Onlineplattform "Dossier“ nimmt "Heute“ ins Visier

16.10.2012 | 16:06 |   (DiePresse.com)

Fünf Journalisten gehen mit ihrem „Dossier“ zum Thema Gratis-Zeitung „Heute“ online. Eva Dichand droht ihnen mit Klage.

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Eine bessere PR hätte sich das Team rund um die Journalisten Florian Skrabal und Sahel Zarinfard nicht wünschen können. Noch bevor sie am Mittwoch um neun Uhr mit ihrer Investigativ-Datenjournalismus-Plattform „Dossier" online gehen, droht ihnen „Heute"-Herausgeberin Eva Dichand medienwirksam mit einer Verleumdungs- und Schadenersatzklage. Die Journalisten haben Dichand am Montag schriftlich mit ihren Rechercheergebnissen konfrontiert - diese reagierte prompt mit der Klagsdrohung, da die Fakten jedenfalls falsch seien.

Die Daten, die morgen veröffentlicht werden sollen, stammen aus einer groß angelegten Recherche zu den Inseraten in "Heute": Die "Dossier"-Mitarbeiter haben alle Inserate, die zwischen dem 6. September 2004 und dem 31. Dezember 2011 in der Gratiszeitung erschienen sind, erhoben und ausgewertet, erklärt der 33-jährige Skrabal. Die „Dossier"-Macher wollen damit unter anderem beweisen, dass sich die Inserate des Bundeskanzleramts in „Heute" in Werner Faymanns Amtszeit vervierfacht haben.

PR-Berichterstattung im Dienstvertrag?

Zudem wollen sie aus einem Dienstvertrag eines Ex-„Heute"-Mitarbeiters zitieren, in dem steht: „Eine wohlwollende PR-Berichterstattung der jeweiligen Inserenten ist für den wirtschaftlichen Erfolg unerlässlich". Dichand bestreitet, dass es eine solche Klausel gibt.

Das viele Datenmaterial, das sie gesammelt haben, soll vor allem in Form von kompakten Info-Videos präsentiert werden. Mit dem Hinweisknopf „Steal Our Stories & Data" werden alle Medien eingeladen, so Skrabal, „unsere Rohdaten herunter zu laden und uns zu überprüfen".

In unregelmäßigen Abständen will „Dossier" nun neues Material zu großen und kleinen Skandalen veröffentlichen. Finanziert werden soll die Seite durch freiwillige Spenden, Stipendien von internationalen Stiftungen und Kooperationen mit Medien. So könnte ein Medium für eine spezielle Recherche eigene Redakteure beisteuern und die Kosten übernehmen. Inserate oder öffentliche (Steuer-)Gelder wolle man nicht annehmen. Dichands Klage sehen sie gelassen entgegen, betont Skrabal.

Neben Skrabal ("Datum", "Stern", zuletzt "Die Presse") besteht das Gründungsteam von "Dossier" aus den Journalisten Georg Eckelsberger (27, "Datum") und  Sahel Zarinfard (24, Onlinemagazin "Paroli") sowie Datenspezialist Paul Pölzlbauer (33, Co-Autor des Buches "Democray Ranking 2012 - Die Qualität der Demokratie in der Welt") und Mediengestalter Fabian Lang.

Ab 17. Oktober unter www.dossier.at

(awa/her)

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37 Kommentare
 
12
Gast: vergilius
17.10.2012 22:02
2

kein beitrag auf orf.at

über diese plattform? warum denn das???

Also meine uneingeschraenkte Unterstuetzung habt ihr!


Gast: Flatulenzler
17.10.2012 10:47
9

Vergleich Kärnten - Wien

Kärnten ist, verglichen mit Wien, ein 'Korruptions-Lercherlschas'

Re: Vergleich Kärnten - Wien

nur die österreich,heute und krone leser begreifen das nicht.

"Dosier" ist "heute" vermutlich die meist gelesene Seite.

Hoffentlich entwickelt sich daraus etwas Ernsthaftes
und nicht blos eine weitere Seite für VTler.

Gast: HelleOlga
17.10.2012 09:29
11

Österreich braucht keine Propagandablätter der Bundesregierung !


HEUTE, ÖSTERREICH und die KRONE kann man nicht mal als Toilettenpapier benutzen, daher ab in den Sondermüll damit !!


Re: ab in den Sondermüll

Solange unsere Landsleute die erwähnten Blätter lesen bzw. schlimmer, kaufen, sind Sie der
einsame Rufer in der Wüste.

Antworten Antworten Gast: Corriere
17.10.2012 13:26
1

Re: Re: ab in den Sondermüll

Ich lese nur den Kurier :D

Gast: Eisenbichler D
17.10.2012 08:37
15

Ein erster Schritt zu einer Verbesserung des politischen Sittenbildes

Schonungsloses Aufräumen der Roten Politik-Medien-Groß-Familien-Sippe!

Ohne Gratisblattl Propaganda und Hirnwäsche würde die politische Landschaft anders aussehen!

Eva

Pfui ! widerlich das SPÖ Pack

eva hat angst

geht ihr rotes blatt den bach runter ich würde es begrüßen.

Re: eva hat angst

Das wird auch auf die Krone abfärben.

eva

ist sogar für ihren eigenen mann, christoph dichand (kronen zeitung) eine tägliche gefahr. diese schundblatt ist nur für wc-papier eine wirklich bedrohung.

Re: eva

Cosy ist besser. Heute ist dafür gratis. Dafür bekommt man davon einen roten Popo...

Gast: UKW
16.10.2012 22:27
19

In jedem anderen Land würde man den Politikern dafür die "Achter" anlegen

Die "Dossier"-Macher haben den Nobelpreis zehnmal mehr verdient, als die EU.

Re: zehnmal mehr verdient

Tschuldigung,
Sie meinten wohl den Pulizzerpreis!

Nobelpreis scheint mir doch ein klein wenig übertrieben.

Ansonsten darf ich noch anmerken: Nicht einmal als Klopapier geeignet.

Gast: Speiber
16.10.2012 21:41
0

1. Ich verstehe Ihr Kommentar leider nicht...

(schönste Zeitdokumente? Partei aufgegeben?)
bis auf den letzten Absatz ->

2. Das wird wohl morgen geklärt werden wenn die Site online geht^^


Gast: Unbelievable
16.10.2012 21:32
4

Unbelievable

Freu mich schon auf morgen *grins*

Gast: Was ist Qualitätszeitung
16.10.2012 21:26
1

Vergangenheit und heute!

Wenn ich mir heute Qualitätszeitung und Schundblätter ansehe, da wäre heute die Bezeichnung Qualitätszeitung für die Arbeiterzeitung mehr als berechtigt, auch wenn nichts so alt ist wie eine Zeitung von gestern, dank des einzigen freien Archivs und einer der ganz wenigen Weltweit überhaupt, ist das heute noch sehr Lesenwerts und einer der schönsten Zeitdokumente!

Es ist aber verständlich das die Partei diese Zeitung aufgegeben hat, schließlich war die Redaktion nicht so fein, nicht auch mal ihre Brötchengeber ziemlich unsanft auf die Zehen zu steigen, etwas das leider vollkommen aus der mode gekommen ist.

Allerdings ich nehme da diese Webseite "Dossier" detto nicht ernst, Kritische Berichterstattung und verweis auf Gesichtsbuch, Tube und Twitter ist nicht mal mehr witzlos, fehlendes Impressum macht die Sache dazu nur noch schlimmer!

Re: Vergangenheit und heute!

Wer lesen kann ist klar im Vorteil, denn es gibt sehr wohl ein Impressum das dem MedG und dem ECG entspricht.

Außerdem ist die Anbindung an andere Medien keines Falls eine Qualitätsminderung. Es ist eine Anbindung, mehr auch nicht.

Sie würden sich ja auch nicht über ihren VW beschweren, weil Sie mit dem Autoradio OE3 empfangen können - oder doch?

Inserate zusammen zählen ...

kann doch nicht strafbar sein!
Also, ruhig Blut, Frau Dichand und anfangen mit dem Nachzählen ...
Vielleicht hilft Ihnen der Grinseinserator beim Zählen?

15

Hmmm...

Die Frau Dichand droht aber oft mit Klage...

Sie droht ja auch jenen mit Klagen die sagen, die "heute" sei in SPÖ Nähe...

Na schau Pressefreiheit nur für sich selbst?

Wenn ich täglich in der U-Bahn sehe, wieviele Leute das Käseblatt lesen, wundert mich weder die Pisastudie noch weshalb Rot noch in Wien an der Macht ist.
Es hält sich auch hartnäckig das Gerücht, wenn die Zeitung nicht mehr in der U-Bahnstellen verteilt werden darf, erhält die Stadtregierung Negativschlagzeilen. Auch diverse Brände und Störungen sollen auf die achtlos weggeworfenen Blätter in den Tunnels verantwortlich sein.

Re: Na schau Pressefreiheit nur für sich selbst?

Ich verstehe nicht, dass das überhaupt erlaubt ist. Das müssen ja Unmengen an Papier sein, die da täglich entsorgt werden müssen an "heute" und "Österreich".

Plumpe Schlitzohrigkeit von Rot-Grün (in Wien)...

viele Polit-Propagandablattln (inkl.Zwangsbeglückung) und Ärgernis für die Bevölkerung.

Diese rote Machtclique um Häupl (u.Konsorten) bedient sich schamlos der Steuergelder !

Gast: phj
16.10.2012 19:17
7

morgen werde ich heute lesen

und mich dann genüßlich auf dossier.at begeben.

 
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