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Journalisten protestieren mit Pfeifkonzert

22.10.2012 | 20:16 |   (DiePresse.com)

Vor dem Gebäude des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) versammelten sich hunderte heimische Print- und Onlinejournalisten aus gut einem Dutzend Medienhäusern und forderten faire Arbeitsbedingungen.

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Mit Trillerpfeifen, Hupen und Transparenten ausgerüstet zogen österreichische Journalisten aus gut einem Dutzend Medienhäusern Montagmittag vor das Bürogebäude des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) in der Wipplingerstraße. Grund der von der Gewerkschaft der GPA-DJP organisierten Kundgebung war die Aufkündigung des Journalisten-Kollektivvertrags von Verlegerseite vor wenigen Wochen. Der VÖZ hatte diesen Schritt damit begründet, man erhoffe sich dadurch ein rascheres Ergebnis der seit drei Jahren andauernden Verhandlungen um einen zeitgemäßen KV, der künftig auch für Onlinejournalisten gelten soll.

Die Verleger hatten Vertreter der Gewerkschaft am Montag um 14 Uhr zu einem weiteren Treffen in der Sache gebeten. Die Gewerkschaft war zwar zu einem Gespräch bereit, stellte aber klar, dass nur weiter verhandelt werde, wenn die Verleger die Kündigung zurückziehen würden.

Gespräche vertagt

Nach viereinhalbstündiger Verhandlung wurden die Gespräche auf kommenden Montag vertagt. Grund waren laut VÖZ Auffassungsunterschiede über das weitere Vorgehen. Gewerkschaftspräsident Franz C. Bauer meinte, es habe noch juristische Bedenken gegeben, die zunächst geklärt werden müssten. Außerdem habe man das Gefühl gehabt, die Arbeitgeberseite hätte versucht, am Montag bereits KV-Elemente mitzuverhandeln, dabei sei es doch lediglich um die Modalitäten und das weitere Vorgehen gegangen, so Bauer.

Die Journalisten demonstrierten zuvor ihren Unmut an der Gesamtsituation mit Bannern, auf denen Slogans standen wie „Barack Wer? Kein Journalismus, keine Ahnung“ oder „Geht's dem Journalismus schlecht, geht's uns allen schlecht“.

Demonstration: Journalisten und Hunde auf der Straße

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„Verhandlungen statt Pfeifkonzerte“

Eine junge Frau trug ein Schild um den Hals mit der Aufschrift: „Ich bin Journalist, nur mein Konto weiß nichts davon.“ Der VÖZ begrüßte die Journalisten ebenfalls mit Spruchbändern, auf denen stand: „Für einen Journalisten-KV mit Zukunft“ und „Verhandlungen statt Pfeifkonzerte“.

Zur Kundgebung gekommen waren Print- und Onlinejournalisten von den Zeitungen „Kurier“, „Standard“, „Wiener Zeitung“ und „Presse“ sowie von den Magazinen „Profil“, „Format“, „Falter“, „Trend“ und „Furche“ und der Nachrichtenagentur APA. Auch Medienvertreter aus Graz, Salzburg und Innsbruck waren dabei. Die Wiener Polizei schätzte die Anzahl der Teilnehmer auf 300 Personen. Öffentliche Versammlungen fanden am Montag auch in Graz, Salzburg und Innsbruck statt. In Graz gingen dabei nach Schätzungen der Exekutive etwa 200 Journalisten auf die Straße.

Splechtna

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Bauer, Chef der Journalistengewerkschaft, sprach von einem „historischen Moment“. Noch nie in der Zweiten Republik seien Journalisten auf die Straße gegangen, um für ihre Rechte zu kämpfen. Laut Bauer soll sich die Protestkundgebung in den einzelnen Medienhäusern „nicht betriebsstörend“ ausgewirkt haben. „Im Gegensatz zu den Verlegern wollen wir uns die Eskalationsszenarien noch offenhalten.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.10.2012)

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20 Kommentare
Gast: herr 5565
29.10.2012 14:07
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Die Journalisten regen sich auf?

Sind das dieselben, die uns Tag für Tag zeigen, wie käuflich sie sind? Und zwar trotz fürstlicher Presseförderung?

Gast: nur a göd
24.10.2012 08:49
1 0

für das, was die zusammenschreiben,

sind die noch überbezahlt. in jedem käseblatt steht fast wortwörtlich dasselbe drinnen. dazu meist noch politisch korrekte diener ihrer jeweiligen brötchengeber oder der inseratenkunden...

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na sowas - schreiben die schreiberling dauernd

die löhne sind zu hoch, die pensionen sind zu hoch, und überhaupt keine vermögensteuern usw usw.

und jetzt wollen sie mehr - verstehe das nicht.

ihr schreibt für die abzocker und die zahlen euch nicht ordentlich - schreibt nutr weiter - sägt an den ast auf den ihr sitzt!


Gast: PÖHSE
23.10.2012 14:12
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Schöne, Neue, Welt, liebe Journalisten !


Arbeit ist für Doofe, wer schlau ist, hat ein EU-Posterl, oder eine Bank !

Alle Loyalität gegenüber dem System, das man immer so brav schönschreibt, ist eine Einbahnstrasse .

Es gibt keine Dankbarkeit .

Gast: Lukas
22.10.2012 21:54
6 1

vielleicht wird manchen Journalist munter

und läßt künftig auch eigenes Gedankengut in seine Arbeit einfließen. Es muß ja langweilig sein der "Systempresse" immer treu zu bleiben..?

5 0

Die Sytemerhalter pfeiffen auf der Straße.


Gast: Plach2
22.10.2012 20:40
1 0

Der Gewerkschaftsbonzen sollen sich selbst bei der Nase nehmen!

Nirgends in der EU gibt es eine solche Arbeitnehmernvertreterdichte.

10 Sozialminister (im Bund und Ländern)
10 Arbeitsminister
(10 FrauneministerInnen)
10 AK´s
10 ÖGB´s und weil das noch immer zu wenig ist, auch noch viele Fachgewerkschaften jede wieder mal 10.

Nirgends in der Eurozone sind die realen verfügbaren Einkommen seit 2000 stärker geschrumpft als in Österreich.

Re: Der Gewerkschaftsbonzen sollen sich selbst bei der Nase nehmen!

Das ist für mich noch nicht einmal das größte Problem.

Aber ich find es wirklich pervers, dass die Vertreter der größten Gewerkschaften im Nationalrat sitzen und Gesetze beschließen, die zum Nachteil der arbeitenden Bevölkerung sind.

Und wegen Parteizwang und Koalitionsräson dürfen Sie nicht mal dagegenstimmen, obwohl Sie es als Gewerkschaftler eigentlich müssten.

Das ist das System Österreich

Schreiben eh alle von Reuters, CNN, Al Jazeera (oder so) ab ...

... für was mehr Rechte und Geld? Wenn die Infos von den "Propagandaverteiler-Zentren" kommt.

Gast: Herrlasseshirnregnen
22.10.2012 18:27
9 1

APA Artikel kopieren

und dann die Frechheit besitzen sich Journalisten zu nennen...

Gast: Callisto
22.10.2012 17:39
11 2

Panik am steuergeldfinanzierten Futtertrog?

Zu wenige Inserate vom Faynachtsmann?

Gast: IO
22.10.2012 17:38
7 1

Kein Mitleid mit der linken österreichischen Journaille.

Presseförderung auf Null setzen.

Wieder typisch


Kein Protest von Journalisten, weil sie sich von ihren Chefs unter Druck gesetzt fühlen, besonders freundlich über ein oder zwei Parteien schreiben. Und weil man ihnen nahelegt über die anderen Parteien um so schlimmer zu schreiben.

Einfach weil die einen Parteien (z.B. die in der Wiener Stadtregierung) für einen immer währenden Nachschub an Inseraten sorgen. Die der Bürger blechen muss.

SIE GEHEN ALSO NICHT AUF DIE STRASSE UM FÜR IHR BERUFSETHOS ZU KÄMPFEN.

Nein, diese Journalisten sind dort, weil sie Angst haben, weniger Geld zu bekommen. Durch die Aufkündigung des Journalisten-Kollektivvertrages. D.h. ihr Stück vom Kuchen eventuell nicht mehr so nahrhaft ist. Denn genau darum geht es bei der Aufkündigung.

Deshalb kein Mitleid mit diesen Typen.

Die einzigen, die man bedingungslos unterstützen sollte sind die, die OHNE GELD und mit großem persönlichen Risiko, sich mit den mächtigsten Verleger Familien Österreichs anlegen. Nur wegen der Sache. Nur wegen dem Ethos.

Also: Vorhang auf für die Leute von DOSSIER. Den einzigen Journalisten, für die es sich auszahlt, zu demonstrieren.

Die meisten anderen Journalisten sind genau so part of the System, wie die fünf Altparteien im Parlament.

http://www.dossier.at


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Re: Wieder typisch

Sie arbeiten vermutlich in Ihrem Beruf auch nicht umsonst, oder?

Die Leute von Dossier sind grpßartig, aber die werden auch Geld damit verdienen.

Antworten Antworten Gast: PÖHSE
23.10.2012 14:15
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Re: Re: Wieder typisch



Geld VERDIENEN, Herr fefe .

Verdienen .

Nein, das Goldene Herz pocht schon am rechten Fleck .

2 0

Re: Re: Wieder typisch

Ja, aber die Leute von Dossier wollen Geld durch investigative-journalistische Tätigkeit verdienen, was ja eigentlich die Aufgabe eines Journalisten sein sollte.

Die restlichen 90% der Journalisten sind hingegen Systemschreiber die jegliche Kontrollfunktion und Investigationen negieren, um nur ja die Inseratengelder nicht zu gefährden.

Gast: stilleninnen
22.10.2012 16:48
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es geht um schutz vor diffamierung.

meinung so zu disponieren ist jenseits von sehr übel.

Frage

Demonstriert da jetzt auch eine Frau Dichand von der Unterschichtszeitung mit?

Gast: Karli Bua
22.10.2012 15:57
3 2

schön langsam bläst auch in den warmen Platzerln ein rauherer Wind


gut so! Vielleicht wird dann auch die Berichterstattung über sozialrechtliche Aspekte etwas kritischer, wenn sie selbst betroffen sind.

von welchen Zeitungen waren denn Kollegen da?

Denn von den meisten Schreiberlingen - die Presse sei hier löblich ausgenommen - wird ja in den meisten Fällen eh nicht mehr verlangt als per Copy&Paste Texte diverser Agenturen ins DTP-Programm zu übertragen und dabei die diversen Wünsche der jeweils Inserierenden Partei zu berücksichtigen.
Dass man dort mit Hilfsarbeiterentlohnung ausreichend besoldet ist, würde ich jetzt mal voraussetzen.