie meinen damit einfach den Chef", erzählt Kremp im Gespräch mit der der „Presse". Er wird Ende September 50. „Ich denke, da bin ich in einem guten Alter, um einen Chef zu spielen."

Der Schauspieler Michael Ande spielt schon seit der ersten Folge den Ermittler Gerd Heymann. Jetzt erlebt er seinen vierten Vorgesetzten. „Michael Ande hat schon viele kommen und gehen gesehen. Da gab es überhaupt keine Probleme", sagt Kremp. Das gesamte Team habe ihn gleich als Chef akzeptiert. Lowitz hat in der Serie eher den ruppigen, etwas schroffen Kommissar, Schimpf den moderaten dargestellt. Wie wird Kremp die Rolle anlegen? „Ich werde sicher nicht alles ganz anders machen als die beiden, aber schon auch mein eigenes Gärtchen bepflanzen - ich bin ja auch schon aufgrund meiner Statur etwas breiter, etwas lauter, etwas bäriger."

Lowitz hieß als Kommissar Erwin Köster, Schimpf trug den Namen Leo Kress, Heye ermittelte als Rolf Herzog. Kremp heißt nun in der Fernsehserie Richard Voss. Der Name sei ihm nicht vorgegeben worden, er habe ihn zusammen mit seinem Sohn ausgesucht. „Ich finde, Richard ist ein sehr klassischer Name und er klingt auch gut. Ich habe einmal Richard III. in München gespielt, übrigens unter Matthias Hartmann, dem jetzigen Burgtheaterdirektor", erzählt Kremp.

Ausgebildet in Salzburg

Kremp wurde in Monheim bei Düsseldorf geboren. Nach der Schule studierte er zunächst Musik. Er wollte Lehrer werden. „Mir ist aber bald klar geworden, dass mir das Pädagogische nicht so liegt", erklärt der Schauspieler. Danach studierte er Schauspiel am Mozarteum Salzburg. „Das war eine sehr schöne Zeit, ich habe sie sehr genossen. Ich habe dort viel auf Probebühnen gespielt, auch beim Jedermann war ich dabei - wie viele Schauspielschüler bei der Tischgesellschaft." Im Jahr 2000 war Kremp auch in Wien engagiert. Er spielte im Burgtheater den Franz Moor in Schillers „Die Räuber". „Es war eine tolle Inszenierung, Regie führte damals übrigens auch wieder Hartmann". Kremp ist mit der Schauspielerin Johanna Gastdorf verheiratet und hat einen Sohn.

Die Rolle im Alten ist nicht Kremps erster Ausflug in die Welt der Fahnder und Ermittler: Schon in der Krimiserie „Polizeiruf 110" spielte er einen Kommissar. In den nächsten Monaten ist der Rheinländer verstärkt mit seinem Soloprogramm „KREMP - ist mir so passiert" in Deutschland auf Tour. Darin erzählt er in Texten und Liedern von Kindheit, Beruf, seinem Leben als Fußballfan und seiner Wahrnehmung der Welt.

 

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1 Kommentare

Kreye wurde noch im Krankenhaus und per Telefon gefeuert

Soviel ich weiß musste der an Darmkrebs erkrankte Walter Kreye die Sendung verlassen, weil ihn die Produzentin, eine geschiedene Frau Porsche, per Telefon zwischen OP und erster Chemo erbarmungslos gefeuert hat. Und nein - der unwürdige Rauswurf fand nicht in einem globalisierten Konzern statt, sondern bei einem durch Steuergelder finanzierten öffentlich-rechtlichen Sender.

Dabei wäre es ein Leichtes gewesen diese Krankheit ins Drehbuch einzubauen, den "Alten" zB eine Zeit lang von einem seiner Assistenen vertreten zu lassen oder auch von einem anderen Kommissar, bis er selbst wieder fit ist.