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"Ich bin mehr als eine Zahl auf der Waage"

04.10.2012 | 13:39 |  von HEIDE RAMPETZREITER (DiePresse.com)

Die US-Nachrichtensprecherin Jennifer Livingston wehrt sich gegen Anfeindungen aufgrund ihres Übergewichts. Im Internet ist der Clip ein Hit.

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Der mutige Auftritt einer US-Nachrichtensprecherin sorgt im Internet für einen regelrechten Hype: Jennifer Livingston, Moderatorin beim lokalen US-Sender WKBT in La Crosse, Wisconsin, wehrte sich in der Sendung am Dienstagmorgen live gegen ein beleidigendes E-Mail eines Zusehers. Dieser hatte sie aufgrund ihres Übergewichts heftig kritisiert. Auf YouTube hat der - inzwischen dutzendfach vorhandene - Clip bereits an die fünf Millionen Views erreicht. Die meisten Zuseher zeigen sich begeistert von der Botschaft.

Übergewicht als "gefährliche Angewohnheit"?

Zu Beginn ihrer Stellungnahme zitierte Livingston aus dem Schreiben des Zusehers, der zugab, die Sendung nicht regelmäßig zu verfolgen. Er warf der Nachrichtensprecherin vor, wegen ihres Übergewichts ein schlechtes Vorbild für junge Mädchen zu sein. "Ich bin überrascht, dass Ihre körperliche Verfassung sich über viele Jahre hinweg nicht verbessert hat", schrieb der Zuseher. "Fettleibigkeit ist eines der schlimmsten Dinge, für die sich ein Mensch entscheiden kann und eine der gefährlichsten Angewohnheiten, die man haben kann", meinte er. "Ich schreibe Ihnen in der Hoffnung, dass sie sich Ihrer Verantwortung als lokaler Fernsehstar bewusst werden und einen gesunden Lebensstil vorleben."

Als Person des öffentlichen Lebens sei sie es gewohnt, Kritik einzustecken, sagte Livingston in der Sendung. Dieses E-Mail sei aber über das übliche Maß an Beleidigungen hinausgegangen. "Angriffe wie diese sind nicht okay", stellte sie klar. "Die Wahrheit ist: Ich habe Übergewicht", sagte sie. "An die Person, die mir das E-Mail geschrieben hat: Glauben Sie, ich weiß das nicht? Glauben Sie, ihre gemeinen Worte machen mich auf etwas aufmerksam, das ich bisher nicht gesehen habe? Sie kennen mich nicht. Sie wissen nichts über mich außer dem, was sie sehen. Ich bin viel mehr als eine Zahl auf einer Waage."

Beleidigungen wie diese "erziehen" zu Mobbing

Die Worte des E-Mailschreibers würden sie nicht auf persönlicher Ebene treffen, sagte die Moderatorin. Wütend mache sie aber, dass es viele Kinder gebe, die sich ebensolchen Anfeindungen ausgesetzt sehen und sich nicht zu wehren wüssten. Mobbing würde ihr Angst machen, sagte Livingson, selbst Mutter von drei Mädchen. Dieses Problem wachse täglich, vor allem durch das Internet, das zu einer "Waffe" für Mobbing geworden sei. Schikanierendes Verhalten sei erlernt, sagte die Moderatorin. "Raten Sie mal, was passiert, wenn Sie zu Hause über die 'fette Nachrichtensprecherin' reden: Ihre Kinder gehen wahrscheinlich in die Schule und nennen jemanden 'fett."

Der Clip auf YouTube

Livingstons Ehemann, Moderatorenkollege Mike Thompson, hatte das E-Mail zuvor auf der Facebook-Seite der Nachrichtensendung "WKBT News 8 This Morning" gepostet. Die Reaktionen überraschten die Betroffene: Hunderte Zuseher meldeten sich zu Wort und verteidigten die Sprecherin gegen die Anfeindungen. Das habe sie dazu ermuntert, sich persönlich in der Sendung zu den Beleidigungen zu Wort zu melden, so Livingston. Sie riet ihren Zusehern, sich Reaktionen zum Vorbild zu nehmen: "Lassen Sie nicht zu, dass Menschen, die mobben, ihr Selbstwertgefühl beeinflussen", sagte sie. "Aus diesem, meinem Fall kann man etwas lernen: Grausame Worte eines Einzelnen bedeuten Nichts im Vergleich zum Aufschrei von Vielen."

 

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20 Kommentare
Gast: blink
04.10.2012 20:10
1 1

fett und heuchlerisch

so empfindsam kann sie nicht sein. immerhin hat sie das email an die öffentlichkeit getragen. und dabei unterstelle ich ihr die intention, mitleid und zuspruch zu bekommen. was ihr zweifellos geglückt ist. es gibt ja genug andere fette, die da mitfühlen können...

Diese Frau entspricht sehr wohl der...

...durchschnittlichen US-Bürgerin. Wer schon einmal in den USA unterwegs war, weiß, dass die amerikanische Gesellschaft schwer adipös ist.
Amerikanische TV-Serien und Hollywood gaukeln uns schlanke Schönlinge vor.
Wer erinnert sich nicht an die zwar außergewöhnlich tapferen, aber auch extrem bladen Feuerwehrleute bei 9/11 in NY. Keiner von ihnen hatte offensichtlich weniger als 100kg.

Gast: TheDude
04.10.2012 15:20
5 4

Ich versteh nicht ganz...

wo das Problem liegt. Sie wird hier nicht aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe diskriminiert, sondern es wird von einem Zuschauer angemerkt, dass sie eine Vorbildfunktion hat und somit ihre Fettleibigkeit unter Kontrolle bringen sollte.

Nicht fettleibig zu sein, bedeutet nicht automatisch magersüchtig zu werden!

Und bezüglich innerer Werte: ich finde Disziplin- und Maßlosigkeit nicht gerade beeindruckend.

Wenn sich dicke Jugendliche als Dicke wohlfühlen, da sie solche auch in angesehenen Funktionen im Fernsehen sehen, werden sie nicht die Disziplin aufbringen um etwas zu ändern.

Mit dem Rauchen aufzuhören ist auch nicht einfach, trotzdem wird es empfohlen. Genauso sollte es auch mit Fettleibigkeit sein!

Antworten Gast: Bruder Kain
04.10.2012 20:06
0 0

ein heimlicher Pol Pot-Anbeter?

Die Dicken raus aufs Feld zum Arbeiten??

Re: Ich versteh nicht ganz...

Einsperren alle Dicken, das ist ihre Ansicht was ?

Antworten Gast: vito c
04.10.2012 16:04
2 1

Re: Ich versteh nicht ganz...

es geht darum, dass es lediglich die derzeitige mode ist, die sagt, dass dünne frauen als atratktiv gelten. was auch schon ganz anders war und in anderen kulturen ganz anders ist.

es geht um ein übermaß an oberflächlichkeit. darum dass menschen glauben ein hübscher körper, nach dem was die masse als slchen bezechnet, reicht. dabei ist der noch nicht einmal wichtig.

es geht um die frage was der mensch ist und was das wesentliche ist, dass einen menschen zu einem individum macht.

weiters wäre es besser mal selbst nachzudenken, über sich, seinleben und seine ziele, anstatt zu tun was empfohlen wird, oder darauf zu warten was empfohlen wird, wie es empfehlen.

Re: Re: Ich versteh nicht ganz...

falsch,

der Brief/Email erwähnt doch nicht was schön oder nicht schön ist, sondern der Ersteller will darauf aufmerksam machen, dass man als öffentliche Person eine gewisse Vorbildwirkung hat und Fettleibigkeit nicht gerade gesund ist.

Es geht nicht darum, was gerade in Mode ist.

Antworten Antworten Antworten Gast: Barrorscho
04.10.2012 20:11
1 1

dann werden wir in Zukunft wohl auch

keine übergewichtigen Politiker mehr wählen, oder wie? War ja klar, dass nach den Rauchern jetzt die nächste Bevölkerungsgruppe als Zielscheibe für den Unmut der Leute präsentiert wird. Als nächstes dann vielleicht die Brillenträger ("Mens sana in corpore sano"). Dabei schrammt man schon langsam dann am Faschismus vorbei. Und alles nur, um von den wahren Problemen abzulenken, damit z.B. die Verantwortlichen für die globale Wirtschaftskrise sich weiter in der Anonymität ducken können (und weiterhin saftige Profite einsacken).

Gast: Klaus M.
04.10.2012 15:15
5 3

Na ja....

Angesichts der Ernährungssituation unter amerikanischen Kindern ist dem Autor zuzustimmen. Ich sehe das als guten Rat, Mobbing ist aber sicher nicht zu erkennen.

Die Worte des E-Mailschreibers würden sie nicht auf persönlicher Ebene treffen, sagte die Moderatorin.

warum nimmt Sie dann öffentlich Stellung dazu? Wenn ihr das Schreiben egal wäre, dann wäre es im Müll gelandet.

Abgesehen davon, wenn der Brief wirklich so geschrieben wurde wie er hier zitiert wird, dann klingt das doch garnicht so "böswillig". Als öffentliche Person sollte man da drüber stehen, vorallem wenn man, wie diese Dame, weiß das man fettleibig ist.

Re: Die Worte des E-Mailschreibers würden sie nicht auf persönlicher Ebene treffen, sagte die Moderatorin.

fällt das Posten des Briefes/Emails auf Facebook nicht auch unter Mobbing?

Die Dame bzw ihr Göttergatte wollten doch bestimmt damit erreichen, dass der Ersteller öffentlich kritis- und attackiert wird. Warum sonst sollte man sowas öffentlich Posten?

Gast: Gast 0000
04.10.2012 14:18
2 1

Naja,

... aber gesünder wäre es auf jeden Fall, und eine gewisse Vorbildwirkung ist vorhanden, das ist nicht so ganz aus der Luft gegriffen - aber sie muss ja keine Bohnenstange werden... Aber auch ich bin gegen Mobbing jedweder Art!

9 12

Ein FernsehmoderatorIn hat eben eine gewisse Vorboldfunktion!

Ich hab' ganz ehrlich gesagt, keine Lust, mir im Fernsehen irgend so ein adipöses Teil anzusehen - da wird mir echt schlecht.

Antworten Gast: Eyjaffjallalljoekul
04.10.2012 14:53
6 3

Re: Ein FernsehmoderatorIn hat eben eine gewisse Vorboldfunktion!

Aber wenn im US Fernsehen von Kriegstoten mit zerschossenen Körpern gezeigt werden, dann stört Sie das nicht?

2 1

Re: Re: Ein FernsehmoderatorIn hat eben eine gewisse Vorboldfunktion!

Nö!

Antworten Gast: vbdsbh
04.10.2012 14:49
9 4

Re: Ein FernsehmoderatorIn hat eben eine gewisse Vorboldfunktion!

Ihr stumpfes Kommentar zeigt auf welchem geistigen Niveau Sie sich befinden. Es ist sehr, sehr tief!

Auch Models wie Kate Moss und diese oberdämlichen Modelshows haben Vorbildfunktion und führen tausender junger Mädchen in die Magersucht, einige sogar in den Tod.

Es sterben weit mehr Menschen an Magersucht, als an Fettleibigkeit - meist tun sie dies im ersten Fall auch noch in ganz jungen Jahren, was ich persönlich als das Perverseste an der ganzen Sache empfinde!

Ich finde nicht, dass man Fettleibigkeit förden sollte - gesundes Leben, wenig Fett, kaum Zucker und dazu ein wenig Sport - aber krankhaft abnehmen zu wollen, um einem sog. "Ideal" zu entsprechen, ist einfach nur lächerlich. Wer einen harten Tag hatte, kann sich mit Salat nicht zufrieden geben, da muss schon was Vernünftiges auf den Tisch, denn umkippen will wohl keiner von uns. Vernünftig iSv gesunder Kost, die auch schmecken darf!

Dicke Menschen jedoch zu degradieren und auszugrenzen, ist das Letze in meinen Augen! Man sollte sie lieber unterstützen und ihnen zu einem gesünderen Lebenswandel zu verhelfen!

Eines ist klar: innnere Werte kann man nicht sehen! Also lernt die Leute erst einmal kennen, bevor ihr urteilt!!!

1 1

Re: Re: Ein FernsehmoderatorIn hat eben eine gewisse Vorboldfunktion!

Blödsinn

Re: Re: Ein FernsehmoderatorIn hat eben eine gewisse Vorboldfunktion!

Es heißt: Ihr stumpfer Kommentar

Wortart: Substantiv, maskulin

Somit bewiesen wäre, dass Sie kein geistiger Hochflieger sind.

Antworten Antworten Gast: smilefile
04.10.2012 15:24
0 2

was zu



beweisen wäre! Es sei denn, sie meinen die Hungertoten in Afrika,..!!!

Antworten Antworten Gast: sonstwer
04.10.2012 15:21
3 1

Re: Re: Ein FernsehmoderatorIn hat eben eine gewisse Vorboldfunktion!

"Es sterben weit mehr Menschen an Magersucht, als an Fettleibigkeit"

Da sprechen die echten Zahlen aber eine andere Sprache. Herz-Kreislauf Erkrankungen bzw. mache Arten von Krebs sind sehr eindeutig auf Fettleibigkeit zurückzuführen.