ORF-Eklat: Wiener Polizei ermittelt gegen Sido

Bei der freitägigen Auseinandersetzung mit Dominic Heinzl handelt es sich um ein "Offizialdelikt". Indes hat sich der Rapper zu Wort gemeldet: Auf seiner Facebook-Seite und in einem "Bild"-Interview.

Nach ORFEklat Polizei ermittelt
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Nach ORFEklat Polizei ermittelt
(c) EPA (ENNIO LEANZA)

Auch Tage nach der Auseinandersetzung zwischen "Die Große Chance"-Juror Sido und Dominic Heinzl schlägt die Causa Wellen. So hat die Wiener Polizei wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Suchtmittelmissbrauch Ermittlungen gegen den Rapper Sido eingeleitet. Zwar hat der "Chili"-Moderator nach der handfesten Attacke auf eine Anzeige verzichtet. Da es sich um ein "Offizialdelikt" handelt, ermittelt die Polizei dennoch. Der Musiker soll auch zu medialen Behauptungen betreffend seines angeblichen Drogenkonsums befragt werden, bestätigte die Polizei.

Stellungnahme auf Facebook

Nach seiner kurzen Entschuldigung via Twitter - er hatte Heinzls tote Mutter im Zuge der Auseinandersetzung am Freitagabend am Küniglberg beleidigt - nahm der 31-Jährige nun auch auf seiner Facebook-Seite zu den Geschehnissen Stellung: Sido bedankt sich zunächst für die Anteilnahme und Unterstützung seiner Fans. Er äußert aber auch Bedenken, "dass ihr meine Aktion gut bis hinzu lobenswert nennt, was mir Sorgen macht".

Einige User hatten dem Rapper zu seinem Schlag gegen den ORF-Moderatoren gratuliert: "Es ist nix wofür jemand gelobt werden darf! Ich bin zu weit gegangen und hätte das Problem mit Herrn Heinzl anders lösen müssen".

"Lass uns das unter Männern klären"

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung entschuldigt sich der Rapper zwar auch ("Dass ich vor Zuschauern zugeschlagen habe, war nicht ok ... Mein Rauswurf war konsequent"), betont jedoch die Provokationen von Seiten Heinzls im Vorfeld: "Nach der Show schrie mich Heinzl an: 'Sido du Depp, lass uns das unter Männern klären'. Ich habe ihm dann über meine Sicherheitsleute hinweg eine gegeben. Mit der Hand, nicht mit der Faust".

Seit zwei Jahren soll ihn der "Chili"-Moderator auf dem Radar gehabt haben: "Er provozierte mich andauernds. Ich sei asozial, trage nur Asi-Klamotten. Ich habe den ORF daher gebeten, dafür zu sorgen, dass wir uns nicht mehr begegnen". Der Sturz nach der "großen Chance" soll eine Schwalbe gewesen sein: "Als ich ihn getroffen habe, stand er noch. Als ich aus dem Studio ging, fiel er plötzlich hin. Was für ein Schauspieler", sagte Sido im "Bild"-Gespräch.

Kehrt Heinzl zu ATV zurück?

Heinzls Reaktion auf den Vorwurf einer "Schwalbe": "Ich wollte, ich hätte dieses schauspielerische Talent", so der ORF-Moderator im Interview mit der Boulevardzeitung "Österreich". Seine Klatsch-Sendung "Chili" wird übrigens nicht verlängert (Die Presse berichtete). Der Eklat am Küniglberg soll keinen Einfluss auf die Entscheidung des Senders gehabt haben. "Österreich" zufolge dürfte Heinzl aber nicht allzu lang untätig bleiben: Er soll bereits mit seinem Ex-Arbeitgeber ATV über eine Rückkehr verhandeln.

Wer Sidos Nachfolger in der Castingsendung "Die Große Chance" wird, ist nach wie vor unklar. Die Gerüchtekoche brodelt: Roman Gregory, Rapper Money Boy oder ORF-Eigengewächs Conchita Wurst? Auf Facebook formierte sich eine Gruppe, die den Entertainer Austrofred in der Jury sehen will.

(Red./APA)

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