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ORF-Gesetz „nicht erfüllt“

05.10.2012 | 18:24 |  von Isabella Wallnöfer (Die Presse)

Die KommAustria hält das ORF-Programm 2010/11 für unausgewogen. Die beiden Sender ORF eins und ORF2 seien nicht als Vollprogramme zu werten.

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Wien. Zum Schluss soll der Aktenberg, den die Mitarbeiter der Medienbehörde zu bearbeiten hatten, einen Meter hoch gewesen sein. Auf 96 Seiten hat die KommAustria ihre Schlussfolgerungen in einem Bescheid zusammengefasst, der ORF-General Alexander Wrabetz am Freitag in einer Spontanreaktion zur Weißglut brachte: Der ORF habe im Zeitraum vom 1. Jänner 2010 bis 31. August 2011 seinen „gesetzlichen Auftrag nicht erfüllt“, erklärt die Behörde, weil der Öffentlich-Rechtliche „nicht dafür gesorgt hat, dass die Kategorien Information, Kultur, Unterhaltung und Sport in einem angemessenen Verhältnis zueinander standen“.

Als Beispiel wird die Kategorie Kultur genannt: Im erhobenen Zeitraum habe man in den beiden ORF-Programmen nur einen Kulturanteil von etwa drei Prozent gefunden – womit sie im Vergleich zur Unterhaltung (über 50Prozent) „stark unterrepräsentiert“ war. Erst seit der ORF zwei Spartensender betreibt – den Info- und Kulturkanal ORF III und ORF Sport plus – dürfte das Ungleichgewicht „größtenteils ausgeglichen“ sein, vermutet die KommAustria.

 

ORF eins: 80% Unterhaltung

Sie sieht jedoch noch einen weiteren Gesetzesverstoß: Denn während der ORF stets argumentiert, man müsse bei der Beurteilung der Ausgewogenheit ORF eins und ORF2 zusammenzählen, ist die Behörde der Ansicht, jeder der Sender für sich müsse die Kriterien eines Vollprogramms erfüllen – was nicht der Fall sei. ORF eins etwa habe „mit einem Unterhaltungsanteil von rund 80 Prozent nicht die vom Gesetzgeber geforderte inhaltliche Vielfalt“ ausgewiesen, heißt es.

Wird der Bescheid der KommAustria rechtskräftig, hat das für den ORF weitreichende und peinliche Konsequenzen. Er müsste im TV-Hauptabendprogramm zweimal einen Text verlesen lassen, dass er „vom 01. 01. 2010 bis zum 31. 08. 2011 kein differenziertes Gesamtprogramm von Information, Kultur, Unterhaltung und Sport für alle angeboten“ hatte, in dem „kein angemessenes Verhältnis der Kategorien Information, Kultur, Unterhaltung und Sport“ zueinander bestand und dass er „keine zwei Vollprogramme mit den Kategorien Information, Kultur, Unterhaltung und Sport veranstaltet“ hatte, wodurch „das ORF-Gesetz im Hinblick auf den öffentlich-rechtlichen Auftrag verletzt“ wurde.

Eine Strafe droht dem ORF zwar nicht. Allerdings müsste er den rechtskonformen Zustand herstellen und sein Programm „in Hinblick auf die Ausgewogenheit und hinsichtlich der inhaltlichen Vielfalt seiner Hauptprogramme gegebenenfalls anpassen“. Mangels einer genauen Definition im ORF-Gesetz hat die KommAustria im Bescheid erstmals Prozentsätze für den Anteil an Information, Kultur, Unterhaltung und Sport im ORF-Programm festlegt – was der ORF als „vollkommen inakzeptabel“ zurückweist (siehe Interview). Um als Vollprogramm zu gelten, „müssen beide Programme (ORF eins, ORF2, Anm.) jeweils mindestens drei der vier Kategorien Information, Kultur, Sport und Unterhaltung mit einem Anteil von wenigstens zehn Prozent aufweisen und darf eine Kategorie nicht mehr als 66Prozent des Programms ausmachen. Eine in einem Programm fehlende Kategorie muss dabei in dem anderen Programm vertreten sein“.

 

Anteil von Kultur und Info heben

So müsste etwa ORF eins im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 (siehe Grafik) den Kultur- und/oder den Infoanteil von 0,3 bzw. 2,9 Prozent auf je mindestens zehn Prozent massiv erhöhen, gleichzeitig den Unterhaltungsanteil massiv zurückschrauben. Auch ORF2 lag bei der Kultur mit 7,5 Prozent unter der geforderten Marke und sendet verschwindend wenig Sport (0,4Prozent). Freilich: Auch die deutschen Öffentlich-Rechtlichen werden den Ausgewogenheitskriterien nicht gerecht – bei der ARD man zwei Prozent Kulturanteil, beim ZDF fünf.

Aktiv geworden war die Behörde aufgrund einer vom Verband Österreichischer Privatsender eingebrachten Beschwerde. Darin erhoben die Mitbewerber auch den Vorwurf, der ORF wäre im Vergleich mit den Privatsendern nicht unverwechselbar – hier konnte die Behörde aber keine Rechtsverletzung feststellen. Der ORF will „mit allen rechtlichen Mitteln“ gegen den Bescheid vorgehen. Binnen 14 Tagen ist Berufung beim Bundeskommunikationssenat möglich, in weiterer Folge beim Höchstgericht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.10.2012)

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95 Kommentare
 
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wieso

unausgewogen? voll ROT Gewichtet.

Gast: Oliver Glawischnig
07.10.2012 07:51
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Besonders die ORF Nachrichten ...

... auch die ORF Nachrichten haben meist keinen Alltagsgebrauchswert für die ÖsterreicherInnen - Mario Brocallo hat unlängst eine kluge Analyse zu dem Thema veröffentlicht.

O Glawischnig

Gast: Lukas
06.10.2012 22:25
4 0

der ORF ist eine Frechheit gegenüber dem Gebührenzahler

doch SPÖVP erhöhen immer wieder die Gebühren für den roten Werbe-Staatsfunk. Die Informationspolitik ist schlichtweg eine primitiv manipulierte Zumutung. Der ORF ist ein Produkt von SPÖVP - beide sind eine Schande für Österreich!

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Vor 80 Jahren war man zumindest in dieser Beziehung ehrlicher:

da hieß das "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda". Aber gut, ORF ist kürzer.

Gast: vugui
06.10.2012 18:27
3 0

orf

Scheiss auf ORF schau schon lange nicht mehr...hab alle rotfunk Sender gelöscht.

Gast: Schluss mit GIS
06.10.2012 17:54
0 0

Gleichheitsgrundsatz

Die KommAustria sollte dem Wrabetz einen unangemeldeten Hausbesuch abstatten und die Gebühren beschlagnahmen.

Gast: total crash
06.10.2012 17:26
1 0

Is mah eh Wurscht,

welch Programm der sche@'#*+}][{³²\ß[--.0}?€€µ.;µooooß\/ 3~@§$%°^x ORF mit samt seinen Politiker & Baddeien-Schleimer sendet,ih schau ma des eh scho johrelaung nimma auh,wird sich auch nix daran ändern (für immer und ewig);o)

Nur schade das ich für den Dreck auch noch Zwangsgebühren zahlen muss,nau guad sauf ih hoid ah poah Krig`ln weniga,is guad für meih Gsundheit,oiso drauf gschis*`n ;o)

Antworten Gast: Klaus
06.10.2012 17:41
0 0

Re: Is mah eh Wurscht,

mein Held. ... [NOT!]

Gast: :gerhard
06.10.2012 16:45
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serienwahn

Das Hauptabendprogramm besteht fast ausschließlich aus stupiden Serien. Das ist wahrlich zum Verzweifeln. Den Report gleichzeitig mit Braunschlag zu senden, ist dumm oder ein agressiver Akt gegen Frau Waldner.

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Re: serienwahn

Sie haben die Erfindung des Videorecorders verschlafen.

Re: Re: serienwahn

orf tvthek?

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ORF =

Sozialistisches Staatsfernsehen!

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Re: ORF =

Richtig.
Die Presse- und Propagandaabteilung der Sozis (auf Staatskosten)!

Antworten Antworten Gast: nußknacker
06.10.2012 16:00
0 1

Re: Re: Sozis (auf Staatskosten)

der staat wäscht die gewinne.

Schauen tu ich nie-zahlen darf ich schon

Und warum kann ich mir nicht einfach aussuchen, ob ich den Sender haben und dafür zahlen will oder eben nicht?

Antworten Gast: Wabletz
06.10.2012 18:26
4 0

Weil Sie Rücksicht auf die anderen GIS-Opfer nehmen müssen, und der ORF einen Verblödungsauftrag zu erfüllen hat.

6 0

Re: Schauen tu ich nie-zahlen darf ich schon

weil die spö sagt du musst alles was die spö will von uns ist geld.zeit für gerechtigkeit.

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Re: Schauen tu ich nie-zahlen darf ich schon

weil die spö sagt du musst alles was die spö will von uns ist geld.zeit für gerechtigkeit.

unverwechselbar ?

Die Programmgestaltung des ORF als unverwechselbar gegenüber den Privaten zu bezeichnen, entbehrt jeder Grundlage. Der ORF bewegt sich auf dem Niveau eher von RTL 2.

Von mir aus kann dieser "Rotzfunk" ruhig weiterbestehen - aber ohne unsere Zwangsgebühren!


Der ORF bietet nicht einmal


"Frühstücksfernsehen" wie ZDF und ARD!

Offenbar ist es den Privilegienstadelisten nicht zumutbar, so früh aufzustehen und Nachrichten vorzubereiten!

Puls4 bietet das schon, aber leider auf einem sehr tiefen Niveau!


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Re: Der ORF bietet nicht einmal

Für wen glauben Sie, gibt es Frühstücksfernsehen?

Re: Re: Der ORF bietet nicht einmal


Für Leute wie mich, die früh aufstehen und qualifizierte Nachrichten haben möchten!

Die gibt es bei ARD und ZDF, nicht nur am Morgen!

Nur hätte ich natürlich auch gerne regionalere Nachrichten!

Aber nachrichtenmäßig ist der ORF sowieso eine Katastrophe, 3 Meldungen und dann ist schon die Werbung da!

Die österreichischen Privatsender sind da aber auch nicht besser, außer vielleicht "ServusTV".

Ich weiß nicht was die Redakteure gelernt haben, ihr Geschäft verstehen sie jedenfalls nicht!

Da sind die BRD-Journalisten weit überlegen und meistens auch wesentlich unabhängiger.


Gast: haral001
06.10.2012 11:57
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Sinnvoll??

Schön gut dasss die Behörde mehr Kulturprogramm fordert....

Nur wie sinnvoll ist es, dass sowohl ORF eins als auch ORF2 beide 10% Kulturanteil haben sollen??

Bzw. beide über 10% Sportanteil haben sollen...

Fürn Kunden ist es besser, wenn man die Inhalte nach Sender trennt, so wie es ja bisher ist!

Am einser gibts Sport, am ORF2 Seitenblicke...

Antworten Gast: Karv
06.10.2012 17:26
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Re: Sinnvoll??

Sie haben da etwas missverstanden.

Es gibt die 4 Kategorien Information, Kultur, Unterhaltung und Sport.

Jeder Sender (Also sowohl ORF eins als auch ORF2) muss zumindest 3 davon mit 10% im Programm vertreten haben.

Es gibt also kein Problem wenn ORF eins keine einzige Kultursendung, und ORF2 keinerlei Sportberichterstattung sendet, solange dafür Sport bzw. Kultur und Information in ausreichenden Ausmaß vorhanden sind.

Für mich

ist / war der ORF ein (fast ) reiner Fußballsender. Auf keinem anderen Kanal weder In Ö noch in De wurde so viel Fußball gesendet!

 
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