Dass der Herbst dem „Kurier“ einige Veränderungen bringen würde, war Mitarbeitern und der Branche seit Wochen bekannt. Am Freitag wurde die Belegschaft der Tageszeitung darüber informiert, dass das Haus Einsparungen „im hohen einstelligen Millionenbereich“ durchsetzen muss. Betroffen sind davon in erster Linie die Mitarbeiter: 25 Posten in der Redaktion werden eingespart, großteils soll das durch Nichtnachbesetzungen und natürliche Abgänge passieren. Schon Anfang 2011 trennte sich das Blatt von 36 Mitarbeitern. Ab 2013 sollen auch die Leser stärker zur Kasse gebeten werden: Die Abopreise für Print werden steigen.
Obwohl gespart werden muss, weil das, wie „Kurier“-Geschäftsführer Thomas Kralinger der APA sagt, „für uns der einzige Weg ist, den ,Kurier‘ zukunftsfähig und profitabel aufzustellen“, wird eine komplett neue Redaktionsstruktur erarbeitet, die langfristig ebenfalls Kosten sparen soll: So sollen Print- und Onlineredaktion mit integrierten redaktionellen Abläufen zusammengelegt werden. Jeder Ressortchef wird künftig für die Berichterstattung in Print, online und auf Smartphones verantwortlich sein. Dies soll dann in einem neuen, integrierten Newsroom umgesetzt werden – ob der weiterhin in der Lindengasse sein wird oder, wie kolportiert, in der Muthgasse in Döbling, steht noch nicht fest. „Kurier“-Chefredakteur Helmut Brandstätter tendiert eher dazu „rauszugehen“.
Baukastenlayout soll Arbeit erleichtern
Sichtbare Veränderungen im Blatt wird es schon sehr bald geben: Ab dem US-Wahltag am 6. November bekommt der „Kurier“ ein neues Layout, für das Artdirector Helge Schalk verantwortlich ist. Dabei wird auch die Blattstruktur verändert, angeblich soll etwa das TV-Programm von der letzten Seite verschwinden und eine neue Ressorteinteilung kommen. Das neue Baukastenlayout soll es den Redakteuren ermöglichen, nur mehr fixe Elemente zu befüllen, nur noch die Aufschlagsseiten werden künftig von Layoutern gestaltet. Die Redaktion ist durch die anstehenden Veränderungen verunsichert, manche kritisieren, hinter den geplanten Neustrukturierungen sei kein Konzept erkennbar. awa
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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