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Medienbehörde: ORF verstieß gegen Programmauftrag

05.10.2012 | 13:10 |   (DiePresse.com)

Der ORF müsste nach einer Prüfung der KommAustria seinen Unterhaltungsanteil stark reduzieren. Er will "mit allen rechtlichen Mitteln" gegen den Spruch vorgehen.

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Der ORF hat von Jänner 2010 bis August 2011 in seinen beiden TV-Programmen ORF eins und ORF 2 kein ausgewogenes Gesamtprogramm geliefert und damit gegen das ORF-Gesetz und den öffentlich-rechtlichen Kernauftrag verstoßen. Zu diesem Ergebnis kam die Medienbehörde KommAustria nach einer Beschwerde des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP). Ein weiterer Vorwurf der Privatsender, nämlich dass der ORF in seinen Hauptprogrammen zu privat agiere und damit verwechselbar sei, wurde von der KommAustria zurückgewiesen. Zugleich hielt die Medienbehörde fest, dass das Gesamtprogramm des ORF inzwischen durch den Start der Spartenkanäle ORF III und ORF Sport+ größtenteils ausgeglichen sein dürfte. ORF und VÖP können gegen den KommAustria-Bescheid innerhalb von zwei Wochen Berufung einbringen.

Laut KommAustria hat der ORF von Jänner 2010 bis August 2011 in seinen Fernsehkanälen "nicht dafür gesorgt, dass die Kategorien Information, Kultur, Unterhaltung und Sport in einem angemessenen Verhältnis zueinanderstanden, wie es der im ORF-Gesetz formulierte, öffentlich-rechtliche Kernauftrag verlangt", teilte die Medienbehörde am Freitag mit.

In einem entsprechenden Bescheid stellte die KommAusstria gleich "mehrere Verletzungen des ORF-Gesetzes" fest. So war im genannten Zeitraum etwa die Kategorie Kultur mit einem Anteil von rund drei Prozent gegenüber der Kategorie Unterhaltung, die einen Anteil von über 50 Prozent aufwies, stark unterrepräsentiert.

80 Prozent Unterhaltung in ORF eins

Einen Gesetzesverstoß ortet die Behörde in der programmlichen Gestaltung von ORF eins und ORF 2. So wies etwa ORF eins mit einem Unterhaltungsanteil von rund 80 Prozent nicht die vom Gesetzgeber geforderte inhaltliche Vielfalt auf. Nach Ansicht der Behörde handelte es sich bei den beiden reichweitenstärksten ORF-Fernsehprogrammen nicht um sogenannte "Vollprogramme", für die im Bescheid klar nachvollziehbare Kriterien dargelegt werden.

Demnach müssen beide Programme jeweils mindestens drei der vier Kategorien Information, Kultur, Sport und Unterhaltung mit einem Anteil von wenigstens 10 Prozent aufweisen und eine Kategorie darf nicht mehr als 66 Prozent des Programms ausmachen. Und eine in einem Programm fehlende Kategorie muss jedenfalls im anderen Programm vertreten sein.

ORF müsste Unterhaltungsteil reduzieren

Wird der Bescheid der KommAustria also rechtskräftig, "wird der ORF seine Programmgestaltung sowohl im Hinblick auf die Ausgewogenheit des Gesamtprogramms als auch insbesondere hinsichtlich der inhaltlichen Vielfalt seiner Hauptprogramme überprüfen und gegebenenfalls anpassen müssen", so die Medienbehörde. Konkret heißt das, dass der ORF in diesem Fall seinen Unterhaltungsanteil auf ORF eins auf höchstens 66 Prozent reduzieren muss.

"Mit allen rechtlichen Mitteln" gegen Bescheid kämpfen

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zeigte sich in einer ersten Reaktion "bestürzt über einen unfassbaren Bescheid". Er kündigte an, man werde "mit allen rechtlichen Mitteln" gegen den Spruch der Medienbehörde vorgehen. Der Bescheid sei ein "Eingriff in die Unabhängigkeit", meint der ORF-Chef. "Der ORF erfüllt wie kaum ein anderer europäischer öffentlich-rechtlicher Sender seinen umfassenden Informations-, Kultur- und Unterhaltungsauftrag. Dies wird von Publikum und Experten gleichermaßen anerkannt", so Wrabetz.

"Vollkommen inakzeptabel" sei aber die erstmalige bescheidmäßige Festschreibung von fixen Prozentanteilen, die der ORF aus den Bereichen Information, Kultur, Unterhaltung zu senden habe. Kritik kommt auch am "extrem engen Kulturbegriff" der Medienbehörde.

Kritisch sieht der ORF das Gutachten, auf das sich die Behörde stützt. Es sei wissenschaftlich fragwürdig, methodisch verfehlt und inhaltlich falsch. Es sei zudem von einem Sachverständigen verfasst, der in einem Naheverhältnis zu deutschen privaten Mitbewerbern stehe. Der ORF sieht in dem "behördlichen Eingriff in die Programmautonomie" auch einen "klaren Verstoß" gegen die verfassungsgesetzlich gewährleistete und in Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention garantierte Meinungsäußerungs- und Rundfunkfreiheit sowie gegen die Unabhängigkeit des ORF gegenüber staatlichen Behörden. "Der ORF wird alle nötigen Mittel ergreifen, um seine Programmhoheit zu verteidigen", so Wrabetz.

Privatsender versus ORF

Der Verband Österreichischer Privatsender hatte dem ORF im Herbst des Vorjahres in einer Beschwerde bei der KommAustria vorgeworfen, dass dieser zu privat agiere und das Programm von ORF eins und ORF 2 zu wenig öffentlich-rechtlich und ausgewogen sei. Laut Privatsendern kamen die beiden ORF-Programme von Jänner 2010 bis August 2011 nur auf 11,4 Prozent Informationsanteil und 67,2 Prozent Unterhaltungsanteil.

Die Privatsender fühlen sich vom Bescheid der KommAustria bestätigt."Diese Entscheidung der KommAustria ist richtungsweisend für die österreichische Medienpolitik", erklärte Klaus Schweighofer, VÖP-Vorstandsvorsitzender und Vorstand der Styria Media Group. VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm findet es "erfreulich, dass die KommAustria durch die Festlegung von Kriterien für die Vollprogramme ORF eins und ORF 2 der Auslagerung von wenig quotenstarken Inhalten in die Spartenprogramme einen Riegel vorgeschoben hat."

 

>>> Zum Bescheid der KommAustria

(APA/Red.)

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95 Kommentare
 
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wieso

unausgewogen? voll ROT Gewichtet.

Gast: Oliver Glawischnig
07.10.2012 07:51
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Besonders die ORF Nachrichten ...

... auch die ORF Nachrichten haben meist keinen Alltagsgebrauchswert für die ÖsterreicherInnen - Mario Brocallo hat unlängst eine kluge Analyse zu dem Thema veröffentlicht.

O Glawischnig

Gast: Lukas
06.10.2012 22:25
4 0

der ORF ist eine Frechheit gegenüber dem Gebührenzahler

doch SPÖVP erhöhen immer wieder die Gebühren für den roten Werbe-Staatsfunk. Die Informationspolitik ist schlichtweg eine primitiv manipulierte Zumutung. Der ORF ist ein Produkt von SPÖVP - beide sind eine Schande für Österreich!

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Vor 80 Jahren war man zumindest in dieser Beziehung ehrlicher:

da hieß das "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda". Aber gut, ORF ist kürzer.

Gast: vugui
06.10.2012 18:27
3 0

orf

Scheiss auf ORF schau schon lange nicht mehr...hab alle rotfunk Sender gelöscht.

Gast: Schluss mit GIS
06.10.2012 17:54
0 0

Gleichheitsgrundsatz

Die KommAustria sollte dem Wrabetz einen unangemeldeten Hausbesuch abstatten und die Gebühren beschlagnahmen.

Gast: total crash
06.10.2012 17:26
1 0

Is mah eh Wurscht,

welch Programm der sche@'#*+}][{³²\ß[--.0}?€€µ.;µooooß\/ 3~@§$%°^x ORF mit samt seinen Politiker & Baddeien-Schleimer sendet,ih schau ma des eh scho johrelaung nimma auh,wird sich auch nix daran ändern (für immer und ewig);o)

Nur schade das ich für den Dreck auch noch Zwangsgebühren zahlen muss,nau guad sauf ih hoid ah poah Krig`ln weniga,is guad für meih Gsundheit,oiso drauf gschis*`n ;o)

Antworten Gast: Klaus
06.10.2012 17:41
0 0

Re: Is mah eh Wurscht,

mein Held. ... [NOT!]

Gast: :gerhard
06.10.2012 16:45
0 2

serienwahn

Das Hauptabendprogramm besteht fast ausschließlich aus stupiden Serien. Das ist wahrlich zum Verzweifeln. Den Report gleichzeitig mit Braunschlag zu senden, ist dumm oder ein agressiver Akt gegen Frau Waldner.

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Re: serienwahn

Sie haben die Erfindung des Videorecorders verschlafen.

Re: Re: serienwahn

orf tvthek?

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ORF =

Sozialistisches Staatsfernsehen!

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Re: ORF =

Richtig.
Die Presse- und Propagandaabteilung der Sozis (auf Staatskosten)!

Antworten Antworten Gast: nußknacker
06.10.2012 16:00
0 1

Re: Re: Sozis (auf Staatskosten)

der staat wäscht die gewinne.

Schauen tu ich nie-zahlen darf ich schon

Und warum kann ich mir nicht einfach aussuchen, ob ich den Sender haben und dafür zahlen will oder eben nicht?

Antworten Gast: Wabletz
06.10.2012 18:26
4 0

Weil Sie Rücksicht auf die anderen GIS-Opfer nehmen müssen, und der ORF einen Verblödungsauftrag zu erfüllen hat.

6 0

Re: Schauen tu ich nie-zahlen darf ich schon

weil die spö sagt du musst alles was die spö will von uns ist geld.zeit für gerechtigkeit.

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Re: Schauen tu ich nie-zahlen darf ich schon

weil die spö sagt du musst alles was die spö will von uns ist geld.zeit für gerechtigkeit.

unverwechselbar ?

Die Programmgestaltung des ORF als unverwechselbar gegenüber den Privaten zu bezeichnen, entbehrt jeder Grundlage. Der ORF bewegt sich auf dem Niveau eher von RTL 2.

Von mir aus kann dieser "Rotzfunk" ruhig weiterbestehen - aber ohne unsere Zwangsgebühren!


Der ORF bietet nicht einmal


"Frühstücksfernsehen" wie ZDF und ARD!

Offenbar ist es den Privilegienstadelisten nicht zumutbar, so früh aufzustehen und Nachrichten vorzubereiten!

Puls4 bietet das schon, aber leider auf einem sehr tiefen Niveau!


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Re: Der ORF bietet nicht einmal

Für wen glauben Sie, gibt es Frühstücksfernsehen?

Re: Re: Der ORF bietet nicht einmal


Für Leute wie mich, die früh aufstehen und qualifizierte Nachrichten haben möchten!

Die gibt es bei ARD und ZDF, nicht nur am Morgen!

Nur hätte ich natürlich auch gerne regionalere Nachrichten!

Aber nachrichtenmäßig ist der ORF sowieso eine Katastrophe, 3 Meldungen und dann ist schon die Werbung da!

Die österreichischen Privatsender sind da aber auch nicht besser, außer vielleicht "ServusTV".

Ich weiß nicht was die Redakteure gelernt haben, ihr Geschäft verstehen sie jedenfalls nicht!

Da sind die BRD-Journalisten weit überlegen und meistens auch wesentlich unabhängiger.


Gast: haral001
06.10.2012 11:57
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Sinnvoll??

Schön gut dasss die Behörde mehr Kulturprogramm fordert....

Nur wie sinnvoll ist es, dass sowohl ORF eins als auch ORF2 beide 10% Kulturanteil haben sollen??

Bzw. beide über 10% Sportanteil haben sollen...

Fürn Kunden ist es besser, wenn man die Inhalte nach Sender trennt, so wie es ja bisher ist!

Am einser gibts Sport, am ORF2 Seitenblicke...

Antworten Gast: Karv
06.10.2012 17:26
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Re: Sinnvoll??

Sie haben da etwas missverstanden.

Es gibt die 4 Kategorien Information, Kultur, Unterhaltung und Sport.

Jeder Sender (Also sowohl ORF eins als auch ORF2) muss zumindest 3 davon mit 10% im Programm vertreten haben.

Es gibt also kein Problem wenn ORF eins keine einzige Kultursendung, und ORF2 keinerlei Sportberichterstattung sendet, solange dafür Sport bzw. Kultur und Information in ausreichenden Ausmaß vorhanden sind.

Für mich

ist / war der ORF ein (fast ) reiner Fußballsender. Auf keinem anderen Kanal weder In Ö noch in De wurde so viel Fußball gesendet!

 
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