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"Trottelhaft": CSU-Sprecher interveniert beim ZDF

24.10.2012 | 16:11 |   (DiePresse.com)

Der CSU-Sprecher Hans Michael Strepp soll in der ZDF-"heute"-Redaktion angerufen haben, um einen Bericht über den Parteitag der bayerischen SPD zu verhindern. Damit bringt er CSU-Chef Horst Seehofer unter Druck.

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Mit einem Anruf in der ZDF-"heute"-Redaktion soll ein CSU-Sprecher versucht haben, einen Fernsehbericht über den bayerischen SPD-Parteitag zu verhindern. Parteisprecher Hans Michael Strepp habe nach übereinstimmenden Schilderungen aus dem Sender am Sonntag deswegen den diensthabenden Redakteur der Nachrichtensendung angerufen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Sollte der Sender einen Beitrag bringen, werde dies "Diskussionen nach sich ziehen", soll Strepp demnach gesagt haben.

Die "heute"-Sendung berichtete dennoch über den SPD-Parteitag, auf dem der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr gewählt und so zum Herausforderer von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) gekürt wurde.

"Haben Unabhängigkeit bewiesen"

"Es gab zwar einen Anruf, aber der blieb wirkungslos", kommentierte ZDF-Sprecher Jörg Berendsmeier den Vorfall. Chefredakteur Peter Frey erklärte am Mittwoch, Strepp müsse nun die Frage beantworten, warum und mit welcher Intention er direkt in der "heute"-Redaktion angerufen habe. Er sei mit der Reaktion der Kollegen sehr zufrieden, teilte Frey mit. "Wir senden, was wir senden, egal wer anruft. Die "heute"-Redaktion hat ihre Unabhängigkeit bewiesen."

CSU-Sprecher Strepp bestreitet laut "Süddeutscher Zeitung" den Versuch der politischen Einflussnahme. In einer Mail soll er an das Blatt geschrieben haben, dass die Darstellung "nicht den Tatsachen" entspreche, er "widerspreche ihr entschieden". Außerdem fügte er einen Brief hinzu, den er dem stellvertretenden ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen geschickt hatte. Darin bestätigte Strepp den Anruf bei dem Sender, wies aber den Versuch der Einflussnahme zurück.

"Früher war man raffinierter"

Ude bezeichnete den angeblichen Anruf am Mittwochnachmittag als "trottelhaft". Er amüsiere sich über diese versuchte Einflussnahme. Allerdings, "das ist doch früher etwas raffinierter gemacht worden."
Aber dass eine Partei meine, einem Sender eine Berichterstattung vorschreiben oder verbieten zu können, sei ein gravierender Vorgang. Falls sich der Vorwurf erhärte, sei er gespannt auf die Konsequenzen der CSU, sagte der Münchner Oberbürgermeister.

Weniger zu lachen hat indes CSU-Chef Seehofer. Er gerät wegen der angeblich versuchten Einflussnahme zusehends unter Druck. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles erklärte, ein "Pressesprecher, der die Pressefreiheit nicht kennt, ist in einer demokratischen Partei nicht haltbar". "Der kläglich gescheiterte Einschüchterungsversuch des CSU-Pressesprechers zeigt: Aus Angst vor dem Machtverlust im eigenen Land werden hier die Grundfesten unserer Demokratie skrupellos mit Füßen getreten. Grünen-Landeschef Dieter Janecek warf der CSU ein "erbärmliches Verständnis von Pressefreiheit" vor.

Seehofer sagte am Rande der Münchner Medientage dem Bayerischen Rundfunk, sein Sprecher habe ihm mitgeteilt, dass die Vorwürfe unzutreffend seien. Solch eine versuchte Einflussnahme wäre "auch vollkommen inakzeptabel".

(Red./APA/AFP/dpa)

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8 Kommentare
Gast: ökono-mist
25.10.2012 17:01
0 0

Ein interessantes und brisantes Medienthema - und fast keine Kommentare der agilen Medienkonsumenten-Community?


Kann man wirklich sicher sein, daß nicht bei genau jenen Leuten, für die eine breite Erörterung dieses Themas eine erhebliche assoziative (Wieder-)Entdeckungsgefahr bedeuten würde, ein brennendes Interesse am Nichterscheinen dieser Kommentare bestehen müßte?

Nachdem meiner Einschätzung nach die Interventionsmasche bei der "Presse" wohl niemals fruchten würde, käme nur noch das selektive externe Abfangen von Kommentaren mittels gefakter Site als Ursache in Frage. Wobei es durchaus möglich wäre, daß dabei auch das "Kommentar gespeichert" von dieser simuliert wird. Ähnliches bzw. Gleiches konnte man hier bereits zumindes zweimal im selben (naheliegenderweise vermuteten) personellen Zusammenhang verfolgen, und auch zumindest einmal beim "Kurier", wo nicht gerade geschäftsfördernde
Mobil-Inhalte plötzlich aus dem Internet verschwunden sind.

Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die medial fatale Problematik läge bei einem eventuellen in diese Richtung gehenden Bruch diverser Telekommunikationsgesetze darin, daß eventuelle privilegierte Hacker zwar wüßten, was unsereiner geschrieben hat - die Öffentlichkeit jedoch nicht. Das erachte ich - aus gegebenem (, triftigem) Anlaß - als brandgefährlich...

P. S.: Eine Veröffentlichung meines (wie immer rechtlich einwandfreien) Kommentars von heute Nachmittag (falls bei der Presse überhaupt eingetroffen) würde mir diesbezüglich ein wenig mehr Sicherheit bieten.
Bitte auch eine Sicherheits-Kopie an den Chefredakteur weiterleiten.D!

Gast: Zwangsgebührenzahler
24.10.2012 18:31
11 1

da hat es der ORF leichter

er agiert offen als roter Parteisender und die anderen Parteien haben sich so daran gewöhnt daß sie jederzeit Gebührenerhöhungen für den ORF unterstützen und so ihren politischen Gegner fördern.

Re: da hat es der ORF leichter

schon vergessen?
jene zeit, als im orf lindner und mück regierten.
damals war der orf ein schwarz-brauner parteisender.

gegen vergesslichkeit gibt es medikamente/behandlungen.
gegen ihr tragen der parteibrille hilft allerdings nichts. nicht mal das kopfschütteln in ihrer umgebung.

Gast: Peterundich
24.10.2012 18:30
7 1

Die sollten in Wien zur Lehre.

Da könnten sie machen was sie wollen. Der ORF als Werbetrommel der SPÖ und das in Wien. Besser gehts nicht. Da ist Korruption schon drin bevor es befüllt wird.

beim orf "part of the game"

und es funktioniert bestens ....

Gast: Pips
24.10.2012 16:48
1 2

Die

SPD hat in Bayern ähnliche Durchschlagskraft wie Kampfgelsen bei Elefanten. Viel Lärm um nix. Am besten ignorieren.

Re: Die

geht ihnen, ähnlich der csu, der ar*** auf grundeis, weil ude antreten und gewinnen wird?
für die csu wird das das ende ihrer pfründe bedeuten.
was werden sie verlieren?

Antworten Gast: baumisms1
24.10.2012 17:35
2 0

Deshalb stellt sie ja in München seit dem Krieg den Bürgermeister

Und deshalb hat die CSU seit der letzten Wahl keine 50% mehr...